05.06.04: Die
Ravensburger Spieleredaktion ordnet das Verfahren für unaufgefordert eingesandte Spiele-Ideen neu: Künftig betreut die Agentur
„Pro Spiel" von
Christian Beiersdorf die Vorschläge von Hobby-Autoren. Für Erfinder, die schon Spiele bei Ravensburger veröffentlicht haben, bleibt alles beim Alten.
1500 Spielevorschläge schicken ambitionierte Hobbyautoren jedes Jahr an den Ravensburger Spieleverlag. Kaum ein Spiel hat eine Chance auf Veröffentlichung. „Das liegt im Wesentlichen daran, dass die meisten Vorschläge vor allem Abwandlungen bestehender Spiele-Ideen wie memory®, Malefiz oder Pachisi sind“, weiß Redakteur
Lothar Hemme. Doch liegt versteckt im Riesenstapel der Einsendungen nicht doch ein Spiele-Schatz? Das herauszufinden ist viel Arbeit – und verursacht nicht unbeträchtliche Kosten, denn die Spiele-Redakteure prüfen jede einzelne Idee. Deshalb hat Ravensburger die Agentur
„Pro Spiel“ von
Christian Beiersdorf eingeschaltet, die diesen Service künftig übernehmen soll. Die Zusammenarbeit mit dem Ravensburger Spieleverlag wird eng verzahnt ablaufen: „Wir informieren die Agentur laufend über die Themengebiete, für die wir Ideen suchen,“ sagt Lothar Hemme, „umgekehrt wird sie regelmäßig die besten Mechanismen und Spielformen bei uns in Ravensburg vorstellen.“ Passt eine Idee ins Programm, nimmt die Ravensburger Spieleredaktion Kontakt auf. Falls nicht, gibt es eine schriftliche Absage mit einer detaillierten Begründung. Das schließt sogar Verbesserungsvorschläge ein. „Die Schwächenanalyse ist für Nachwuchsautoren ein ganz wichtiger Punkt,“ betont Lothar Hemme, „nur so können sie ihre Ideen verbessern. Wir erhoffen uns damit eine qualitativ verbesserte und auch für die Autoren effizientere Zusammenarbeit.“
Bezahlt wird der Service der Agentur „Pro Spiel“ vom Ravensburger Spieleverlag. Nur ein Teil der anfallenden Beratungs- und Versandkosten wird den Einsendern im Vorfeld in Rechnung gestellt. Die Beurteilung eines Spielevorschlags aus Deutschland kostet 65 Euro; die Gebühren für Einsendungen aus dem Ausland reichen, abhängig von der Versandform, von 65 bis 150 Euro.
Christian Beiersdorf (54) hat in der Vergangenheit als Redakteur für F.X.Schmid, ASS und Ravensburger gearbeitet. Schon dreimal sind Spiele aus seiner Redaktion als "Spiel des Jahres" ausgezeichnet worden:
Auf Achse,
Adel verpflichtet und
Bluff. Ein Interview lesen Sie in spielbox 1/03, ein Portrait in spielbox 2/97.
-vw/kmw 17:00 Uhr