Nachrichten-Archiv 1998

Übersicht
20.12.98: Comeback für Deluxe Illuminati
20.12.98: Neues von Hans im Glück
20.12.98: Gegendarstellung
20.12.98: Weihnachtsspiel der Spiel-Wiese
02.12.98: Neue Links
02.12.98: Friesematenten-Tauschbörse
02.12.98: Spiele-Treff im Sauerland
02.12.98: "Anno Domini" auf NZZ-Online
15.11.98: ZATRE Internet M@tch
15.11.98: Neu im Netz: FX-Spiele
10.11.98: Neu im Netz: Abacus
01.11.98: Comeback für Targui
17.10.98: 20 Jahre Spiel des Jahres
05.10.98: Korrektur Deutscher Spiele Preis
04.10.98: Preiskorrektur
04.10.98: 2. Süddeutsches Spieleautoren-Treffen
27.09.98: Spire Games vertreibt Rostherne Games
27.09.98: 10 Jahre Spielbaustelle
20.09.98: Schweizer Spielemesse
15.09.98: Deutscher Spiele Preis 1998
12.09.98: Spiele-Hanse e.V.
12.09.98: LUDOS e.V.i.Gr.
12.09.98: Spiel des Jahres in Schweden
24.08.98: Cheops Light = Broker
24.08.98: Neues für Magic-Einsteiger
24.08.98: Hasbro kauft Microprose
24.08.98: Scotland Yard auf CD-ROM
24.08.98: Amigo vertreibt Gigamic
06.08.98: Hasbro kauft Avalon Hill
04.08.98: Monopoly Restaurant
09.07.98: Elfenland ist "Spiel des Jahres"!
06.07.98: Das Labyrinth des Todes
06.07.98: de.rec.spiele.brett+karten
30.06.98: Ravensburger THINK-Theater
23.06.98: Arabana-Ikibiti bei Kosmos
16.06.98: Titanic als Kartenspiel
16.06.98: Neues von Kosmos
11.06.98: Ravensburger Monopoly
10.06.98: Der Norden spielt auf!
27.05.98: Neues Spielemagazin LUDO-X
08.04.98: Spieleautorenwettbewerb 1998
08.04.98: Spielpartnerbörse in Hamburg
23.03.98: Die Spieleautorenseite


Comeback für Deluxe Illuminati

Im Februar bringt der amerikanische Verlag Steve Jackson Games das legendäre Deluxe Illuminati wieder auf den Markt. Der Ausgabe liegen 106 farbig bedruckte Karten und ein überarbeitetes Regelheft bei. Die Urfassung dieses Spiels wurde 1982 mit dem "Origins Award" für das beste SF-Spiel ausgezeichnet (nicht zu verwechseln mit dem später erschienen Illuminati-Sammelkartenspiel!) Thema des Spiels sind Verschwörungen und Geheimbünde. Jeder kontrolliert irgendwen und wird von anderen kontrolliert. Der Preis der Neuauflage: US-$ 34.95


Neues von Hans im Glück

Dirk Geilenkeuser betreut jetzt die Homepage von Hans im Glück. Dort gibt es ab sofort die Spiele Affenbande und Radar Flop zum Runterladen und Nachbauen. (Mit Radar Flop gewannen Kalle Schmiel und Bernd Brunnhofer als anonyme Einsender 1984 einen spielbox-Spieleautoren-Wettbewerb). Weitere Spiele werden folgen. Außerdem sind auf der Homepage El Caballero-Rätsel von Wolfgang Kramer zu knacken.


Gegendarstellung

  1. In der Rubrik "Essen Kompakt" erscheint gegenwärtig ein Kommentar eines ungenannten Autors, der vor dem Spiel "STAR TAKE" (das er selbst anscheinend weder besitzt noch je gespielt hat) von NMG-Spiele, der angeblichen Mangelhaftígkeit des Materials und dem Preis warnt. Hierzu folgendes:
     
  2. Daß vor Gebrauch eines Spiels heutzutage zuweilen umfangreiche Bastelaufgaben zu erledigen sind, stört in der Regel niemanden besonders. Mit den 98 DM wird nicht nur das Material bezahlt, sondern vor allem auch die Spielidee. Bei einer limitierten 2. Auflage von 100 Exemplaren ist der Preis - ohne hier einen Vortrag über kaufmännische Kalkulation halten zu wollen - durchaus gerechtfertigt.
     
  3. Wer nicht gerade zwei linke Hände hat, schafft den Bastelsatz in 1 1/2 bis 2 (also nicht "mehreren") Stunden. Das Material ist nicht "mangelhaft" - und wem beim Basteln ein Malheur passiert, dem wird es von uns kostenlos ersetzt. Ein Service, der leider längst nicht bei allen Verlagen selbstverständlich ist.
     
  4. STAR TAKE ist ein Freak-Spiel und nicht für "Ottonormalspieler" gedacht. Diesen Anspruch erhebt weder das Spiel noch das Verlagskonzept von NMG. Wem der Aufwand zuviel ist, der soll es eben lassen - wir produzieren keine Spiele "für die breite Masse". Unter den angesprochenen Freaks hat STAR TAKE bisher nur Beifall geerntet.
     
  5. Nicht zuletzt ist das Basteln ja auch eine zusätzliche Freizeitbeschäftigung - ich habe noch niemanden gesehen, der sich zum Beispiel über den Preis von Modellbahngleisen beschwert hat, nur weil sie teuer waren und man sie auch noch zusammenbauen muß, bevor der Zug losfahren kann.

Fazit:
Wir können durchaus mit Kritik leben, auch mit negativer - sofern sie sachlich und qualifiziert ist. Verbesserungsvorschlägen stehen wir stets aufgeschlossen gegenüber. Die "Meinung" des ungenannten Autors grenzt allerdings an Geschäftsschädigung, gegen die wir uns hiermit zur Wehr setzen müssen, und dürfen bitten, auf unrepräsentative Meinungen, die nicht namentlich gekennzeichnet sind, zu verzichten.

Mit freundlichen Grüßen
H.-Georg Rausch
(NMG Spiele)

Anmerkung der Redaktion: Die erste Gegendarstellung in der Geschichte von KMWs Spielpl@tz bedarf einer Richtigstellung: Der Absender bezieht sich auf die Rubrik "Essen kompakt", der gegendargestellte Text erschien aber auf der Seite "Essen 98: Reaktionen". In der Einleitung dort habe ich deutlich darauf hingewiesen, daß es sich hierbei um subjektive Reaktionen handelt. Alle Äußerungen stammen aus der "Mailingliste der Spieleautoren" und sind dort namentlich gekennzeichnet. Da ich die Einsender nicht vorher um Erlaubnis zur Veröffentlichung gebeten habe, erfolgte die Wiedergabe auf dem Spielpl@tz ohne Namensnennung.
Gegendarstellungen müssen in Presseorganen nach den Pressegesetzen der Länder ohne Rücksicht auf ihren Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. Es gibt inzwischen ein richterliches Urteil, in dem ausdrücklich festgestellt wird, daß Internetseiten in diesem Punkt nicht den Pressegesetzen unterliegen. Dennoch denke ich, daß der Einsender einen Anspruch auf die Wiedergabe seines Standpunktes hat, darum die Veröffentlichung an dieser Stelle.


Weihnachtsspiel der Spiel-Wiese

Die Spiel-Wiese veranstaltet auf ihrer Internet-Seite ein Weihnachtsspiel: "Was legt Ihr dieses Jahr unter den Baum? Und (ab 24. 12.) was habt Ihr dort gefunden? Gemeint sind natürlich Spiele. Wir wollen es wissen und bitten um ein kurzes Mail unter dem Stichwort Weihnachtsspiel! Und damit die Mühe nicht ganz umsonst ist, werden wir unter allen Einsendern ein Exemplar des Spieles verlosen, das am zweithäufigsten genannt wurde. Mail-Sendeschluß ist der 6. Jänner 1999! Der Gewinner wird per Mail verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen."


Neue Links

Eine ganze Reihe neuer Links ist auf der Linken Seite des Spielpl@tzes zu finden. Nach FX-Spiele hat jetzt auch Amigo eine eigene Adresse im Netz und ist nicht mehr nur auf dem Spielpl@tz lokalisiert (die Seite befindet sich noch im Aufbau). Friedemann Friese hat seinen eigenen Verlag 2F-Spiele ins Netz gestellt. Das Komplettprogramm von Adlung Spiele steht im Netz bereit. Spieleautor Magnus Reisinger stellt seine fünf Spiele vor, die im Agnus Verlag Münster scheinen.

Wenn Sie selbst auf neue und interessante Adressen stoßen, schicken Sie uns bitte eine Mail!


Friesematenten-Tauschbörse

Friesemantenten ist ein witziges Karten-Versteigerungsspiel von Friedemann Friese. Zum Grundspiel gehören 60 Karten; die restlichen 140 gibt's in Erweiterungssets (zu je beliebigen 60 Karten). Um in den Besitz aller 200 Karten zu kommen, muß man entweder so lange Erweiterungssets kaufen, bis das Ziel erreicht ist (und hat dann bergeweise Dubletten). Oder man nutzt die Friesematenten-Tauschbörse, die Brigitte und Wolfgang Ditt in Absprache mit dem Autor des Spiels initiiert haben. Die Tauschbörse wird privat und ohne kommerziellen Nutzen durchgeführt. Die genauen Einzelheiten sind auf der Homepage nachzulesen. Eine ausführliche Beschreibung des Spiels folgt in Kürze auf dem Spielpl@tz.


Spiele-Treff im Sauerland

Der 14. Spiele-Treff im Sauerland hat im November wieder mehr als 200 Spieler (darunter auch Spieleautoren und Verlagsredakteure) mehrere Tage und Nächte an zahlreichen Spieltischen vereint. Ausführliche Infos finden Sie auf unserer speziellen Spiele-Treff Homepage


"Anno Domini" auf NZZ-Online

Ich hasse Quiz- und Kommunikationsspiele. Aber was Urs Hostettler sich da als Spiel ausgedacht (und zu den Spieltagen bei Abacusspiele herausgebracht) hat, ist selbst für mich ein Highlight. Auf kleinen Kärtchen stehen welt- und weniger bewegende, oft abstruse Ereignisse von der Urzeit bis in die Zukunft, die es gilt, in eine korrekte zeitliche Abfolge zu bringen. Jeder spielt eine Karte - oder zweifelt die bisher ausliegende Reihenfolge an. Je nach Ergebnis gibt's Strafkärtchen für den Zweifler oder den Spieler vor ihm. Wer als erster alle Karten losgeworden ist, gewinnt. Fünf Packungen sind fürs erste auf dem Markt, jede mit 335 Kärtchen. Die Themen: Sex und Crime, Lifestyle, Kirche und Staat, Natur und - besonders schön - Schweiz.

Unter www.nzz.ch/AD kann zwischen dem 30. November und dem 20. Dezember auf der Website der "Neuen Zürcher Zeitung" in drei Spielrunden gerätselt werden. "Anno Domini" wird in drei je eine Woche dauernden Runden gespielt. In jeder Spielrunde gibt es für die längsten Ereignisketten Preise zu gewinnen. Und da Spielen wichtiger ist als gewinnen, wird unter allen angemeldeten Spielerinnen und Spielern ein "Brockhaus in 15 Bänden" verlost.


ZATRE Internet M@tch

Am 22. November wird ZATRE als "erstes interaktives Internet-Spiel" seine Weltpremiere feiern. Spieler aus Wien und Berlin treten gegeneinander an. Schauen Sie mal auf die PERI Editoy Perner Homepage. Dort ist auch ein kostenloser Download der PC-Version von ZATRE möglich, die sechsmal gespielt werden kann.


Neu im Netz: FX-Spiele

Auch FX, die zur Zeit durch eine ungewöhnliche Werbekampagne ("Stoppt den Stumpfsinn!") auffallen, haben jetzt eine eigene Homepage, die über die FX-Produkte informiert und auf der man/frau auch online spielen kann. Bis zu vier Spieler können sich per e-mail zu einem Spielchen verabreden. Jetzt schon zu NOBODY IS PERFECT, in Kürze auch zu PERSONALITY und GAMBLER. Die Adresse lautet: www.FX-Spiele.de.


Neu im Netz: Abacus

Joe Nikisch teilt mit, daß Abacus-Spiele ab sofort ihre eigene Homepage haben. Die Adresse: www.abacusspiele.de.


Comeback für Targui

Ben Leijten, Produktmanager bei Jumbo (NL), teilt uns mit:

"Wir freuen uns, die Neuauflage des Spiels Targui von Jumbo ankündigen zu können. Das Spiel wird in einer limitierten und numerierten Auflage erschienen. Weil das Spiel international angeboten wird, bleibt das Angebot knapp. Ein Teil der begrenzten Auflage wird im Internet angeboten. Dabei handelt es sich vor allem um die niedrigen und damit interessanteren Nummern. Eine Subskription ist möglich. Sollten Sie sich dafür interessieren, dann empfehlen wir Ihnen, die Jumbo-Site (auch von der Spielpl@tz-StartSeite aus per Button zu erreichen - KMW) nicht aus den Augen zu verlieren. Zu gegebener Zeit verbinden wir eine spezielle Targui-Seite mit unserer Site, die alle Informationen enthält und von der Sie auch Bildmaterial laden können."

TarguiZur Erinnerung: Targui erschien 1988 und landete auf der Nominierungsliste beim "Spiel des Jahres". Nachdem das Spiel 1994 aus dem Sortiment genommen wurde, war noch immer eine große Nachfrage vorhanden. Targui ist die Einzahl von Tuareg. Die Tuareg sind ein Wüstenvolk in der Sahara. Die Spieler vertreten jeweils einen der Stämme. Das Spielbrett ist variabel. Man sieht einen Teil der Wüste mit verschiedenen Landschaften. Jedes der Gebiete hat seinen eigenen wirtschaftlichen und strategischen Wert. Die Spieler streben danach, die Herrschaft über das ganze Gebiet zu erringen und nutzen dabei geschickt die Eigenschaften der verschiedenen Gebiete. Targui hat ein besonderes System der Zugreihenfolge, mit dem die Spannung sehr hoch steigen kann.


20 Jahre Spiel des Jahres

Die Jury Spiel des Jahres besteht jetzt seit 20 Jahren. Zu diesem Jubiläum gab es im Haus der Geschichte in Bonn vom 9. - 11.10.1998 eine Veranstaltung, in der in gelungener Weise die verschiedenen Aspekte des Spiels verbunden wurden. Ganz profan begann es mit einer Pressekonferenz, auf der die Jury die Öffentlichkeit über ihre Arbeit und das folgende Symposion unterrichtete. Dort wurde dann den Wurzeln des Kulturgutes Spiel nachgespürt. Es war spannend und anregend zugleich, den Vorträgen der Spielforscher zu lauschen, die von den Bergen Pakistans bis zu den Stränden der Malediven, von den Archiven des British Museum bis zu den sonnendurchglühten Stadien Griechenlands die Historie der Spiele nachvollziehen. Man verzeihe den Vergleich, aber manchmal vermittelten diese Berichte einen Hauch von Indiana Jones und seinen Abenteuern. Und es gab auch Beiträge, die die Zuhörer auf den Pfaden des abstrakten Intellekts in Labyrinthe des spielerischen Denkens führte. Diesen anregenden und anstrengenden Tag ließen die Teilnehmer auf einem Rheinschiff bei guter Bewirtung, interessantem Gespräch und antiken Brettspielen ausklingen. War der erste Tag der historischen Dimension des Spiels gewidmet, so beleuchtete der zweite das Spiel im 20. Jahrhundert. Man gewann einen Eindruck, wie Spiel(zeug)e zugleich Zeitzeugen sind. Und in der Geschichte der Spielefirma Spear spiegelte sich auch das Zeitgeschehen wider. Referate gaben einen Einblick in das Spielgeschehen in Japan, Österreich und der Schweiz. Doch auch Überlegungen zur Theorie des Spiels fehlten nicht. Abgeschlossen wurde dieser Tag mit einer brillanten Hommage an Klaus Teuber, den sicherlich erfolgreichsten Spieleautor unserer Tage. Am letzten Tag dann lud die Jury Spiel des Jahres die Familien der Stadt Bonn zu einem öffentlichen Spielefest ein. Hier konnte jedermann nun die Objekte der tiefschürfenden Forschungen und Überlegungen der letzten beiden Tage ausprobieren: die Spiele.

Ein äußerst gelungenes Ganzes war diese Veranstaltung. Sie zeigte das Spiel in seinen Aspekten der Aktualität, als intellektuelle Herausforderung, in historischen, zeitgenössischen und kulturellen Forschungsergebnissen, aber auch in der spielerischen Praxis. Bleibt nur zu wünschen, daß sich so ein Ereignis nicht erst nach weiteren 20 Jahren Jury Spiel des Jahres wiederholt, sondern schon viel früher. (Berthold Heß)


Korrektur Deutscher Spiele Preis

Bei der Auswertung zum Deutschen Spiele Preis haben die Leute vom Friedhelm Merz Verlag leider "auf den falschen Computerknopf gedrückt" und uns versehentlich allein die Entscheidung der Pöppel-Revue-Leser zugeschickt. Der Deutsche Spiele Preis setzt sich aber aus mehreren Kriterien zusammen. Dies ergibt für die Plätze 6 bis 10 eine andere Plazierung als die bisher veröffentlichte. Wir haben unsere Ergebnis-Seite umgehend berichtigt.


Preiskorrektur

Der in unserer Kurzrezension für Zicke Zacke Hühnerkacke genannte Preis wurde bereits im Juni gesenkt. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt jetzt bei DM 59,50. 'tschuldigung!


2. Süddeutsches Spieleautoren-Treffen

Nach dem auch das zweite Treffen wieder rundum erfolgreich war, ist das Süddeutsche Spieleautoren-Treffen mittlerweile endgültig als wichtiger Termin der Branche auf das letzte Wochenende im September festgeschrieben. Über 70 Autoren - mehr als die Hälfte erstmals bei einem solchen Treffen - zeigten in Haar ihre Prototypen. Bis auf einen kleineren Hersteller, dessen Productmanager in letzter Minute abgesagt hatte, waren die Redakteure und Pruduktverantwortlichen aller Spielehersteller aus dem deutschsprachigen Raum nach München gekommen. Auch das ein Signal für die Bedeutung des Treffens.

Veranstalter Richard Fechter vom Bayerischen Spiele-Archiv Haar will das Wachstum auch in Zukunft bremsen. Langfristig will er eine kleine, überschaubare Veranstaltung, die sowohl durch die systematische Erschließung von neuem Kreativpotential, als auch durch ein hohes professionelles Niveau der Organisation glänzt. Dazu gehört vor allem auch die "Autorenakademie". Schon im letzten Jahr bot das Treffen ein umfangreiches Programm von Vorträgen und Diskussionsgruppen an. Diesmal gab es zwei Vorträge weniger, die dafür aber mit höherem Anspruchsniveau. Zwei bewährte Module hatte Fechter beibehalten. Ein Highlight bot der Justitiar der Ravensburger, der die Möglichkeiten analysierte, Autorenverträge zu beeinflussen. Ein weiterer Höhepunkt der Vortrag von Lothar Hemme. Er beleuchtete sowohl die Abläufe, als auch die strategischen Überlegungen, die im Entscheidungsprozeß für - oder gegen - Spielevorschläge eine Rolle spielen.

Auch diesmal war die Veranstaltung wieder von professioneller Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Das Fernsehen berichtete schon im Vorfeld, ein halbes Dutzend Hörfunksendungen und eine Reihe von Berichten und Reportagen machten das Autorentreffen publik. Wie nicht anders zu erwarten berichteten viele Reporter nicht nur über die Newcomer, sondern stürzten sich auch auf die Erfolgsautoren. Immerhin waren vier "Spiel des Jahres"-Autoren - Wolfgang Kramer, Andreas Seyffarth, Werner Hodel und Alan R. Moon - in München.

Über 30 Interessenten aus Norddeutschland oder den neuen Bundesländern hatte Richard Fechter im Vorfeld abgewiesen und auf Göttingen verwiesen. Ausländische Autoren jedoch gibt er bei der Zulassung einen besonderen Bonus. Zwar kamen diesmal keine Autoren aus Italien, weil sich der Termin mit der italienischen Autorenveranstaltung überschnitten hatte. Deshalb war auch kein Übersetzer für italienisch erforderlich. Für die französischen Autoren aber hatte er - wie schon im Vorjahr kostenlos - eine Dolmetscherin zur Verfügung gestellt. Den Dienstleistungsgedanken "klein, übersichtlich, anspruchsvoll, professionell" will Fechter auch künftig beibehalten. (Tom Werneck)

Nächstes Süddeutsches Spieleautoren-Treffen: 25./26. September 1999
Information und Vormerkung: Bayerisches Spiele-Archiv Haar e.V., Postfach 1120, 85540 Haar


Spire Games vertreibt Rostherne Games

Unter dem Label Rostherne Games hat David Watts, Autor des Spiels des Jahres 1984 (Dampfross) und diverser anderer, weniger bekannter Spiele, bisher seine eigenen Kreationen produziert und vertrieben. Jetzt hat er sich entschlossen, sich zur Ruhe zu setzen. Die Szene braucht trotzdem nicht auf David's Spiele verzichten, denn ein paar Spielebegeisterte haben die Firma Spire Games gegründet, deren Zweck - wenigstens für den Anfang - allein die Vermarktung der bisherigen Rostherne Games ist. Alle Spielpläne für Dampfross (englischer Titel "Railway Rivals") werden also weiterhin erhältlich sein. Später sollen auch neue Spielpläne und neue Spiele, teils von David, aber auch von anderen Designern, ins Programm aufgenommen werden. Die Gründung des neuen Verlages erfolgte zu kurzfristig, um bereits 1998 auf den Internationalen Spieltagen präsent zu sein. Doch für nächstes Jahr ist die Teilnahme schon jetzt eingeplant.


Schweizer Spielemesse

Eine erfolgreiche Bilanz zog die Schweizer Spielemesse, die vom 9. bis 13. September 1998 in St.Gallen stattfand. 253 Aussteller, Vereine, Institutionen und Verbände aus 12 Ländern präsentierten auf einer Hallenfläche von über 23.000 qm ein dichtes, breites und internationales Angebot in den Bereichen Spiele, Spielwaren, Modellbau, Basteln und Hobby. Mit rund 53.000 Besuchern konnte das Resultat des Vorjahres um 7% übertroffen werden; in dieser Zahl nicht enthalten sind schätzungsweise 5.000 - 7.000 Kinder unter 7 Jahren, welche die Spielmesse gratis besuchen konnten. Die nächste Schweizer Spielmesse findet vom 8. - 12. September 1999 statt.


Spiele-Hanse e.V.

Einer Initiative des DA VINCI-Spiele-Verlages folgend, wurde in Hamburg ein "Bund unabhängiger Kleinverlage", die "SPIELE-HANSE e. V.", gegründet. Erklärtes Ziel der "SPIELE-HANSE" ist es, in der breiten Öffentlichkeit ein stärkeres Bewußtsein für die Vielfalt der Kleinverlagslandschaft zu schaffen. er geschichtliche Bezug im Namen der "SPIELE-HANSE" ist Programm: Aus einem ehemals lockeren Interessenbündnis einiger Städte wurde im Mittelalter ein starker Wirtschaftsbund.

Nach Erarbeitung eines gemeinsamen Katalogs für Direktkunden soll bei zahlreichen öffentlichen Einrichtungen, wie Kulturzentren, öffentlichen Büchereien, Energieversorgungszentren, in Einkaufszentren und anderswo für eine neue Direktvertriebsmöglichkeit geworben werden. Das Angebot für direkt beziehende Spiele-Läden soll ebenfalls konzentriert angeboten werden, soweit Kleinverlage auch an Spieleläden liefern. Für diese Läden wird dann zu gegebener Zeit mit Displays der "SPIELE-HANSE" geworben werden können. Auf Spielemessen und Spielfesten können mit Gemeinschaftsständen der "SPIELE-HANSE" auch die Kleinverlage ihre Spiele vorstellen, die sonst keine Möglichkeit einer Teilnahme hätten.

Als erstes wird die "SPIELE-HANSE" am Dienstag, den 13.10.1998 in Hamburg in einer Gala vorgestellt. Die Laudatio wird der Direktor des "Deutschen Spielemuseums" Chemnitz, Peter Lemcke, halten. Gleichzeitig stellen die norddeutschen Kleinverlage ihre Neuheiten vor, die sie 10 Tage später auf den Internationalen Spieltagen in Essen herausbringen werden.

Die Geschäftsfürung der "SPIELE-HANSE" hat Heike Passarge (DA VINCI-Spiele-Verlag) übernommen. Vorsitzender und Sprecher ist Götz Vincentz. Weitere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der "SPIELE-HANSE e. V.", Gärtnerstr. 30, 20253 Hamburg, Tel: 040/4226611, Fax: 040/3895263, e-mail: SPIELE-HANSE@altavista.net


LUDOS

LUDOS ist der Name eines in Gründung befindlichen Vereins zur Förderung des Spielehobbys von 1998 (e.V.). Geplant sind wöchentliche bis monatliche regelmäßige Treffen für Seminare, Turniere, Prototypen und Mustertests, Gedankenaustausch (Regelerweiterungen, Strategien); z.T. als Ausgliederung der SOHO-Spieleabende und evtl. auch in Kooperation mit den SAZ+ Treffen in Bonn. Termine werden bekanntgegeben. LUDOS ist ein Verein für Spieler, der die vorhandenen Einrichtungen ergänzt und durch Kooperation deren Intentionen unterstützen soll - mit dem Fernziel, bundesweit Spieler in einem Verband zu vereinigen und so neben der Spiele-Autoren-Zunft (für Autoren) und der Spiele-Hanse (für Kleinverlage) eine weitere Institution zu schaffen, welche die Szene am Leben hält. Weitere Infos gibt's beim designierten 1. Vorsitzenden H.-Georg Rausch, Tel. 02644/981720, hagera.ludos@t-online.de


Spiel des Jahres in Schweden

Die Sieger des "Spiel des Jahres 1998" in Schweden heißen in der Kategorie "Familienspiel": Lotus von Dominique Tellier (Ravensburger), in der Kategorie "Kinderspiel": Figurix von Herman Seitz (Ravensburger).


Cheops Light = Broker

Seit kurzem steht sie auf der Hans im Glück-Homepage als Online-Spiel und zum Download zur Verfügung: Eine PC-Version des Brettspiels Cheops. OK, es ist keine 1:1-Umsetzung, sondern eher eine Art "Cheops Light", das hier unter dem Titel "Broker" läuft. Ein menschlicher Spieler tritt gegen 3 Computergegner an. Alle sind abwechselnd an der Reihe, mit von Runde zu Runde wechselndem Startspieler. Zu Beginn jeder Runde liegen 4 Aktiensteine in der Auslage. Wer am Zug ist, wählt einen Stein und entscheidet, ob er ihn sofort gegen Bares eintauscht oder bis zum Spielende behält, in der Hoffnung, daß der Stein an Wert gewinnt. Beim Verkauf wird der aktuelle Kurswert auf der Skala abgedeckt und ein neuer Kurs gültig (der allerdings gleichzeitig um 1 Punkt sinkt); beim Behalten steigt der aktuelle Wert um 1 Punkt. Wer am Ende die höchste Börse besitzt, gewinnt.

Das Spiel ist in Java programmiert und wird aus dem Browser heraus gespielt. Die Download-Datei ist nur 179K groß und schnell geladen. Geschwindigkeit und Schwierigkeitsgrad können eingestellt werden. Der Spielplan beschränkt sich auf das Nötigste, ist aber graphisch trotzdem sehr schön aufbereitet. Das Spiel selbst hat Sucht-Charakter (vergessen Sie das in Windows eingebaute Solitaire oder Free Cell!), auch weil es sich sehr schnell spielt. Und irgendwann wird's mir dann hoffentlich auch gelingen, meine Computergegner zu schlagen....


Neues für Magic-Einsteiger

Gibt es immer noch jemanden, der das Sammelkartenspiel Magic nicht kennt? Bei Wizards of the Coast ist man offenbar dieser Meinung, denn jetzt ist mit Portal: Zweites Zeitalter ein neues Einsteiger-Set zu Magic erschienen. Viele neue Kartenmotive lösen die des ersten Einsteiger-Sets ab. Und natürlich lassen sich beide Sets miteinander kombinieren. Portal 2 konzentriert sich auf die Grundregeln von Magic. Spezielle Regeln und Spezialfähigkeiten von Monstern werden ausgeklammert. Auf diese Weise sollen Neulinge in kürzester Zeit die fantastische Domina kennenlernen (pardon, es muß heißen: die fantastische Spielwelt Dominia kennenlernen).


Hasbro kauft Microprose

Wer regelmäßig die Newsgroups liest, weiß es längst: Nach Avalon Hill übernimmt Hasbro nun auch Microprose. Auf den ersten Blick scheint diese Meldung für Brettspieler nur von untergeordnetem Interesse, denn Microprose ist bekannt für seine PC-Spiele, darunter Sid Meier's Civilization, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Brettspiel, das der kleine englische Spieleverlag Hartland Trefoil vor Jahren auf den Markt brachte und das in Lizenz bei Avalon Hill in den USA erschien. Und doch fanden die beiden unterschiedlichen Spiele mit demselben Titel zusammen. Vor Monaten nämlich kaufte Microprose Hartland Trefoil und erhielt damit die Rechte am Brettspiel Civilization. Avalon Hill jedoch war nicht bereit, auf seine Rechte für den amerikanischen Markt zu verzichten. Es kam zum Rechtsstreit, der vor wenigen Wochen zugunsten von Microprose entschieden wurde. Etwa zeitgleich wurde bekannt, daß Hasbro Avalon Hill übernehmen würde, und die Nachricht von der Übernahme der Firma Microprose folgte nur zwei Wochen später. Real-Life-Monopoly.


Scotland Yard auf CD-ROM

Der Ravensburger Konzern tummelt sich schon seit geraumer Zeit auf dem Markt für PC-Spiele, bisher vorwiegend im Edutainment-Bereich. Zunehmend wird das Angebot jetzt aber spielerischer. Für den Monat November wurde eine CD-ROM-Version des Brettspiels Scotland Yard angekündigt, das auch mit einer Spielmöglichkeit via Internet ausgestattet werden soll.


Amigo vertreibt Gigamic

Ab Oktober vertreibt Amigo die Gigamic-Produkte in Deutschland und löst damit die Ravensburger Tochter F.X.Schmid als Vertriebspartner ab. Der Name Gigamic ist nicht unbedingt allen Spielern geläufig, obwohl ihnen die Spiele sicherlich nicht unbekannt sind. Sie zeichnen sich durch ihre wunderschöne Holzausstattung aus und sprechen hauptsächlich Denk- und Taktikspieler an. Der bekannteste Titel aus der Vergangenheit: Quarto.


Hasbro kauft Avalon Hill

Die Nachrichtenagentur Reuters meldet am 04.08., daß die US-Firma Monarch ihre Spieleabteilung an Hasbro verkauft. Monarch's "Spieleabteilung" umfaßte die Avalon Hill Game Company, Avalon Hill software und Victory Games. Hasbro wiederum ist (unter anderem) Eigentümer der Spieleverlage MB und Parker. Der Kaufpreis beträgt 6 Mio US-$. Die US-Newsgroup rec.games.board quillt derzeit über mit Informationen und Spekulationen rund um den Verkauf. Festzustehen scheint, daß Monarch offenbar die gesamte Avalon Hill-Mannschaft auf die Straße gesetzt hat, bevor der Verkauf über die Bühne geht. Welche AH-Titel von Hasbro weiter produziert werden, steht derzeit in den Sternen.


Monopoly Restaurant

Im Juni 1998 wurde im Hamburger Fleethof das erste und bislang einzige Monopoly Restaurant der Welt eröffnet. Der Gast betritt das Lokal über einen Teppich, der das Feld "Los" zeigt. Dort zieht er aber nicht etwa 4.000 Mark ein, statt dessen fragt man nach einem speziellen Tisch, der rechtzeitig vorbestellt sein sollte. Jeder Tisch trägt den Namen einer Straße auf dem Monopoly-Spielplan. Die Umgebung und das Mobiliar jeden Tisches sind individuell und auf den Straßennamen bezogen, und sogar die Toiletten befinden sich im "Wasserwerk" (Herren) bzw. "Elektrizitätswerk" (Damen). In der "Berliner Straße" gibt es Bilder aus Berlin, die "Poststraße" befindet sich in einer Postkutsche; da ist eine Strandlandschaft aufgebaut, und man kann auch in einem Eisenbahnabteil speisen. Ebenso individuell ist das Angebot an Speisen und Getränken. Während in der "Badstraße" einfachere Gerichte geboten werden, bietet die Karte in der "Schloßallee" gehobenes Angebot zu den entsprechenden Preisen. Überhaupt sind die Preise im Monopoly Restaurant nicht gerade niedrig. Auch wenn am Eingang einige Monopoly-Spiele liegen, wird hier wohl kaum gespielt. Es handelt sich um einen Szenetreff, nicht etwa ein Spielerlokal.

Monopoly Restaurant, Stadthausbrücke 1, 20355 Hamburg, Tel.: 040/37518244


Das Labyrinth des Todes

Wenn wir hier über ein PC-Spiel berichten, muß das schon einen besonderen Grund haben. In diesen Tagen erscheint Deathtrap Dungeon von Eidos Interactive. Chef dieser Firma, die vor 3 Jahren gegründet wurde, ist Ian Livingstone. Spielekenner wissen, daß er in grauer Spielevorzeit gemeinsam mit Steve Jackson den Verlag "Games Workshop" gründete und auch die Tradition der "Fighting Fantasy Gamebooks" begründete. Ich hatte das Vergnügen, ihn vor 12 Jahren für die Pöppel-Revue interviewen zu können (Heft 6/86). Der Buchreihe, die sich damals millionenfach verkaufte, lag ein revolutionäres Konzept zugrunde: Der Spieler entschied selbst, welchen Weg seine Romanfigur einschlug; die Story war in Hunderte von Abschnitten unterteilt, durch die man sich je nach eigener Entscheidung und Würfelglück weiterlas. Einer der Titel trug den Titel "Deathtrap Dungeon" (in der deutschen Übersetzung "Das Labyrinth des Todes") und genau auf dieser Story basiert das PC-Spiel, das jetzt erscheint.

Steve Jackson, der ehemalige Partner von Ian Livingstone, ist ebenfalls ins PC-Spiele-Lager gewechselt; seine Firma heißt Lionhead (er ist übrigens nicht identisch, wird aber gern verwechselt mit dem Amerikaner, der die "Steve Jackson Games" herausgibt!). Ein bißchen nachdenklich stimmt es schon, daß diese beiden Spiele-Gurus das Lager gewechselt und sich den PC-Spielen verschrieben haben. Vor 20 Jahren schauten deutsche Spieler neidisch auf den englischen und amerikanischen Spielemarkt und versorgten sich von dort mit interessanten Spielen. Heute konzentrieren sich Engländer und Amerikaner auf den deutschen Spielemarkt, weil sie in ihren eigenen Ländern kaum noch Spielenswertes finden. Hoffen wir, daß dies kein Trend ist und auch wir eines Tages die interessanten Neuerscheinungen an einer Hand aufzählen können.


de.rec.spiele.brett+karten

Die Umbenennung der Newsgroup "de.rec.games.misc" in "de.rec.spiele.misc" war nur von kurzer Dauer. Ab sofort heißt sie de.rec.spiele.brett+karten. Der Grund für diese neuerliche Umbenennung: Immer wieder "verirrten" sich PC-Spieler in dieses Forum, für die es aber gar nicht bestimmt war. Erfahrungsgemäß wird's wieder ein paar Wochen dauern, bis die neue Gruppe auf allen Newsservern verfügbar ist.


Ravensburger THINK-Theater

Think!"Enterbrainment" nennt sich die neueste Idee der Ravensburger Unternehmensgruppe. Dahinter steckt der Versuch, Gehirn und mentales Training zum Thema einer Bühnenshow zu machen. Das Ensemble des THINK-Theatre (kein Schreibfehler, sondern der englische Name des Projekts) besteht aus sechs professionellen Enterbrainern. Entwickelt wurde das Konzept von Bernhard Wolff, von Beruf Wirtschaftspädagoge und Rückwärtssprecher. Neben ihm treten Schnellrechner, Gedankenleser und Gedächtniskünstler auf. Auch Darbietungen aus den Bereichen Artistik, Comedy, Kabarett, Literatur oder Musik fehlen nicht - sofern sie mit Gedanken spielen. Wer sich selbst überzeugen möchte, kann das THINK-Theatre vom 26. August bis 7. September im "Haus der Springmaus" in Bonn-Endenich erleben. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Gesellschaft für Unterhaltung und Weiterbildung, Alsterkamp 26, 20146 Hamburg, Tel. 040/41400325.


Arabana-Ikibiti bei Kosmos

Catan hat den Kosmos-Leuten zur Überzeugung verholfen, daß Insel-Spiele erfolgreich sind. Das Catan'sche Kartenspiel bewies ihnen darüberhinaus, daß es entgegen einer unter Spielverlagen verbreiteten Ansicht einen Markt für 2-Personen-Spiele gibt. Als Günter Cornett sein 2-Personen Inselspiel "Arabana-Ikibiti" im eigenen Bambus Spieleverlag auf den Markt brachte, weckte das zwangsläufig Begierden. Und so wird das Spiel im Herbst zu den Internationalen Spieltagen als Kosmos-Spiel erscheinen, allerdings unter einem anderen Titel. Wie er lautet, wollte Fritz Gruber vom TM-Team uns noch nicht verraten, nur so viel: "Es wird wieder ein Doppelname sein". Vielleicht "Brücken & Hütten" (von Catan)...?

Übrigens ist "Arabana-Ikibiti" inzwischen auch in einer amerikanischen Ausgabe erschienen bei Funagain Games.


Titanic als Kartenspiel

Adlung hat ein neues Kartenspiel mit dem Titel "Titanic - Der Mythos" herausgegeben. Autor ist Bernhard Naegele. 2 bis 5 Spieler legen gleichzeitig Karten mit Passagieren. Liegt die Zahl der Passagiere unter dem Limit, schwimmt das Rettungsboot und es gibt je Passagier Pluspunkte. Sind es zu viele, saufen sie ab, und es gibt Minuspunkte.


Neues von Kosmos

Kosmos hat das endgültige Aus für die PC-Version des Siedler-Kartenspiels bekanntgegeben. Alle Vorbestellungen werden storniert. Ein kleiner Trost: Die bisher exklusiv dem Siedler-Club vorbehaltene PC-Version des Siedler-"Brett"-Spiels steht seit kurzem im Internet im Download-Bereich von Kulkmann's G@mebox bereit. +++ Die Erweiterung zur Erweiterung, Städte & Ritter für 5 und 6 Spieler, wird Anfang Juli an den Handel ausgeliefert. +++ "Im Herbst erwarten Sie übrigens interessante Neuheiten im Siedler-Kartenspiel-Bereich." So ein wörtliches Zitat aus einer Kosmos-Händlerinformation.


Ravensburger Monopoly

dpa meldet, daß die Ravensburger AG zum 1. Juli den Spielkartenproduzenten Berliner Spiele & Co KG übernehmen werden. Dies gaben die Ravensburger am 09.06. bekannt. Von der Übernahme betroffen ist auch die in Darmstadt ansässige Berliner Spielkarten GmbH & Cie KG, die erst seit 2 Jahren durch eine Autoren-Kartenspielserie auf sich aufmerksam machte ("Blindes Huhn", "David & Goliath"). Eine Sprecherin sagte der dpa auf Anfrage, daß noch nicht abzusehen sei, ob es zu einem Personalabbau in Berlin kommen werde. Derzeit sind dort 100 Mitarbeiter beschäftigt. Das Programm der Berliner Spielkarten soll weiterhin unter diesem Namen und mit eigenem Personal vertrieben werden. Berliner Spiele machte zuletzt rund 20 Millionen DM Umsatz und befindet sich im Alleinbesitz von Ernst Leonhard, der aus Altersgründen einen Käufer suchte. Das Ravensburger Vorstandsmitglied Ernst Pohle machte gegenüber der "Stuttgarter Zeitung", die heute über die Übernahme berichtete, keine Angaben über den Kaufpreis und die Ertragssituation von Berliner Spiele. Die Produktion in Berlin soll künftig eng mit der zum Ravensburger Spieleverlag gehörenden Spielkartenfabrik Altenburg zusammenarbeiten.

Der Ravensburger Spieleverlag will vor allem in Europa weiter wachsen und dazu auch den französischen Spielehersteller Jeux Nathan übernehmen, der mit den Marken Jeux Nathan für Spiele, Nathan für Puzzles und Ordi für Lernspielcomputer in Frankreich zum Teil die Marktführerschaft innehält. Bis Ende Juni sollen die Verträge unterzeichnet sein.


Der Norden spielt auf!

Die Spieleautorenszene formiert sich regional. Nach regelmäßigen Treffen der westdeutschen Spieleautoren fand Anfang April nun auch das erste "Hamburger Spieleautoren-Treffen" statt. Schaut man auf die Teilnehmerliste, stellt man fest, daß in und um die Hansestadt herum eine ganze Reihe bekannter Namen zu Hause ist. Götz Vincentz, Heike Passange, Edith Schlichting, Benjamin Soberekon, Tom Schoeps, Sönke Schacht, Christoph Cantzler, Gunter Baars und Peter Eggert diskutierten über gemeinsame Aktionen. Unter anderem wird das inzwischen zum Hamburger Spielfest deklarierte Treffen im Kulturzentrum Rieckhof weiter ausgebaut. Das "Hamburger Spieleautoren-Treffen" wird künftig regelmäßig im Abstand von 2-3 Monaten stattfinden. Wer mehr wissen möchte, wende sich bitte an Götz Vincentz, Tel. 040/4226611.


Neues Spielemagazin LUDO-X

LUDO-X ist der Titel eines neuen Spielemagazins, das voraussichtlich in der letzten Juni-Woche in den Zeitschriftenhandel kommt. Im Gegensatz zu den bisherigen Spielezeitschriften soll erstmals der gesamte Spiele-Bereich abgedeckt werden: Etwa ein Drittel des Heftes wird sich mit Gesellschaftsspielen beschäftigen, der Rest mit Spielen für Konsolen und PCs. Ein "Special Feature" in jeder Ausgabe nimmt sich ein Thema im Detail vor. Die Idee, die dahinter steckt: Viele Brettspieler haben einen PC im Haus und interessieren sich deshalb für anspruchsvolle Computerspiele. Andersherum hocken PC-Spieler nicht immer nur vor ihrem Bildschirm, sondern genießen hin und wieder auch die besondere Atmosphäre des Face-to-Face-Gaming. Die Zeitschrift wird durchgehend vierfarbig produziert. Die Erstausgabe, noch als Nullnummer konzipiert, wird einen Heftumfang von ca. 80 Seiten haben und in einer Auflage von 40.000 Exemplaren erscheinen. Zwei Monate später erscheint dann das erste reguläre Heft mit 160 Seiten Umfang und einer Auflage von ca. 120.000! Sieben Fachleute aus den Bereichen Werbung, Marketing und Medien bilden das Redaktionsteam von LUDO-X. Die Verlagsanschrift: DMDesign, Straußstr. 24, 59227 Ahlen; Tel.: 02382/803086, Fax: 02382/803416, eMail: post007@t-online.de


Spielpartnerbörse in Hamburg

Spieler- und Autorentreffen finden nicht nur in der südlichen Hälfte unserer Republik statt. Auch im Norden wird heftig gespielt (schließlich sitzt auch die Redaktion von KMWs Spielpl@tz in Hamburg!). Ein Anlaufpunkt für Spielbegeisterte ist die Spielpartnerbörse. Dort wird beispielsweise regelmäßig das chinesische Glücksspiel Mah-Jongg gespielt - aber natürlich auch andere Spiele. "Wir versuchen neue Spiele zu entdecken und alte Spiele wieder zu entdecken." schrieb uns Jens Kammler. Die Termine finden Sie auf der Club-Seite.

Seit Beginn des Jahres werden regelmäßig jeden Monat Spieleautoren eingeladen, die ihre fertigen und in Entwicklung befindlichen Spiele vorstellen. Am 28.April wird ein Herr Reiser aus Münster sein Archäologiespiel "Tal der Könige" präsentieren (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Kosmos-Spiel).

Und schließlich findet einmal im Jahr das "Hamburger Fest der Spiele" statt, 1998 bereits zum viertenmal. Im vergangenen Jahr waren 15 Spieleerfinder und 10 Kleinverlage beteiligt und machten dieses Ereignis zu einem norddeutschen Spieleautorentreffen. Der nächste Termin ist der 8. November 1998. Die Veranstalter hoffen auf die Beteiligung zahlreicher Spieleautoren und -verlage; schließlich gab es ein vergleichbares Spielefest in Norddeutschland bisher nicht. Die Adresse: Kulturzentrum Rieckhof, Rieckhoffstr. 12 in Hamburg (Harburg); Homepage: home.t-online.de/home/rieckhof/rieckhof.htm


Die Spieleautorenseite

Günter Cornett und Michael Schacht haben eine bemerkenswerte Einrichtung ins Netz gestellt: Die Spieleautorenseite ( alternativer Link). Dahinter steckt folgende Idee:

"Es sind bereits mehrere Autoren von Brett- und Kartenspielen im Internet vertreten. Manche bieten Tips und Informationen für andere Spieleautoren an, z.T. mit unterschiedlichen Schwerpunkten, aber auch mit vielen Überschneidungen. Wir halten es für sinnvoll, das zu bündeln und auszubauen."

Damit nicht einer allein die ganze Arbeit übernehmen muß, haben sich die beiden ein Konzept ausgedacht, das eine ständige Aktualisierung durch verschiedene Personen ermöglicht. Sowohl technisch als auch inhaltlich ist die Spieleautorenseite als Diskussionsvorschlag zu verstehen. Wer etwas dazu beitragen will, braucht nicht zu warten, bis ein Ergebnis ausdiskutiert ist, sondern kann sein Anliegen einfach umsetzen (siehe FAQ). Folgende Themen werden für den Anfang vorgeschlagen:

Unser Tip für alle Spieleautoren und solche, die es werden wollen: Unbedingt ansehen und mitmachen!

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