Spieleautoren-Wettbewerb 1999

des Hippodice Spieleclub e.V

Zum elften Mal bereits fand der "Spieleautorenwettbewerb" statt, der jährlich vom Hippodice Spieleclub e.V. durchgeführt wird.

Wir präsentieren Ihnen hier die Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs. Die erste Übersicht zeigt die Nominierung der Spiele, die in die Endrunde gelangt sind. Anschließend werden sie kurz beschrieben. Die Empfehlungsliste enthält Spiele, die den Sprung in die Finalrunde knapp verfehlt haben, weil sie kleine Unstimmigkeiten enthielten, die aber zu korrigieren wären. Abschließend werden die Adressen der Autoren und die Zusammensetzung der Jury aufgelistet.

Im Juni erscheint eine Broschüre mit den neuen Teilnahmebedingungen für den nächsten Wettbewerb und einer Zusammenfassung der letzten Wettbewerbe (Plazierungen und Veröffentlichungen). Diese Broschüren werden auf Spiel-Veranstaltungen verteilt und an Interessenten versandt. Einen Rückblick auf den Wettbewerb 1998 finden Sie HIER.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Hippodice Spieleclub, Autorenwettbewerb, Postfach 70 02 57, 44882 Bochum.

Die Plazierung der Endrunde

1. Das Kollier - André Frobel
2. Graffiti - Dr.Ing. Dieter Heyn
3. Toppen - Benni Bärmann
4. Kängu - Thomas Schneider-Axmann
5. Tortuga - Reiner Martin

Die weiteren Teilnehmer der Endrunde (in alphabetischer Reihenfolge):
Claim - Hartmut Kommerell
Crazy Race - Michael Schacht
Ghosts - Michael Rieneck
Von Blacktown nach Silvermountain - Gerd Hebbinghaus

Die Spiele der Endrunde 1999

Claim - Hartmut Kommerell

Amerika zur Zeit des Goldrausches. Jeder Spieler versucht, möglichst lukrative Claims zu ergattern, um am Ende das meiste Gold zu haben. In jeder Runde wird zunächst verdeckt auf einen Claim geboten. Doch nicht das höchste Gebot erhält einen Claim, sondern der Spieler mit dem niedrigsten Gebot wird zum Verwalter erkoren und teilt die Claims zu. Erhält der Spieler mit dem höchsten Gebot jedoch nicht seinen Claim, muß der Verwalter ihm eine Entschädigung zahlen. Danach wird ausgewertet, welcher Claim wieviel abwirft. Dabei sind große Claims sehr lukrativ, allerdings ist es bei diesen auch sehr wahrscheinlich, daß der Unterhalt eine enorme Summe verschlingt. Das Patentrezept für den erfolgreichsten Digger hat jeder für sich selbst herauszufinden.

Crazy Race - Michael Schacht

In der (fantastischen) Tierwelt ist die Rennsaison eröffnet. Jeder Mitspieler kontrolliert ein Team aus drei verschiedenen Tieren: einem Flug-, einem Renn- und einem Kriechtier. Durch den geschickten Einsatz von Futterkarten versuchen die Spieler ihr Team nach vorne zu bringen. Diese werden verdeckt auf eine Zählleiste für die betreffende Tiergattung gelegt. Wer die Mehrheit in den einzelnen Gattungen hat, darf das entsprechende Tier um einige Plätze nach vorn bewegen. Dabei muß natürlich auch darauf geachtet werden, das ganze Team zusammenzuhalten, da ein Teampokal wertvolle Extrapunkte garantiert.

Das Kollier - André Frobel

In die Welt der wertvollen Edelstein entführt die bis zu sechs Mitspieler ‚Das Kollier‘ Alle versuchen, am Ende das Spiels das wertvollste Kollier ersteigert zu haben. Dieses muß aus einem Hauptstein (welcher zugleich der Wertvollste ist) und weiteren, symmetrisch angeordneten Edelsteinen bestehen. Die Edelsteine erhält man durch Versteigerungen. Hierbei hat der Versteigerer grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Er kann einen Wert festlegen und dann die Mitspieler über diesen Wert bieten lassen (bietet keiner, muß er zum festgelegten Wert selbst kaufen). Oder er kann vom Nennwert herunter die Edelsteine immer billiger anbieten, wobei er selbst ein Vorkaufsrecht hat, wenn unter dem Nennwert verkauft wird. In jedem Fall erhält er 50% vom Verkaufserlös. Da Bargeld recht knapp ist, dürfen natürlich auch Edelsteine oder gar ganze Kolliers in Zahlung gegeben werden.

Ghosts - Michael Rieneck

Ein ‚geistreiches‘ Taktikspiel für zwei bzw. vier (im Team) Spieler. Zu Beginn des Spiels verteilen beide Teams ihre Geister im Schloß. Dabei gibt es drei verschiedene ‚Geisterarten‘. Jedes Team muß nun versuchen, als erster drei verschiedene Geister seiner Partei durch Dimensionstore aus dem Schloß zu ziehen. Doch Vorsicht, Geister können auch vom gegnerischen Team eingekerkert werden. Leider kann jede Geisterart nur eine andere Geisterart schlagen. Die eingekerkerten Geister können sich aber mit der Zeit wieder befreien. Aber vielleicht kann man ja gerade diese Zeit nutzen, um seine eigenen Geister aus dem Schloß zu führen.

Graffiti - Dieter Heyn

Mit diesem Spiel gibt es nun endlich eine Möglichkeit, völlig legal in die Sprayerszene einzutauchen. Die Spieler verteilen ihre Sprayer an die, zu Beginn noch weißen Wände. Anschließend wird versucht mit den Sprayaktionen möglichst den Geschmack des Publikums zu treffen. Ist gerade rot oder blau angesagt? Portraits oder Muster? Wer weiß das schon - ganz klar, die Spieler, denn die bestimmen außer den Aktionen ihrer Sprayer auch noch den Geschmack des Publikums.

Kängu - Thomas Schneider-Axmann

Rettet die Tierwelt! Genauer müsste es eigentlich heissen - Rette Deine Kängus! Jeder Spieler versucht, die ihm verdeckt zugeteilten Känguruhs möglichst lange im Spiel zu halten, denn nur so kann man wertvolle Futterchips erhalten. Gezogen wird jeweils durch Karten, die einem die Mitspieler anbieten. Man darf natürlich nicht nur die eigenen Känguruhs ziehen, aber nur so kommt man an die wertvollen Futterchips. Auf den Karten sind auch Sonderaktionen vermerkt, die vor dem Zug ausgeführt werden müssen. So kann zum Beispiel das erste oder letzte Känguruh eingefangen oder auf einen der sicheren Plätze innerhalb der Herde gesetzt werden. Sind nur noch zwei Kängus übrig, wird abgerechnet. Gewinner ist derjenige, der mit seinen Kängus die meisten Punkte sammeln konnte.

Toppen - Benni Bärmann

Ein flottes Stichspiel für 3-8 Spieler. Vor Beginn des eigentlichen Spiels muß jeder Spieler einem seiner Mitspieler eine sog. ‚Topkarte‘ zuteilen. Unter dieser werden im Laufe des Spiels die Stiche des betreffenden Spielers gesammelt. Im Spiel besteht grundsätzlich Bedienzwang. Kann man nicht bedienen, hat man zwei Möglichkeiten: Man kann trumpfen, wobei Trumpf in diesem Fall jede Farbe ist, die nicht der angespielten entspricht oder man kann ‚toppen‘. Hierbei spielt man eine höhere Karte auf eine Topkarte eines Mitspielers. Dies hat zur Folge, daß seinen Stichstapel mit dem des Mitspielers tauschen muß. Gerade am Ende einer Runde kann man so mit einer einzigen Karte das schon verloren geglaubte Spiel wieder umdrehen. In der Abrechnung zählen die Topkarte und die darauf liegenden Karten negativ, die darunter liegenden Stiche positiv.

Tortuga - Reiner Martin

Wer will nicht mal eine ganze Flotte von Schiffen führen und gegnerische Schätze erobern? Kein Problem mit Tortuga. Jeder der bis zu vier Spieler bekommt acht Schiffe, Mannschafts- und Kurskarten. In jeder Runde werden verdeckt jedem Kahn Zugrichtung und -weite zugewiesen. Danach werden die festgelegten Bewegungen gleichzeitig ausgeführt. Stehen am Ende der Runde mehrere Schiffe auf einem Feld, werden Konflikte ausgetragen, bis nur noch ein Schiff übrig bleibt. Wer es als erster schafft einen gegnerischen Schatz auf die eigene Heimatinsel zu transportieren, gewinnt dieses Strategiespiel. Es gibt insgesamt drei Varianten in verschiedenen Komplexitäts- und Schwierigkeitsstufen.

Von Blacktown nach Silvermountain - Gerd Hebbinghaus

Jeder Spieler versucht, möglichst viele Passagiere von Blacktown nach Silvermountain zu bringen. Aber wie? Natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln! Dafür steht jedem ein Satz Aktionskarten zur Verfügung, von denen in jeder Runde zwei gezogen werden. Man kann z.B. Passagiere oder Schwarzfahrer (vollbesetzte Busse bringen mehr Punkte) einsteigen lassen, Fahrtziele ändern oder einen Busfahrer bzw. eine Aushilfe ans Steuer setzen, worauf der Bus sich zu seinem Ziel in Bewegung setzt. Da die Aushilfe aber leider (manchmal auch Gott sei dank!) nicht kontrolliert, wohin die Fahrt geht, findet man sich schneller am Ausgangspunkt wieder, als einem lieb ist. Sind eine vorher festgelegte Anzahl Busse in Silvermountain angekommen, endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Die Spiele der Empfehlungsliste

Akhenaton - Roberto Fraga

Ein einfaches Taktikspiel für zwei Personen. Wer schafft es als erster, seinen Pharao und dessen Gattin zu vereinen? Beide starten auf entgegengesetzten Seiten eines Säulenlabyrinths. Die Gattin des Pharao verbirgt sich hinter einer der Säulen auf der Grundreihe und ist für den Mitspieler nicht zu erkennen. Durch geschicktes Vertauschen der Säulen versucht man nun, die Königin auf die andere Seite zu ihrem Pharao zu bringen. Doch Vorsicht, entdeckt der Mitspieler die Königin (z.B. durch eine seiner Säulen, die mit einem Spiegel versehen ist) kann er sie zurück auf die Grundreihe verbannen. Sieger ist natürlich derjenige, der sein Pärchen als erster zusammenführt.

Die verflixte Seife - Jacques Zeimet

Das Szenario könnte einem Slapstickfilm entstammen: Die verflixte Seife ist heruntergefallen und irrt nun durch das Badezimmer..... Die Spieler müssen versuchen, möglichst schnell den Landepunkt der Seife zu bestimmen, um dann ihren Wettchip auf diesen zu setzen und die meisten Punkte einzuheimsen. Hört sich einfach an, wenn da nicht noch verschiedene Gegenstände (Badewanne, Waschbecken, Handtücher, Toilette etc.) eine gerade Flugbahn der Seife verhindern würden. Ganz zu schweigen von den Wänden und Ecken.....

Marktplatz - Karsten Hartwig

In diesem Spiel müssen sich die Mitspieler einmal mehr als erflogreiche Unternehmer beweisen und möglichst viel Geld erwirtschaften. Läden der verschiedensten Branchen, von der Videothek bis zum Getränkehandel, können eröffnet oder vom Konkurrenten übernommen werden. Der Wert der einzelnen Unternehmen bemißt sich dabei nach der Anzahl der Läden, die der Spieler mit den meisten Läden in dieser Branche eröffnet hat. Je näher an der Monopolstellung, je höher der Wert.....

Rundes Leder - Robert Puaschitz

4 oder 6 Spieler treten bei diesem Fußballspiel im Team gegeneinander an. In jedem Spielabschnitt legen zugeteilte Karten fest, welcher Mitspieler in welcher Spielminute agieren, d.h. eine Karte spielen darf. Damit können z.B. neue Spieler ins Spiel gebracht, die einzelnen Bereiche (Abwehr, Mittelfeld, Sturm) gestärkt oder gegnerische Spieler gefoult werden. Kurzum alles, was zu einem richtigen Fußballspiel gehört. Am Ende eines Spielabschnitts wird jeweils ausgewertet, wer sich wieviele Torchancen erarbeitet hat. Ach ja, Sieger ist natürlich der, der nach 90 Min die meisten Tore geschossen hat!

Smash - Wolfgang Dirscherl

Schon mal davon geträumt, in die Fußstapfen von Boris Becker zu treten? In ‚Smash‘ versuchen die Spieler, mit ihrem Tennisprofi möglichst viele Ruhmpunkte zu sammeln. Da der Ruhm natürlich käuflich ist, benötigt man viel Bargeld, das man auf Turnieren rund um die Welt gewinnen kann. Bis dahin ist es aber ein ziemlich langer Weg, da man zu Beginn des Spiels nicht gerade zu den Spitzenspielern zählt. Also heißt es brav trainieren und auf den Turnieren möglichst viel Erfahrung zu sammeln, um besser zu werden. Ist die Turniersaison beendet, gewinnt der Spieler, der die meisten Ruhmpunkte sammeln konnte.

Wirbelwind - Robert F. Watson

Ziel des Spiels ist es, möglichst lukrative Grundstücke besetzen. Dies ist eigentlich recht einfach, wenn da nicht dieser Wirbelsturm wäre, der in jeder Runde über das Land fegt. Ein Spieler legt jeweils die Richtung fest, in die sich der Wirbelwind bewegt. Wie weit und ob nicht vielleicht in die entgegengesetzte Richtung bestimmen schließlich alle Spieler gemeinsam, indem sie aus ihrem Satz von Aktionskarten eine verdeckt spielen. Anschließend wird der Wirbelsturm bewegt und verwüstet alle Grundstücke, die auf seiner Bahn liegen. Nachdem der Satz an Aktionskarten aufgebraucht ist, erfolgt eine Wertung, bei der es für jedes besetzte Grundstück Punkte gibt. Nach drei Wertungen endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten wird zum Sieger erklärt.

Adressen

Teilnehmer der Endrunde (alphabetisch):

Teilnehmer der Empfehlungsliste (alphabetisch):

Die Jury 1999

Die Jury kann sich jedes Jahr aus anderen Personen zusammensetzen. Die Namen der diesjährigen Jury-Mitglieder:

Stefan Brück - Spieleredaktion ALEA
Peter A. Gehrmann - Spieleredaktion Grünspan
Wieland Herold - Jury "Spiel des Jahres"
Wolfgang Lüdtke - Spielredaktion Kosmos
Uwe Mölter - Spieleredaktion Amigo
Joe Nikisch - Spieleredaktion Goldsieber und Abacus
Markus Rüther - Spieleredaktion Schmidt
Volker Weitzel - Spieleredaktion Hans im Glück

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