Spiel des Jahres 2004Zum 26. Mal wurde das Spiel des Jahres gekürt - auch diesmal wieder in Berlin, wo man aus diesem besonderen Anlass die Siegessäule dekoriert hatte.
Kein Zweifel - es war spannend. Bis zum letzten Jahr wurden die Preisträger auf einem Gala-Abend am Sonntag bekannt gegeben, die Insider wussten bereits in der Nacht via Internet Bescheid und die Pressekonferenz am Montagmorgen diente nur noch dazu, auch das gemeine Volk zu informieren. Diesmal wusste nicht einmal der größere Teil der Jury, welche Spiele mit den Hauptpreisen ausgezeichnet werden würden. Nur die beiden Mitglieder, die die Stimmen ausgezählt hatte, kannten das Ergebnis. Ein Kompliment für die gelungene Präsentation an Uwe Petersen und Wieland Herold, die die fünf Nominierten in den Bereichen Kinderspiel und Familien- & Erwachsenenspiel kurz vorstellten und dann die Hauptpreisträger aus einem verschlossenen Umschlag zogen.

Nach der Bekanntgabe der Hauptpreisträger (von links): Uwe Petersen (Jury), Alan R. Moon (Autor "Zug um Zug"), Pierre Gaubil (Days of Wonder), Wieland Herold (Jury), Michelle Schanen (Autorin "Geistertreppe"), Kathi Kappler (Drei Magier Spiele)
In seiner Eröffnungsrede wies Uwe Petersen darauf hin, dass die Jury mit dem neuen Modus die Anzahl der Auszeichnungspöppel auf den Spielen reduzieren will, um die Verbraucher nicht durch die Vielzahl zu verwirren. Nur noch die Hauptpreisträger und die nominierten Spiele können einen Spiel des Jahres Pöppel auf ihre Schachtel drucken. Die Auswahlliste entfällt bekanntlich, und die Spiele der Empfehlungsliste werden nicht mit einem Pöppel gekennzeichnet. Sie werden lediglich in einer Broschüre vorgestellt, die im Herbst verteilt wird.
An die Stelle des Gala-Abends tritt ein Spielefest, das die Jury in diesem Jahr am 19. September in Nürnberg veranstalten wird. Weitere Details dazu werden rechtzeitig veröffentlicht.
Spiel des Jahres 2004 wurde "Zug um Zug" von Alan R. Moon (Days of Wonder):

Zum zweiten Mal Spiel des Jahres-Gewinner:
Alan R. Moon, von der Presse umlagert
Aus der Begründung der Jury:
Alan R. Moons "Zug um Zug" ist leicht erklärt, obwohl es mit seinem reichhaltigen Material den Eindruck von Komplexität vermittelt. Auf einer Landkarte Nordamerikas bauen 2-6 Spieler um die Wette Eisenbahnlinien. Dabei geht es nicht nur um die längsten Strecken. Die Spieler erhalten Sonderpunkte für das Verbinden vorgegebener Städte. Um überhaupt bauen zu können, müssen die Spieler erst einmal die richtigen Waggon-Karten besitzen, mit denen sie die nötigen Züge zusammenstellen. "Zug um Zug" ist eine gelungene Mischung aus langfristiger Planung, kurzfristigen Entscheidungen und der Reaktion auf das Agieren der Mitspielenden. Wenn man dann noch genug Glück mitbringt, steht einer anregenden und bis zum Schluß abenteuerlichen Zugfahrt nichts mehr im Wege. "Zug um Zug versteht es Wenigspieler und Vielspieler gleichermaßen zu fesseln", sagte Jury-Sprecher Uwe Petersen in seiner Würdigung. "Deshalb ist es in besonderer Weise geeignet, die Botschaft von Spiel des Jahres‚ einem breiten Publikum zu vermitteln."
Mit im Rennen um den begehrten Titel "Spiel des Jahres" waren "Dicke Luft in der Gruft" von Norbert Proena (Zoch Verlag), "Einfach genial" von Reiner Knizia (Kosmos), "Raja. Palastbau in Indien" von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer (Phalanx Games) und "Sankt Petersburg" von Michael Tummelhofer (Hans im Glück Verlag). Alle vier Spiele wären ebenfalls würdige Hauptpreisträger gewesen, sie spiegeln insgesamt die Bandbreite der herausragenden Familienspiele 2004 gut wider, von der innovativen Memoryabwandlung über vernetzte Wirtschafts- und Kartenspiele bis zum anspruchsvollen Spiel für Erwachsene und ältere Kinder.
Kinderspiel des Jahres 2004 wurde "Geistertreppe" von Michelle Schanen (Drei Magier Spiele):

Freuten sich mit ihren hilfreichen Geistern über den Preis zum Verlagsjubiläum und nahmen ihre Autorin in die Mitte: Kathi Kappler und Johann Rüttinger mit Michelle Schanen
Aus der Begründung der Jury:
Der zweite Hauptpreis "Kinderspiel des Jahres 2004" geht an das Spiel "Geistertreppe" von Michelle Schanen. Erstmalig wird damit der Verlag Drei Magier Spiele mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Das begeisternde Verwirrspiel mit wunderbaren Holzgespenstern für Kinder ab vier Jahren besticht durch seine rundum sorgfältige, kindgemäße Gestaltung. Das Würfelspiel "Geistertreppe" ist im besten Sinne ein Spiel für Groß und Klein, ein Familienspiel par excellence.
Neben dem Hauptpreisträger waren vier weitere Titel zum "Kinderspiel des Jahres" nominiert. So der Puzzlespaß "Macius, Achtung, fertig, los!" vom KRAG-Team (Kosmos), bei dem die Kleinen nicht einmal auf Mitspieler angewiesen sind. Das Spiel eignet sich für ein bis vier vierjährige Kinder. In dem Spiel "Mare Polare" von Roberto Fraga (Selecta) sind Würfelspiel, Merkspiel und Tastspiel zugleich in die Handlung eingebunden, in der ein Orakelberg eine große Rolle spielt. Dagegen kommt "Schatz der Drachen" von Reiner Knizia (Winning Moves) eher klassisch daher. Der Autor mischt hier Memory- und Risikoelemente zu einem spannenden Spielvergnügen. Wer den Spieltisch verlassen möchte und mit seinem Nachwuchs gerne auf dem Teppich herumtollt, der sollte sich die raumgreifende "Schnelle Welle" von Hajo Bücken und Dirk Hanneforth (Ravensburger) näher ansehen. Der Aufforderungscharakter dieses Spiels ist enorm.
KMW