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Spielbesprechung UbongoStressiges Fließenlegen |
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Ja, "Ubongo" ist auf Stress ausgelegt. Um den zum Wallen zu bringen, hat jeder Spieler einen gleichen Satz aus zwölf unterschiedlichen "Fließen" (die sich aus zwei bis fünf kleinen Quadraten zusammensetzen); mit dreien (leichter) bzw. vieren (schwerer) dieser Teile ist dann in knapp einer Minute eine vorgegebene Fläche auf einer von 36 verschiedenen Legetafeln zu füllen, und das kann ganz schön knifflig sein. Welche drei bis vier Fließen das sind, bestimmt zu Beginn der Runde ein Würfelwurf. Damit keiner vom anderen abguckt, hat jeder Spieler eine andere Legetafel vor sich. Und nun auf Zeit … Das Verfliesen ist freilich nur Mittel zum Zweck, um an den Lohn zu kommen. Der wartet in Form von Edelsteinen in sechs Farben auf dem Spielplan. Die 72 Steine liegen zufällig verteilt in sechs Reihen brav hintereinander. Zur Entlohnung: Der Schnellste darf um bis zu drei Reihen weit wandern und die am nächsten liegenden zwei Steine der Reihe nehmen; der Zweitschnellste kommt nur noch zwei Reihen, der Dritte eine Reihe weit; und wenn auch Spieler Nummer vier in der vorgegebenen Zeit die Legeaufgabe löst, dann bleibt er zwar in seiner Reihe stehen, darf aber trotzdem zwei Edelsteine nehmen. Je schneller man erfolgreich ist, desto größer ist die Auswahl an Reihen, aber nicht die Belohnung selbst! Einen weiteren Hacken hat das ganze noch: Nicht nur die "Fliesen" wollen innerhalb der Zeit gelegt sein, sondern auch die Edelsteine müssen darin genommen werden. Und der Zweitschnellste muss nicht auf den Schnelleren warten, sondern darf sich parallel seine Steine schnappen, auch während der andere noch grübelt. Nur wer die Aufgabe überhaupt nicht löst, der geht in der Runde leer aus; und das passiert öfter, als man zunächst vermuten mag. Sieger wird derjenige, der von einer der sechs Edelsteinsorten die meisten gesammelt hat; nicht derjenige mit der größten Gesamtzahl! Also verliert ein Spieler, der in der Summe zwar über zwanzig Steine hat, dessen beste Farbe aber lediglich vier Steine zählt, gegen einen Spieler mit fünf Edelsteinen einer Farbe. Deshalb ist es so wichtig, möglichst schnell fertig zu werden: Nur so kann man gezielt eine oder zwei Farben wählen, die man bevorzugt sammelt. Die Spieldauer liegt bei vielleicht 20 Minuten, wenn jeder Spieler neun Tafeln durchspielt. Andere Varianten sind unbenommen, bei denen man etwa erst einmal alle Legetafeln zwischen den Mitspielern kursieren lässt, bevor ein neuer Satz Tafeln für alle Spieler zum Zuge kommt. Zu viele Runden kann man aber nicht spielen, dafür reicht die Gesamtzahl der Edelsteine einfach nicht.
Die Gesamtzahl der Mitspieler spielt für den Spielspaß keine große Rolle; "Ubongo" funktioniert mit allen angegebenen Spielerzahlen und hätte auch problemlos auf sechs Spieler erweitert werden können. Lediglich zwei weitere Fliesensätze wären dazu nötig gewesen. Warum der Verlag das nicht getan hat; an den Produktionskosten kann es für etwas mehr Pappe eigentlich nicht gelegen haben. An der Ausstattung gibt es nicht viel auszusetzen, vielleicht nur eine Sache: Warum hat Kosmos eine Sanduhr statt einer mechanischen Uhr gewählt? So muss immer einer gucken, ob die Zeit schon abgelaufen ist, was bei kniffligen Legepuzzles sehr störend ist; einer mechanischen Uhr hätte man dagegen anhören können, wann die Zeit abgelaufen ist. Ubongo funktioniert gut, geht schnell und ist z.B. gut als Absacker am Ende eines Spieleabends geeignet. Sehr kommunikativ ist es freilich nicht: Jeder tüftelt mehr oder weniger alleine vor sich hin, die Interaktion ist sehr beschränkt. Mitspieler zu ärgern, indem man ihnen die Hauptsammelfarbe vor der Nase wegnimmt, funktioniert nur sehr begrenzt, weil damit zu viel Zeit für das Sammeln der eigenen Favoritenfarbe verloren geht. Aber wer will auch am Ende des Spieleabends noch viel mit den Kollegen reden? Ubongo ist für mich zwar kein Highlight der 2005er-Saison, aber immerhin ein solides Handwerksstück, welches - allein wegen der kurzen Spieldauer - öfter auf den Tisch kommen kann. Und damit wären wir ja wieder beim Handwerksalltag angelangt! Arne Claussen Autor: Grzegorz Rejchtman |
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| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:36 |
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