Spielbeschreibung

Löwenherz

Die Fürsten des Landes rüsten zur Nachfolge des im Sterben liegenden Königs. Drei Burgen nennt jeder Regent zu Beginn sein eigen. Jede Burg, die lückenlos mit Grenzen umgeben wurde, bildet ein Gebiet. Nur diese bringen Machtpunkte, die man dringend benötigt um König Löwenherz zu werden.

6 Planteile, beliebig im Spielrahmen angeordnet, ermöglichen jedesmal einen variablen Spielaufbau. Reihum setzt jeder Potentat insgesamt 3 Burgen und 3 Ritter ein. 5 einzelne Kartenpäckchen A ­ E werden gemischt und als Aktionskartenstapel in alphabetischer Reihenfolge (A zuoberst) auf dem Spielplan plaziert. Daneben liegen zwei Stapel Politikkarten (6 und 7 Stück). 12 Dukaten sind das Startkapital, drei Entscheidungskarten auf der Hand helfen im weiteren Spielverlauf festzulegen, wer welche Aktionen durchführen darf.

Wer an der Reihe ist, deckt die oberste Aktionskarte auf und legt durch Ausspielen einer seiner Karten fest, welche der drei in der Regel dort abgebildeten Tätigkeiten er durchführen möchte. Die Mitspieler spielen ihre gewählte Karte im Uhrzeigersinn aus. In der Reihenfolge der Aktionen 1 ­ 3 werden diese durchgeführt.

Haben mehrere Ritter die gleiche Karte gespielt, entscheidet eine Machtprobe, in der Dukaten die Seiten wechseln, wer von den Streithähnen agieren darf. Sind mehrere am Zwist beteiligt, oder ist keine pekunäre Einigung herbeizuführen, bieten alle Beteiligten verdeckt Bares an. Der Meistbietende zahlt an die Bank und die anderen schauen ohne Geldverlust in die Röhre. So können die Ritter 1 ­ 3 Grenzteile setzen, Dukaten kassieren, Ritter in das Spiel bringen, Gebiete erweitern oder Politikkarten nehmen.

Im Groben wollen wir hier die Abhängigkeit von Burgen, Rittern und Grenzen aufführen. Ritter verhindern, daß zwischen ihnen und ihrer Burg Grenzen gezogen werden. Genauso ist es unmöglich, besetzte Felder durch Gebietserweiterungen zu übernehmen. Ritter müssen immer Kontakt zu eigenen Burgen oder Kollegen haben.

Ganz so sicher darf sich aber keiner der Rüstungsträger sein, denn gewitzte Politiker (Politikkarten) bringen selbst die Tapfersten zum Überlaufen. Bündniszwänge sind politisches Alltagsgeschäft und sichern kurze? Zeit gemeinsame Grenzen.

Im ganzen Spielverlauf mit Grenzen ziehen, Gebiete erweitern, Ritter in das Gefecht schicken und immer darauf achtend, daß genügend Dukaten für Machtproben oder das Besetzen von Waldfeldern etc. vorhanden sind, hat jeder Mitspieler nur die Wertung im Auge! Jedes neu gegründete Gebiet schließt eine solche nach sich. Das kann auch in einem Spielzug mehrere Mitspieler glücklich machen!

Die Anzahl der eingeschlossenen Felder zeigt auf der Tabelle Gebietsgründung, um wieviele Felder mein Zählstein auf der Machtleiste voranschreiten darf. Jede Stadt im Gebiet bringt 5 Extrazähler. Genauso trägt eine Gebietserweiterung zur Machtentfaltung bei. Dabei gibt es hin und wieder Verlierer (die jetzt kleinere Fürstentümer haben) deren Zählstein nach der Aktion weniger Machtpunkte anzeigt.

Im untersten E Stapel liegt eine Ende­Karte. Wird diese aufgedeckt, bringen Gebirge in eigenen Gebieten noch einmal Machtpunkte (das gleiche bringt jede Aktionskarte Silberfund mit sich!), Lehenkarten aus dem Politikstapel steigern noch einmal die Macht einzelner und Fanfaren begrüßen König Löwenherz, der auf der Machtleiste zuoberst steht.

Löwenherz im Detail zu beschreiben, hieße die Spielregel vorweg zu nehmen. Jede Entscheidung und jeder Spielzug ist fein miteinander verwoben, davon hier einige Kostproben: Neu gesetzte Grenzen gelten auch für den Nachbarn. Verschiedene Felder wie Städte, Gebirge oder Wald sind beim Ausbau der Gebiete im Auge zu behalten. Durch taktische Gebietserweiterungen können zwei Felder große Korridore Riesenflächen eines Imperiums abtrennen, etc.

Eine gut gegliederte Spielübersicht, zusammen mit einem Einstiegsspiel trägt zum schnellen Verständnis eines nicht zu komplexen Spieles bei. Jedes Spielerherz schlägt höher, denn Löwenherz ist ein sehr interaktives, strategisches Spiel um die Aufteilung einer doch verhältnismäßig kleinen Landfläche. Die Spielzüge sind fein aufeinander abgestimmt, in der Regel wird es keinem gelingen, Mitspieler mit Landflächen totzuschlagen. Die Spielausstattung ist sehenswert!

Wer Die Siedler von Catan gerne spielt, dabei aber schon immer vermißt hat, dem Mitspieler auch mal in die Parade zu fahren, kann im Löwenherz Turnier sein Mütchen kühlen. Löwenherz zusammen mit Entdecker und Die Siedler von Catan kann eigentlich von der Spielidee her als Trilogie angesehen werden, wobei jedes Spiel, für sich völlig selbständig ist. Den hohen Anspruch der ersten beiden Spiele erfüllt Klaus Teuber auch hier mit Bravour.

Löwenherz, 2 ­ 4 Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer ca. 60 ­ 90 Minuten. Autor Klaus Teuber. Verlag: Goldsieber.

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.

[ Home ] [ Top ] [ Archivübersicht ]