Spielbeschreibung

Ursuppe

Spielkritik

Ursuppe-SchachtelUnwirtlich und leer ist die Welt, noch kein Leben zu entdecken. Doch da - eine Pfütze! Wir gehen dichter heran, zücken unsere große Lupe und tauchen in die Welt der Amöben. Zu Spielbeginn liegen in jedem Spielfeld 2 Nährstoffe in jeder teilnehmenden Farbe. Auf einer Werteleiste rund um den Minisee sehen wir die Fortentwicklung der Einzeller. In der dadurch vorgegebenen Reihenfolge agieren die einzelnen Gruppen, je nach Spielsituation auf- oder absteigend.

Auch bei den Urtierchen geht es wieder schön der Reihe nach von Einzeller 1 bis 7. Jedes Tierchen entscheidet, ob es sich treiben läßt (Windrose gibt Richtung vor) und eventuell an einem Hindernis hängen bleibt, oder durch unkoordiniertes (würfelndes) Zappeln ein bestimmtes Ziel anvisiert. Was die Entwicklung unter anderem im Bereich Bewegung für Fortschritte bringt sehen wir später.

Am Ende all der Anstrengung steht das Fressen. Falls nicht genügend Nährstoffe in fremden Farben greifbar sind, wird unser Einzeller krank und quittiert den Futtermangel bei nächster Gelegenheit mit seinem Dahinscheiden. Genauso schädlich kann die schwankende Ozonschicht sein, die wie die vorherrschende Strömung jede Spielrunde durch eine neu aufgedeckte Umweltkarte festgelegt wird. Wessen Gesamtwerte auf seinen "eingekauften" Fähigkeiten höher sind, als die offenliegende Umweltkarte zuläßt, verliert Biopunkte (dazu später) oder muß Genkarten abgeben.

Satte Einzeller (geben 2 Nährstoffe in eigener Farbe ab) und dahingeschiedene Artgenossen (je 2 Nährstoffe in jeder Farbe) tragen durch ihre Verdauung bzw. Auflösung wiederum zum Nährstoffkreislauf bei. Um sich weiterentwickeln zu können, ist es möglich, mit seinen knappen Biopunkten Genkarten einzukaufen und die Einzeller mit Intelligenz, Geschwindigkeit, Stromlinienform, Teilungsrate etc. auszustatten (Die Regeln auf diesen Karten haben Vorrang gegenüber den Grundregeln).

Ist eine Spielrunde bis hierhin gediehen, erhält jeder Mitspieler 10 weitere Biopunkte. Ein guter Teil geht für die Zellteilung drauf, denn jede neue Amöbe in einem Nachbarfeld verschlingt sechs dieser wertvollen Ressourcen. Nachdem die sehr kranken, und mit zwei grauen Perlen markierten Artgenossen dahingeschieden sind, erfolgt die Wertung für alles Bemühen . Die Anzahl der Amöben und der Genkarten der einzelnen Spieler bestimmen am Ende jeder Runde das Vorankommen der Setzsteine, die genialerweise besetzte Felder auf der Zählleiste einfach überspringen!

Ursuppe-SpielbrettSo einfach wie das Leben in der Urzeit ist im Grunde genommen auch das Spiel Ursuppe, dessen Spielablauf in etwa die obige Beschreibung wiedergibt. Aber alles an Fortentwicklung, Wirkung der Gene und sonstige Aktionen auf dem Spielfeld im Auge zu behalten, ist fast unmöglich. Als das Leben schwimmen lernte . . . ist der Untertitel für dieses hervorragend umgesetzte Strategiespiel, das eine über lange Jahre dauernde Entwicklung erfahren hat. Schon die ansprechende Grafik von Doris Matthäus (die Karten können wir hier leider nicht wiedergeben) verleitet zum Spieleinstieg.

In der Ursuppe heißt es die wie immer knappen Energien für die zappelnden, fressenden und sich durch Zellteilung vermehrenden Urtierchen richtig einzuteilen. Auch muß das Nahrungsangebot im Teich immer im Auge behalten werden, denn allzuschnell sind sonst die kleinen Tierchen ausgestorben. Nur wer seine Amöben mit weiteren Genen für geschickte Bewegung, sparsame Ernährung oder Appetit auf Konkurrenzamöben ausstattet, bleibt wettbewerbsfähig. 20 Gene mit zahllosen Möglichkeiten, diese untereinander zu kombinieren, stehen hierfür zur Auswahl.

Besonders lobend muß hervorgehoben werden, daß jeder Mitspieler eine Kurzanleitung vor sich liegen hat, die auf weiteren drei A5 Seiten alle Genkarten und ihre Fähigkeiten auflistet. Dies hilft ungemein beim Einkaufen der Gene und beschleunigt dadurch den Spielablauf enorm. 120 und mehr Minuten vergehen im Fluge, bis ein Setzstein in der Zielzone den Sieger in diesem gelungenem, anspruchsvollen und sehr unterhaltendem Spiel festlegt. Die hervorragende Ausstattung und liebevolle graphische Gestaltung trägt ihren Teil zum großen Spielvergnügen bei. Ursuppe ist ein Spiel mit fast endlosen Möglichkeiten der Entwicklung, wohin das Ganze führen kann sieht man ja an uns selber!

Ursuppe, 3 ­ 4 Spieler ab 12 Jahre. Spieldauer ca. 120 Minuten. Autoren Doris Matthäus und mit dem etwas größeren Anteil Frank Nestel. Verlag: Spiele von Doris & Frank.

Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.

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