Spielbeschreibung
Zwei Fürstenhäuser streiten sich in diesem Spiel um ausliegende Landstriche. Die Mitspieler sind Vasallen dieser Fürsten und versuchen im Spiel, ihre eigene Partei zu unterstützen. Wer am Ende einer Runde den Sieg auf der richtigen Seite feiern kann, erhält Punkte zur Belohnung.
Jeder Mitspieler hat eine farblich gekennzeichnete Gesinnungskarte vor sich liegen. Je nachdem welche Seite der Karte oben liegt, zeigt diese an, welchem Hof der Spieler angehört. Reihum vertritt jeder Spieler eine andere Partei als sein Vorgänger, und dreht die Karte auf die entsprechende Seite. Landschaftskarten liegen im Uhrzeigersinn in der Tischmitte aus, auch hier zeigen die unterschiedlichen Kartenseiten, zu welchem Fürstenhaus die jeweilige Karte gehört. Mit einer seiner drei Gutshofkarten markiert jeder Spieler eine beliebige Landschaft, indem er die Karte halb unter die entsprechende Karte schiebt.
Wer links neben dem Startspieler sitzt erhält die Strategie- und die Konfliktkarte. Dieser Spieler bestimmt durch Auflegen der Konfliktkarte, um welche beiden Landschaftskarten der Streit sich in dieser Spielrunde dreht. Entsprechend seiner jeweiligen Gesinnung ist jetzt jeder Spieler bemüht, die entsprechende Landschaft zu verteidigen. Reihum sucht sich jeder Spieler eine Aktionskarte aus dem Stapel aus und reicht diesen seinem linken Nachbarn weiter. Wieder beginnend mit dem Startspieler legt jeder bis zu 5 Aktionskarten vor sich ab, und alle decken diese anschließend gemeinsam auf. Wer den "Verräter" gewählt hat, wechselt sofort mit fliegenden Fahnen die Seite. Erst jetzt zeigt die Addition aller Konfliktpunkte der beiden Seiten, wer gewonnen hat.
Zum Grundwert der jeweiligen Landschaft sind die Punkte auf den entsprechenden Versorgungskarten der Spieler hinzuzuaddieren. Die Diplomatenkarten mit ihren Werten zwei oder fünf greifen auch noch gerne entscheidend in das Geschehen ein. Die Spieler die jetzt das siegreiche Fürstenhaus vertreten haben dürfen ihrem Konto weitere Siegpunkte hinzufügen. Die Landschaftskarte des unterlegenen Fürstentums gibt vor, wie hoch der Gewinn ist. Auf einer Übersichtskarte ist abzulesen wie hoch der jeweilige Gewinnanteil, je nach Anzahl der Spieler die dem siegreichen Haus angehören, ausfällt. Der Gewinner, der den Verräter auf seiner Seite hatte, darf sich noch einen zusätzlichen Siegpunkt gutschreiben. Die Landschaftskarte des unterlegenen Hauses ist anschließend auf die andere Seite zu drehen und gehört ab diesem Moment dem siegreichen Fürstenhaus an.
Je nachdem, welche Karten die einzelnen Spieler ausgewählt hatten, können sie jetzt als Baumeister Gutshofkarten in das Spiel bringen, oder der Stratege erhält die Strategiekarte und darf somit den nächsten Konfliktort bestimmen, der Bauer bezieht drei Versorgungskarten usw. Sobald alle ausgespielten Versorgungskarten auf den Ablagestapel gewandert sind, ziehen die Spieler reihum für jede ihrer Gutshofkarten, die unter einer Landschaftskarte der eigenen (momentanen) Gesinnung liegen, eine Karte nach und die neue Runde kann beginnen.
Sobald jeder Mitspieler zweimal Startspieler war, ist das Spiel beendet. Es kann aber auch vorkommen, daß ein Fürstenhaus sämtliche Landschaftskarten für sich gewinnt und somit ein vorzeitiges Ende herbeiführt. Wie in so vielen Spielen erfolgt auch jetzt die Endabrechnung: Ausgespielte Kontore bringen in Zusammenhang mit Versorgungskarten, die der Spieler noch auf der Hand hat, Extrapunkte. Dazu addiert jeder seine bis dahin gewonnenen Siegpunkte aller Runden, wer jetzt die höchste Gesamtpunktzahl vorweisen kann, hat gewonnen.
Verräter ist ein ziemlich komplexes Anlegespiel. Gerade die richtige Auswahl der Aktionskarte aus dem herumgereichten Stapel birgt viele strategische Möglichkeiten. Die Spielregel ist für ein Kartenspiel ausgesprochen lang, dafür hilft ein ausführliches Einführungsspiel zum schnelleren Verständnis.
Verräter von Marcel-André Casasola-Merkle, 3-4 Spieler ab 12 Jahre, Spieldauer ca. 45-60 Minuten, Verlag: Adlung-Spiele (1998).
Die Spielbeschreibung wurde mit freundlicher Genehmigung dem Katalog von ADAM spielt entnommen.