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Spielbesprechung

Dracula

Die nächtliche Entscheidung


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PreoduktfotoJahrhundertelang lebte Graf Dracula zurückgezogen in seinem Schloss in Transsylvanien. Doch nun hat der Fürst der Finsternis seine Heimat verlassen und ist mit dem Schiff ins ferne London gereist, um dort Jagd auf unschuldige Opfer zu machen. Der berühmte Dr. van Helsing hat davon erfahren und ist in die nächste Kutsche nach London gestiegen. Dort beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Wenn es dem furchtlosen van Helsing gelingt, alle Grüfte des Vampirs aufzuspüren und zu zerstören, entzieht er dem Blutsauger die Lebensgrundlage. Doch er muss sich beeilen, denn wenn der Graf schon zu viele Opfer gefunden hat, ist es zu spät. Noch ist Zeit genug, dem bösen Treiben ein Ende zu setzen. Die Entscheidung fällt in dieser Nacht! Wer wird den Zweikampf wohl für sich entscheiden?

Ein Spieler schlüpft in die Rolle von Graf Dracula und versucht die fünf Opfer zu finden, der andere Spieler verkörpert Dr. Van Helsing und sein Ziel ist die Entdeckung der fünf Grüfte, die Dracula als Unterschlupf dienen.

Jeder Spieler hat zwei eigene Kartensätze, zum einen die Begegnungskarten, zum anderen die Handlungskarten. Die Begegnungskarten bestehen bei van Helsing aus fünf Opferkarten, Vampirjägerkarten in verschiedenen Stärken sowie der Kruzifix-Karte, dem Symbol der Macht. Bei Dracula bestehen die Begegnungskarten aus fünf Gruftkarten, Vampirkarten in verschiedenen Stärken sowie der Amulett-Karte, dem Symbol der Macht. Die Opferkarten bzw. Gruftkarten sind die begehrten und vielgesuchten Zielkarten des Gegenspielers. Die Handlungskarten geben die Kampfstärke und die Zugweite vor. Außerdem erlauben sie eine Sonderaktion und ermöglichen das Versetzen der Barriere-Stäbchen, mit welchen die Spielfiguren zu Umwegen gezwungen werden.

Ein Spielzug besteht immer aus der Bewegung und der anschließenden Begegnung. Der Zug endet bei einer Begegnung mit einer Karte des Gegners oder auf eigenen Wunsch und dem darauffolgenden Ausspielen einer Handlungskarte. Mit der Handlungskarte wird sozusagen der Spielzug "bezahlt" und sie ist in diesem Moment von ganz entscheidender Bedeutung. Wer nämlich im Kampf unterliegt oder wer weiter gezogen ist als erlaubt, muss Energiesteine abgeben. Ein Energiestein ist auch dann verloren, wenn van Helsing das Amulett oder Dracula das Kruzifix aufdeckt.

Das Spiel ist zu Ende, wenn ein Spieler alle Zielkarten des Gegners entdeckt oder ein Spieler alle Energiesteine verloren hat. Das Spielziel ist auch dann erreicht, wenn ein Spieler einen Teil der Zielkarten eingeheimst hat und dazu nachweisen kann, dass sich die restlichen Zielkarten im Vorrat des Gegenüber befinden. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn der aktive Spieler mit seiner Figur auf das Feld des Gegenspielers zieht und die vorrätigen Begegnungskarten zur gegenseitigen Einsicht getauscht werden.
 

Spielplan

Dracula ist eine gelungene Fortsetzung der Kosmos-Reihe "Spiele für Zwei", mit den besten Spielen aus dieser Reihe kann es jedoch nicht ganz mithalten. Das Spiel ist gewöhnungsbedürftig; es ist nämlich ungewöhnlich, sich erst zu bewegen und dann eine Karte zu wählen, die auch noch alles weitere des eigenen Spielzugs bestimmt. Nachdem man diese Hürde genommen hat, eröffnet sich ein stimmiges, raffiniertes, abwechslungsreiches und immer wieder spannendes Spiel mit einem sehr gelungenen Spielmechanismus. Um die ganze Spieltiefe erkennen zu können, braucht es schon mehrere Partien.

Dracula vereinigt Glück, Merkfähigkeit, Deduktion, Bluff und Taktik. Das alles erfordert es, den Mitspieler genau zu beobachten und einzuschätzen. Das Spiel gewinnt dabei von Partie zu Partie – vor allem mit demselben Mitspieler.

Das Thema ist natürlich Geschmacksache; mir gefällt es gut, manch einem ist es dagegen zu obskur und anrüchig. Die Spielregel ist satte acht Seiten lang, jedoch reich bebildert und mit Beispielen versehen. Die Spielausstattung ist einwandfrei, Spielplan und –karten sind stimmungsvoll und ansprechend gestaltet.

Ein kleiner Wermutstropfen besteht darin, dass mir die Sonderaktionen von van Helsings Handlungskarten etwas stärker erscheinen als jene von Draculas Karten. Dieser Umstand kann bei zwei gleichwertigen Gegnern das Ergebnis doch beeinflussen und wertet das Spiel ein klein wenig ab. Der Spielspaß hat bis jetzt allerdings noch nicht darunter gelitten.

Gerhard Passler

Dracula von Michael Rieneck, 2 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 30-45 Minuten, Kosmos (2003).
Fotos: Kosmos (1), KMW (1)

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Weitere Infos über "Dracula":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:37 
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