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Spielbesprechung Euphrat & TigrisViel zu spät widme ich mich einem Spiel, das ich persönlich total klasse finde und das wir in unserer Spielerunde mit großer Begeisterung spielen. Mit Euphrat & Tigris prämierte der Deutsche Spielepreis wieder einmal zu recht ein hervorragendes Spiel und verteidigte damit seinen guten Ruf! Versetzen wir uns ins alte Zweistromland. Wer Pharao werden will, muß alle vier Klassen des Systems hinter sich haben: verloren hat daher am Ende der Spieler, der in der Klasse, in der er die wenigsten Siegpunkte gesammelt hat, den geringsten Betrag aufzuweisen hat. Es geht also um Siegpunkte, in den vier Schichten der ägyptischen Gesellschaft: König, Priester, Händler, Bauern. Für jede dieser vier Gruppen haben wir einen König, die anderen Spieler aber auch: und in jedem Königreich kann natürlich nur pro Kaste ein König abkassieren. Königreiche bestehen aus "Zivilisationsplättchen" in den vier Gruppen, die senk- oder waagerecht nebeneinander auf den Spielplan gelegt werden. Legt man ein grünes Plättchen (Händler) an ein Gebiet mit einem grünen König, erhält der Besitzer dieses Königs einen grünen Machtstein. Gar nicht so kompliziert, wie es anfangs erscheinen mag. Spannend wird es schließlich enorm, denn es können sich ja Königreiche verbinden, und dann müssen eventuell zwei grüne Könige miteinander kämpfen. Auch kann ein anderer Mitspieler von außen eine feindliche Übernahme versuchen. Und außerdem gibt es da noch Monumente, die regelmäßig am Ende eines Zuges Siegpunkte sichern, und neutrale Punkte, die bei der Endabrechnung beliebig eingesetzt werden können... Jede Runde dürfen entweder zwei von fünf möglichen neue Plättchen auf das Spielfeld gelegt, alle fünf Plättchen bei der Bank ungetauscht, ein König neu ein- oder versetzt werden. Katastrophenplättchen vermiesen dem Gegner den Zug und bringen zusätzlich Würze in das Spiel, welches so zu einem herrlichen Geschacher wird. "Euphrat & Tigris" kann natürlich Freundschaften zerstören, und die Spieler müssen den Krieg lieben und Schlachten verlieren können; doch wer das Spiel gewinnen möchte, muß genau darauf achten, wo es sich lohnt, zu kämpfen und wo nicht. Schließlich bringen einem Unmengen blauer Siegpunkte gar nichts, wenn man eine der drei anderen Sorten gnadenlos vernachlässigt. Dann hat man schon sicher verloren. Wie gesagt, ein herrlich böses, unendlich spannendes, strategisches und abwechslungsreiches Spiel. Die Regeln sind gut erklärt und leicht verständlich, das Material gut und ansprechend gestaltet. Nur wer wirklich nicht verlieren kann, und allzu schnell in Wut gerät, sollte die Finger davon lassen, für alle anderen ist es ein Muß im Spieleschrank. Euphrat & Tigris von Reiner Knizia, Grafik: Doris Matthäus, 2-4 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 90 Minuten, Hans im Glück Verlag (1998) Michael Ziemons |
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| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:37 |
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