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Nachruf auf Alex Randolph

Nachruf auf Alex Randolph

Alex Randolph starb am Abend des 27. April, nur eine Woche vor seinem 82. Geburtstag, in seiner Wahlheimat Venedig. Sein Tod lässt nicht nur Anhänger seiner Spiele trauern.

Alex in Venedig


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Michel Matschoss, langjähriger Freund, Co-Autor des Spiels Sagaland und Geschäftsführer der Winning Moves Deutschland GmbH, schreibt:

Kaum einer hat wie er in den letzten 25 Jahren die Entwicklung des Spiels und die Rolle der Spieleautoren und damit die gesamte Spieleszene in Deutschland geprägt und beeinflusst. Als einer der erfolgreichsten Autoren weltweit hat er weit über 100 Spiele entwickelt und bei vielen Verlagen in aller Welt herausgebracht.

Alex RandolphAls einer der vier Gründer von Winning Moves hat Alex Randolph beharrlich und mit all seiner Erfahrung dazu beigetragen, dass sich Winning Moves Deutschland als Spieleverlag in Deutschland etablieren konnte.

Uns bleibt vor allem die Erinnerung an einen wunderbaren Menschen, der geprägt durch ein erlebnisreiches, ausgefülltes Leben mit seinem Charme die Menschen im Handumdrehen für sich eingenommen hat. Als er zuletzt nicht mehr nach Essen oder Nürnberg kommen konnte, spürten wir wie viele seiner Freunde, Kollegen und Zeitgenossen deutlich die Lücke, die durch seine Abwesenheit entstand.

So sehr wir in unterschiedlichem Grade Alex Randolph vermissen werden, so oft werden wir ihm in der Spielwelt noch lange Jahre in seinen Spielen und Ideen immer wieder begegnen und uns gerne an diesen außergewöhnlichen Menschen erinnern.


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Die Fachgruppe Spiel, in der zahlreiche deutschsprachige Spielverlage vereint sind, schreibt zum Tod von Alex Randolph:

Mit weltbekannten Spielen wie "Twixt", "Hol's der Geier", "Sagaland" und "Tempo, kleine Schnecke" war es Alex Randolph in über dreißigjähriger Schaffenszeit gelungen, Klassiker der Spielekultur zu schaffen und Generationen von Spielbegeisterten Freude und Entspannung zu schenken.

Alex RandolphKosmopolitisch wie seine Spiele war Alex Randolph auch selbst. Der 1922 in Arizona geborene US-Bürger wurde erzogen von einem österreichischen Kindermädchen, dem er seine exzellenten deutschen Sprachkenntnisse verdankte, und gebildet in einem Schweizer Internat, wo er sich auch noch die französische, spanische und italienische Sprache aneignete. Sieben Jahre lebte der Grandseigneur der internationalen Spielkultur in Japan, ehe er schließlich in seiner Wahlheimat Venedig sesshaft wurde.

Die gelebte Weltoffenheit des Alex Randolph drückt sich auch in der breiten Palette seines spielerischen Schaffens aus. Er ließ sich bis in sein höchstes Alter von einfachen, aber genialen Ideen für Kinderspiele ebenso begeistern wie von anspruchsvollen Erwachsenenspielen.

Die Mitglieder der Fachgruppe Spiel trauern um einen der bedeutendsten Spieleautoren der Neuzeit, um einen faszinierenden, geistreichen Menschen und um einen liebenswerten Freund.


Die Spieleautorenzunft (SAZ) trauert um ihren Ehrenzunftmeister:

Mit der Berufung zum Ehrenzunftmeister vor drei Jahren hat die SAZ Alex Randolph für sein unvergleichliches Engagement in der Welt der Spiele und für den Beruf des Spieleautoren geehrt.

Randolph war und ist Vorbild für viele junge Spieleautoren und -autorinnen, die ihn und seine Spiele für immer im Gedächtnis behalten werden. Wir werden ihn vermissen.


Der Friedhelm Merz Verlag schreibt in seinem Nachruf:

Der Tod von Alex Randolph hat uns tief berührt. Als Veranstalter der Internationalen Spieltage in Essen hat er uns und diese "Institution", wie er sie liebevoll nannte, von Anfang an eng begleitet.

Er hat Medien und Besuchern durch seine Begeisterung für Spiele, "diese kleinen Luxusgüter, die vielleicht die kleinsten, aber im Sinne ihrer Nicht-Nützlichkeit die reinsten sind" (Alex), die Schönheit von Spielen vermittelt und uns alle mitgerissen. Durch seine wunderbare Art, sein Zuhören, seine Tiefsinnigkeit, seinen Charme und seine Erfahrung ist er im Laufe der Jahre für Spieler, Autoren, Verlage und eine ganze Szene selbst zu einer Institution geworden.

Wir werden ihn sehr vermissen, seine unnachahmliche Sprache, die Poesie seiner Worte und nicht zuletzt den guten Freund.

In Liebe
Rosemarie Geu und Dominique Metzler
(Veranstalter Internationale Spieltage SPIEL)


Rosemarie Geu, Alex Randolph, Dominique Metzler, Herbert Feuerstein
bei der Ehrung für Alex zum 75. Geburtstag auf der SPIEL '97


Die privaten Fotos hat uns freundlicherweise Johann Rüttinger zur Verfügung gestellt, auch er ein langjähriger enger Freund von Alex. Der Verlag Drei Magier Spiele, den Rüttinger gemeinsam mit Kathi Kappler betreibt, ist untrennbar mit dem Namen Alex Randolph verbunden. Mit Alex' Spiel "Venice Connection" begann die Verlagsgeschichte vor einer Dekade, mit seiner "Rüsselbande" erlebt er gerade einen seiner größten Erfolge. Seit Monaten arbeitete man gemeinsam an einem Buch über Alex Randolph, der die Veröffentlichung nicht mehr erleben durfte.

Alex und Gertrud
Alex und seine Frau Gertrud


Weitere Links zu Alex Randolph:
Zur Erinnerung an Alex - Auszüge aus dem Buchmanuskript "Die Sonnenseite - Fragmente aus dem Leben eines Spieleerfinders" (Drei Magier Verlag) [nicht mehr online]
Kondolenzliste bei der Venice Connection
Interview mit Alex Randolph (KMW, Pöppel-Revue, 1988)
Interview mit Alex Randolph (Uli Geißler, spielbox, 1995)
Interview mit Alex' Freund Herbert Feuerstein auf GAMEMOB.DE
Nachruf bei GAMEMOB.DE
Rückblick: Die Glückwünsche zum 80. Geburtstag


© Copyright für die Fotos: Drei Magier Verlag (4), Friedhelm Merz Verlag (1)

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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:37 
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