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Spielbesprechung Zug um Zug - Das Kartenspiel |
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Ähnlichkeiten zu den älteren Geschwistern sind unverkennbar, auch wenn beim Kartenspiel selbstredend kein Spielplan vorhanden ist. Die Karten zeigen aber wieder verschiedene Waggons und Lokomotiven (Joker) im leicht veränderten Design. Auch die Zielkarten lassen die Verwandtschaft zu den Geschwistern erkennen. Letztere sind allerdings spieletechnisch etwas anders zu handhaben. Insgesamt sind die Karten selbst noch von gewohnt guter Qualität. Nur bei der Gestaltung der Joker sind dem sonst überzeugenden Julien Delval offenbar die Lust oder die Ideen ausgegangen. Die Vor- und Rückseite der Joker tragen dasselbe Lokomotivenmotiv und ist daher nur durch die bunten Kreise an der Oberseite der Karte zu differenzieren.Die Rückseite aller Waggonkarten ist mit Farbkreisen in einem Violett gekennzeichnet, welches dem Violett der Waggonfarbe selber zum Verwechseln ähnlich sieht. Es ist kaum zu vermeiden, dass man hier mal eine Karte versehentlich verkehrt herum einsortiert. Bei der Spielregel muss man keine Abstriche machen. Sie ist mit drei (kleinformatigen) Seiten kurz genug, um das Spiel vollständig und verständlich darzustellen. Die Spieler versuchen, ihre Zielkarten durch das Auslegen und spätere Wiedereinsammeln von Karten, zu erfüllen. Dazu müssen sie für eine Zielkarte eine bestimmte Farbkombination an Waggonkarten sammeln. Diese Farbkombinationen sind auf den Zielkarten als bunte Punkte abgebildet. Wie gehabt: wer mit der Erfüllung seiner Zielkarten die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt. Abfahrt!Der Spielverlauf ist denkbar einfach: Jeder Spieler befindet sich zu Beginn seines Zuges in Phase eins desselben. Das bedeutet, er darf von seinen in den Vorrunden ausgelegten Karten (dem sog. "Verschiebebahnhof") einige in einen Stapel ablegen und damit sichern. Dieser Stapel wird "Unterwegsstapel" genannt. Danach befindet sich der Spieler sofort in Phase zwei, in der er entweder Waggonkarten nach dem bekannten Schema aufnehmen (sh. Rezensionen im sb-Archiv), neue Zielkarten nachziehen oder Karten aus der Hand auslegen darf. Beim Nachziehen von Aufträgen ist zu erwähnen, dass im Gegensatz zu den bisherigen Gepflogenheiten keiner der gezogenen vier Aufträge behalten werden muss. Das erleichtert natürlich zuweilen die Entscheidung.
Beim Auslegen von Karten hat der Spieler die Wahl, genau drei verschiedenfarbige Karten auszulegen, die auch nicht durch Joker ergänzt werden können oder eine beliebige Anzahl von Karten einer Farbe auszulegen, wobei auch Joker zum Einsatz kommen können. Einzige Einschränkung: Farben, die bereits bei anderen Spielern ausliegen, darf der Zugspieler nur dann auslegen, wenn er mehr Karten der Farbe auslegen kann, als bei seinem Gegenspieler bereits ausliegen. In diesem Fall muss der Gegenspieler seine Karten auf den Ablagestapel werfen; sie sind somit für ihn verloren. Auf diese Weise versuchen die Spieler, die Wege der Gegner zu durchkreuzen und eventuell dringend benötigte Karten auf's Abstellgleis zu führen. Einen Teil der so ausgelegten Karten kann der Spieler in seinem nächsten Zug (Phase 1) dann einsammeln - wenn sie dann noch da liegen. Genauer gesagt, sammelt er von jeder vor sich ausliegenden Farbe eine Karte ein und sichert sie in seinem Unterwegsstapel. Diesen darf man während des gesamten Spiels nicht mehr einsehen! Das geht so lange, bis der Nachziehstapel der Waggonkarten einmal (im Spiel zu zweit/dritt) bzw. zweimal (bei vier Spielern) aufgebraucht ist. Danach endet das Spiel. MastermindZug um Zug - Das Kartenspiel bringt ein wenig von der Idee mit, die hinter den Brettspielen steckt. Der Wiedererkennungswert ist durch die Kartensystematik grob gegeben. Die Nutzung von Strecken entfällt natürlich und wird auch durch das Erfüllen von Zielkarten nicht kompensiert. Der große Vorteil liegt für Freunde der Familie auf der Hand: sie können ihre Lieben jetzt auch auf Reisen ohne viel Platzbedarf dabei haben.
Etwas angenehmer ist es im Spiel zu dritt, hat man dann doch in der Regel weniger erfüllte Zielkarten. Überschaubar wird es aber erst zu viert, da so eine echte Chance besteht, die Zielkarten und den Erfüllungsstand im Auge bzw. Kopf zu behalten. Nachdem der Nachziehstapel das erste Mal durchgespielt wurde, wird eine Zwischenabrechnung gemacht, und man beginnt (fast) bei Null. Das erleichtert die Aufgabe ungemein. Zug verpasstSchließlich gibt es auch bei der Endabrechnung noch Bonuspunkte einzuheimsen: wer mit seinen erfüllten Zielkarten in bestimmten Großstädten am häufigsten vertreten ist, erhält den jeweils ausgeschriebenen Bonus. Das gilt für sechs Städte. Wie soll es aber möglich sein, sich bewusst den Bonus für eine oder mehrere bestimmte Städte zu sichern, wenn man sowieso kaum nachvollziehen kann, welche Aufträge man überhaupt erfüllt hat? Alles in allem kann dieses neue Familienmitglied nicht richtig überzeugen. Die Mängel im Design und das Gefühl, bei einer Zweier- und (mit Einschränkungen) einer Dreierpartie gespielt zu werden, sind leider nicht zu verleugnen. Das überlagert bedauerlicherweise auch die Tatsache, dass das Spiel durchaus gute Ansätze hat: insbesondere die Möglichkeit der Interaktion, des taktischen Vorgehens bei der Auslage der Karten und ein sich doch aufbauender Spannungsbogen hätten einen Platz in der Erbfolge der Familie verdient. An die Spannung einer Brettspielpartie kommt man aber leider nicht heran. Und so kann man Zug um Zug - Das Kartenspiel eigentlich nur einer Viererrunde empfehlen. Zug um Zug - Das Kartenspiel von Alan R. Moon, Grafik/Illustrationen: Julien Delval, 2-4 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer 30 Minuten, Preis ca. 13,00 EUR, Days of Wonder (2008) Axel Bungart |
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| Letzte Änderung: 15.09.2008 14:06 |
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