Spielbesprechung

Carat

CaratDer Name des Spiels verrät es bereits: Es geht um hochkarätiges - genauer, um Diamanten. Die sind allerdings nur Mittel zum Zweck, um Wertungssteine zu "erobern". Jene werden zu Beginn des Spiels nach Belieben auf den dafür vorgesehenen Feldern verteilt. Die Verteilung ist also in jeder Partie eine andere. Dann sucht sich jeder Spieler noch aus, mit welcher Diamantenfarbe er spielen will und es kann losgehen.

Die Diamanten sind auf achteckigen Pappkärtchen abgebildet. Auf jedem Kärtchen gibt's gleich vier Diamanten, jeweils einen in den vier Farben. Alle Diamanten einer Karte habe dieselbe Karatzahl; insgesamt reicht das Spektrum von 1 bis 6. Von diesen Kärtchen hat jeder immer eines auf der Hand - keine große Auswahl also, doch immerhin hat er auf diese Weise eine Runde lang Zeit sich zu überlegen, wo und wie er sein Kärtchen ablegt.

Der erste Spieler darf sein Kärtchen beliebig plazieren (nur nicht auf einem der Randfelder). Danach muß in jedem Fall angelegt werden. Sobald ein Wertungsstein vollständig von Diamanten umschlossen ist, hat ihn irgendjemand erobert. Wer ihn bekommt, hängt davon ab, wer die größten Klunker, also die meisten Karat in seiner Farbe drumherum liegen hat. Wie viele Punkte er gutgeschrieben bekommt, wird bestimmt vom Wert des Wertungssteins und der Anzahl der Diamantenfarben, die drumherum liegen.

Carat SpielbrettZu abstrakt? OK, zum Mitmeißeln hier ein Beispiel: Ein 5er-Wertungsstein ist auf allen vier Seiten von Diamanten umzingelt: Rot hat einen Diamanten von 4 Karat, Gelb hat zwei mit 2 und 3 Karat, Blau einen mit 2 Karat. Damit hat Gelb die meisten Karat gelegt und erobert den Wertungsstein. Dieser zeigt 5 Punkte; 3 Diamantenfarben liegen drumrum, also bekommt Gelb 15 Punkte. Alles klar?

Patten sich zwei Farben aus, ist der nächstfolgende Spieler der glückliche Gewinner. Auf diese Weise kann sogar jemand die Punkte gutgeschrieben bekommen, der gar keinen Diamanten in der Umzingelung liegen hat.

Häufig genug steckt man im Dilemma: Wohin lege ich denn nun das Kärtchen und vor allem: Wie herum drehe ich es denn, um möglichst viele Punkte zu bekommen? Mit dem Kärtchen, das ich lege, kann ich meinen Diamanten immer nur an einen Wertungsstein legen - und verschaffe damit gleichzeitig den anderen Spielern einen Anspruch auf andere Wertungssteine. Irgendwie gemein ausgedacht!

Wer nur zu zweit ist, kann eine Variante ausprobieren, bei der jeder Spieler mit zwei Diamantenfarben spielt. Dann wird Carat zum Hirnverzwirner.

Carat kam zunächst als Eigenproduktion bei db-Spiele heraus. Queen-Games hat am Spielablauf und -thema nichts verändert, das Material aber optisch wunderschön aufpoliert.

Carat von Dirk Henn, 2 - 4 Spieler, Queen-Games (1998), Preis ca. DM 45,00

KMW

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