Spielbesprechung
Die Urfassung der Siedler von Catan läßt sich dritt oder viert spielen, mit Hilfe des Ergänzungssets können mittlerweile auch 5 oder 6 Spieler Catan besiedeln. Was bisher fehlte, war eine Version für 2 Spieler. Die kommt nun zu den Internationalen Spieltagen in Essen auf den Markt. Was sich Klaus Teuber dazu hat einfallen lassen, ist nicht nur eine Variante oder ein Ergänzungsset geworden, sondern ein eigenständiges Spiel!
Gespielt wird mit 110 quadratischen Kärtchen, aus denen jeder Spieler sein Fürstentum auf- und ausbaut. Sie zeigen Straßen, Siedlungen, Städte, Landschaften mit den dazu passenden Rohstoffen, Ausbauten für die Orte sowie Aktionen und Ereignisse.
Die Ausgangslage ist für beide Spieler gleich. Jeder hat sein eigenes Fürstentum, das aus zwei Siedlungen besteht, die durch eine Straße miteinander verbunden sind. Jede Siedlung ist von vier Landschaften umgeben. Wie das Ganze aussieht und wie mit dem Material gespielt wird, sehen Sie, wenn auf unserer Foto-Seite.
Wer am Zug ist, würfelt. Ein Symbolwürfel bestimmt, welches Ereignis eintrifft, ein Augenwürfel, welche Landschaften einen Rohstoff produzieren. Beides betrifft beide Spieler. Danach hat der Spieler am Zug die Wahl: Er kann Aktionskarten aus der Hand ausspielen, Straßen, Siedlungen oder Städte bauen und mit dem Mitspieler um Rohstoffe feilschen.
Die Fürstentümer dehnen sich nach rechts und links auf dem Spieltisch aus. An eine Siedlung muß immer eine Straße anschließen, an eine Straße immer eine Siedlung. Beide kosten Rohstoffe, die von den Landschaften abgezogen werden. Wie viele Vorräte vorhanden sind, ist am Rand der Landschaftskarten abzulesen. Ändert sich die Anzahl, wird das entsprechende Kärtchen gedreht.
Gegenüber dem Grundspiel gibt es im Kartenspiel Gold als zusätzlichen Rohstoff, das dazu benutzt wird, fehlende Rohstoffe im Verhältnis 3:1 "einzukaufen". Dieser Kurs gilt auch für alle anderen Rohstoffe. Wer die entsprechenden Häfen baut, kann den Kurs auf 2:1 verbessern.
Häfen (im Kartenspiel heißen sie Flotten) gehören zu den Ausbauten, die an Siedlungen und Städte angelegt werden können. Manche dieser Ausbauten sind ausschließlich an Städten möglich. Auch sie müssen mit Rohstoffen bezahlt werden. Manche bringen zusätzliche Siegpunkte, manche bringen Handelspunkte, die zu zusätzlichen Rohstoffen verhelfen können, manche erhöhen die Rohstoffproduktion benachbarter Landschaften oder schützen gegen Raub.
Drei Aktionskarten hält jeder Spieler auf der Hand (manchmal auch mehr, wenn er in seinem Fürstentum bestimmte Ausbauten errichtet hat). Am Ende seines Zuges füllt er die verbrauchten Karten wieder auf. Dazu zieht er Karten von verdeckt liegenden Stapeln. Er kann aber auch Rohstoffe investieren, um sich aus einem der Stapel eine Karte auszusuchen.
Auch im Kartenspiel geht es darum, als Erster eine bestimmte Zahl von Siegpunkten zu erreichen. Sie werden auf vielfältige Weise gewonnen, zum einen durch Siedlungen und Städte, aber auch durch Ausbauten, Ritter und Handelspunkte.
Dies ist in groben Zügen der Spielablauf. Wer das Grundspiel kennt, wird viele Spielelemente wiederfinden. Und doch ist das Kartenspiel ein völlig anderes Spiel. Es gibt mehr Glücksfaktoren als im Grundspiel. Zum Beispiel durch den Ereigniswürfel, der zu Beginn eines Zuges geworfen wird und der unter anderem bestimmt, ob ein Räuberüberfall oder ein Ritterturnier stattfindet oder eine Ereigniskarte gezogen wird. Aber auch durch die Karten, die jeder aus der Hand spielen kann. Hier allerdings hat jeder die Möglichkeit, sich durch den Einsatz von Rohstoffen ganz bestimmte Karten zu verschaffen. Da in den Kartenstapeln nicht nur Ausbau-, sondern auch Aktionskarten liegen, ist für Überraschungsmomente und Interaktion gesorgt. Der höhere Glücksfaktor wirkt in keiner Weise störend.
Die Grafik besorgte diesmal - anders als im Grundspiel - Franz Vohwinkel. Und dabei hat er sich selbst übertroffen. Alle Karten wurden mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet.
Was das Spiel betrifft, kann's nur eine Empfehlung geben: Kaufen!
Zur Messe in Nürnberg 1997 wird's übrigens eine Turnier-Erweiterung zum Kartenspiel geben mit zusätzlichen Karten. Jeder Spieler braucht dann sein eigenes Basis-Kartenspiel. Aus beiden Kartenpaketen wählt jeder seine Aktions- und Ausbaukarten, mit denen er gegen die Kartenauswahl des Gegners antritt. Mit einer großen Mauer wird feindlichen Spionen das Leben schwergemacht. Zollstationen und Kaperflotten mehren den Reichtum. Mit Universitäten werden Buchdruck und Dreifelder-Wirtschaft neu erfunden. Burgfräuleins setzen gegnerische Ritter matt... Welche Spielmöglichkeiten die Turnier-Erweiterung sonst noch bringt, erfahren Sie, sobald wir nähere Einzelheiten wissen.
Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel von Klaus Teuber, 2 Spieler, Verlag: Kosmos
KMW
Michael Mette, der eine eigene Spielegalerie im Netz betreibt, schlägt folgende Varianten für das Siedler-Kartenspiel vor:
Da die Goldflüsse im Spielwert gegenüber den anderen Geländen etwas schwach sind, ist folgende Regeländerung interessant:
Material:
Der dritte Spieler erhält als Grundaufstellung folgende Landschaftskarten aus dem zweiten Kartensatz:
[1] Holz, [2] Lehm, [3] Gold, [4] Getreide, [5] Erz, [6] Wolle.
Betrifft eine Ereignis- oder Aktionskarte einen Gegner , so wählt der aktive Spieler einen seiner Mitspieler aus. Ausnahme: Bürgerkrieg. Hier wählt jeder Spieler bei seinem linken Nachbarn ein Ziel aus.
Es gilt die Goldrausch-Regel.
Der Räuber schlägt erst ab mehr als 8 Rohstoffen zu.
Der Besitz des Kolosses von Catan bricht ein Patt bei der Bestimmung der größten Ritter- bzw. Handelsmacht.
Material:
2 komplette Kartensätze
Je zwei Spieler spielen mit den Karten eines Kartensatzes und können nicht auf den anderen Satz zurückgreifen, so daß zwei Reihen an Ressourcen ausliegen.
Ausnahme: Es wird nur mit einem Stapel Ereigniskarten gespielt. Der zweite wird aus dem Spiel entfernt.
Beim zweiten Kartensatz wird der Landschaftsstapel aus den Wappenkarten gebildet und die Karten des eigentlichen Landschaftsstapels wie folgt zur Grundaufstellung des 3. & 4. Spielers genutzt:
Der dritte Spieler erhält folgende Landschaftskarten:
[1] Holz, [2] Lehm, [3] Gold, [4] Getreide, [5] Erz, [6] Wolle.
Der vierte Spieler erhält folgende Landschaftskarten:
[1] Lehm, [3] Getreide, [4] Erz, [5] Wolle, [6] Holz.
Das [2] Gold, wird durch den [1] Goldfluss aus dem zweiten Wappensatz ersetzt, hat aber den Wert [2].
Betrifft eine Ereignis- oder Aktionskarte einen Gegner, so wählt der aktive Spieler einen seiner Mitspieler aus. Ausnahme: Bürgerkrieg. Hier wählt jeder Spieler bei seinem linken Nachbarn ein Ziel aus.
Der Räuber schlägt erst ab mehr als 9 Rohstoffen zu.
Der Besitz des Kolosses von Catan bricht ein Patt bei der Bestimmung der größten Ritter- bzw. Handelsmacht. Ist der erste Koloss gebaut, wird der zweite aus dem Spiel entfernt, sobald er sich auf der Hand eines Spielers befindet. Dieser darf sich dann sofort eine neue Ausbaukarte aus einem beliebigen Stapel aussuchen.
Lang <nc-langfr@netcologne.de> 30.07.2000 15:32
Mit einer Freundin spiele ich seit 2 Jahren allwöchentlich das Kartenspiel, wobei wir uns inzwischen nicht mehr an die vorgeschriebenen Regeln
z.B. Aussuchen der Karten halten. Wir haben eine eigene
Art gefunden, das Kartenspiel interessant und spannend zu spielen.
Wen`s interessiert, melde sich.
Jens Sladek <sladek@gmx.de> 12.10.2000 11:23
Das Siedler-Kartenspiel mit seinen Erweiterungen ist wohl das beste 2-Spieler-Kartenspiel, das mir untergekommen ist. Wer, wie ich, vom Siedler-Fieber befallen ist, aber nur selten die erforderlichen 3 oder 4 Leute zum Spielen des Originals zusammenbekommt, findet mit dem Kartenspiel eine sehr gute Alternative. Bereits mit der Grundversion ist der Spielspaß für einige Zeit gesichert. Es gilt, verschiedene Strategien zu testen. Konzentriere ich mich auf den bloßen Ausbau meines Reiches und damit auf die Siegpunkte? Oder bringt mir die Rittermacht Vorteile? Oder ist es besser, wenn ich die größte Handelsmacht besitze? Alle Wünsche kann man natürlich nicht erfüllen. Ritters- und Handelsmacht sollte man jedoch keinesfalls ganz vernachläsigen, weil sonst das Würfelglück oft gegen einen entscheidet und man eigene Rohstoffe verliert bzw. dem Gegner die geschenkten Rohstoffe überläßt. Wer die Karten des Basisspiels auswendig kennt, findet in den Erweiterungssets neue, interessante Karten. Spannend ist dabei, daß sich teilweise Karten eines Ergänzungssets prima gegen bestimmte Karten eines anderen Ergänzungssets einsetzen lassen. Dies läßt sich mit den Turnierregeln am besten ausnutzen. Auch die Möglichkeiten dem Gegner zu schaden (z.B. durch Zerstörung von Stadtausbauten, das Belegen von Bausplatz im gegnerischen Reich oder das Überlaufen von Rittern) werden mit den Zusatzsets vielfältiger. Das Zusatzset Zauberer und Drachen bereichert die Welt von Catan um Magie. Allerdings macht es nur Sinn, wenn man die zum Sieg nötigen Punkte auf 14 oder 15 erhöht. Ansonsten werden diese neuen Karten kaum eingesetzt werden, da ihre Kosten einfach zu hoch sind.
Wer Strategiespiele mag, öfter mal nur zu zweit spielt und sich nicht an einer nicht zu unterschätzenden Glückskomponente stört, findet im Siedler-Kartenspiel ein tolles Spiel für viele Stunden.
Stephan Leinhäuser <stephan@das-leinhaus.de> 12.10.2000 13:02
Das Kartenspiel der Siedler von Catan ist wohl das mit Abstand von mir in den letzten zwei Jahren am häufigsten gespielte Spiel. Nicht nur, dass es ein unglaublich schön gestaltetes Spiel ist (Franz Vohwinkel), auch der Spielmechanismus und die Spieltiefe sind erstaunlich gelungen. Mit den Themen-Sets, die als Erweiterung erhältlich sind, wird das Spiel noch abwechslungsreicher und damit nie langweilig.
Aber trotz der gebotenen Vielfalt haben wir uns noch neue Karten und neue Themen-Sets ausgedacht, die wir anderen begeisterten Siedler nicht vorenthalten möchten (www.das-leinhaus.de). Ich hoffe, das es für dieses Spiel ab und zu auch von Kosmos wieder eine neue Erweiterung geben wird, denn ich bin quasi KartenSiedel-süchtig.
Ein Superspiel, Stephan
Frans Ort <f.z.ort@hccnet.nl> 07.12.2000 09:43:
Sorry for writing in English, but my german is rather bad, I'm afraid...
First of all I would like to be one of the thousands of admirers of the Colonists-game. In our family we are playing it four or five times a week.
We lately bought the five extra-sets of cards to assure us of more excitement. But some of the cards do have a great result although they are quite "cheap". For instance, the great harbour: enormous result, little price. We changed some of those cards in price: doubling the costs.
A second change is that we are playing with three dices: two dices for numbers and ond with the "happenings". It's going faster, it's more fun, because you can build sooner...
Well, that's it.
Goodbye and merry Christmass.
Frans Ort