Spielbesprechung

Schnäppchenjagd

Ein Kartenspiel von Uwe "Bohnanza" Rosenberg

CoverSchnäppchenjagd ist ein Stichspiel um allerhand Trödel aus dem täglichen Leben. Dinge, die man braucht oder vielleicht auch irgendwann mal brauchen kann - oder auch nicht. Dabei ist "Stichspiel" eigentlich nur die halbe Wahrheit.

Das Kartendeck besteht aus 6 Kartensätzen; jede Farbe ist zweimal von 1 bis 9 durchnumeriert. Dazu kommen noch zwei Managerkarten. Ein Teil der Karten wird für die erste Runde verteilt, der Rest kommt erst in der nächsten Runde ins Spiel.

Aufgrund seiner Handkarten entscheidet sich jeder Spieler, auf welches Schnäppchen er für's erst Jagd macht, das heißt, welchen Kartenwert er sammelt. Eine Karte dieses Wertes legt er - in irgendeiner Farbe - offen vor sich auf den Tisch. Damit eröffnet er seinen "Schnäppchen"-Stapel. Das passiert nur in der ersten Runde, denn der Schnäppchen-Stapel wächst nun von Runde zu Runde.

Nun beginnt ein beinahe ganz normales Stichspiel. Farbe muß bedient werden und es gibt zunächst mal keinen Trumpf. Wenn ein Spieler nicht bedienen kann, spielt er eine andere Farbe und entscheidet dabei, ob dies Trumpf oder eine Fehlfarbe sein soll. Ganz klar: Wenn ein Spieler eine Farbe einmal zur Fehlfarbe erklärt hat, kann der nächste diese Entscheidung nicht mehr umstoßen und Trumpf daraus machen. Umgekehrt natürlich auch nicht. Diese Entscheidung, welche Farbe Trumpf ist, fällt von Stich zu Stich neu.

Nebenbei sei erwähnt, daß jede Karte doppelt im Spiel ist. Fällt ein Zwilling im selben Stich, entscheidet der ausspielende Spieler, ob die zweite Karte über oder unter der ersten liegt. Und die Manager sind so eine Art Supertrumpf.

Die höchste Karte gewinnt den Stich. Und was fängt der Gewinner mit den Karten an? Enthält der Stich Karten mit seinem persönlichen "Schnäppchen", so legt er diese auf seinen Schnäppchenstapel. Das sind später für ihn Pluspunkte. Alles andere ist "Krimskrams" und kommt auf seinen Krimskramsstapel; dieses Zeug kann er - zunächst jedenfalls - nicht gebrauchen, und wenn er's nicht mehr los wird, dann sind das Minuspunkte.

Doch wenn alle Karten für das Stichspiel ausgespielt sind, schaut sich jeder seinen Krimskramsstapel an. Ein einzelnes Objekt, das heißt einen Kartenwert, kann er abstoßen und auf einen gemeinsamen "Abfallhaufen" werfen. Hat er besonders viele Karten davon, braucht er nur einen Teil abzustoßen, den Rest kann er in Schnäppchen umwandeln und offen auf seinen entsprechenden Stapel legen. Damit hat er nun gleichzeitig für die nächste Runde ein neues Objekt der Begierde deklariert, einen neuen Kartenwert, den er sammeln will.

Der Abfallhaufen wird unter den Reststapel gemischt, dann werden die Karten für die nächste Runde ausgeteilt. Wobei nun Schnäppchen- und Krimskramsstapel weiter anwachsen. Damit ergeben sich am Ende der folgenden Runde weitere Möglichkeiten, Krimskrams in Schnäppchen umzuwandeln, denn von zunächst nur einzeln vorhandenen Objekten haben sich inzwischen vielleicht mehrere Exemplare angesammelt.

Je nach Spielerzahl endet das Spiel nach 4 oder 6 Runden. Am Schluß werden die beiden Kartenstapel gezählt. Jede Schnäppchenkarte bringt einen Pluspunkt, jede Krimskramskarte einen Minuspunkt, beides ohne Rücksicht auf den Kartenwert. Wer das beste Ergebnis erzielt, gewinnt.

Schnäppchenjagd von Uwe Rosenberg, 3 und 4 Spieler, Queen Games, Preis ca. 15 DM

KMW

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