Spielbesprechung

Twins

Doppelt hält besser, meint ein altes Sprichwort. In diesem Kartenspiel von Reiner Knizia läuft ohne "Doppel" gar nichts.

Vor dem Spiel werden an jeden Spieler 8 Karten ausgeteilt. Das reicht für 4 Runden, denn in jeder Runde werden 2 Karten auf einmal ausgespielt. Allerdings kann jeder zu Beginn des Spiels noch 2 dazu kaufen (und wird das in der Praxis auch tun), um sein Blatt zu verbessern.

Der Ausgang der Runde hängt von dem ausgespielten Doppel ab: "Twins" (gleiche Zahlen einer Farbe), "Pairs" (gleiche Zahlen unterschiedlicher Farben), "Farben" (Karten gleicher Grundfarbe) und "Singles" (der ganze Rest) bestimmen die Rangfolge.

Als "Cashkarten" deklarierte Info-Karten verraten, um was überhaupt gespielt wird. Das nämlich variiert von Runde zu Runde. In den ersten beiden Durchgängen bezahlen die letzten oder kassieren die ersten Spieler. In der 3. Runde entscheidet sich, ob jemand ausscheidet. Und in der letzten schließlich kassiert allein der Gewinner der Runde den ganzen Pott.

Spätestens in der drittten Partie merkt auch der letzte Spieler, worauf es ankommt. Die ersten beiden Runden sind nur Vorgeplänkel; wichtig ist es, die 3. Runde zu überleben, um dann im Finale dabei zu sein und vielleicht zu gewinnen.

Damit ist die Taktik klar und die Karten werden entsprechend vorsortiert. Allein die Entscheidung, ob die besten Karten in der 3. oder 4. Runde gespielt werden, will gut überlegt sein. In den Runden selbst gibt's nichts zu überlegen, da verdeckt ausgespielt und erst aufgedeckt wird, wenn alle Karten auf dem Tisch liegen.

Über den Ausgang des Spiels entscheidet allein die Kartenverteilung. Wer schlechte Karten hat, dem helfen auch Bluff und Taktik nicht weiter. Und so ist Twins für jene Spieler, die gern mit Überlegung spielen, etwas enttäuschend.

Twins von Reiner Knizia, Amigo, 3-6 Spieler, ab 12 Jahren.

KMW

Andere Meinungen...

...Leider bin ich nicht ganz Deiner Meinung, was die Taktik in diesem Spiel angeht.

So kann es manchmal durchaus sinnvoll sein in einer Runde eine Schadensbegrenzung durchzuführen. D.h. man erkennt anhand der 8 Startkarten, daß es zu nichts führt, Karten nachzukaufen, und spielt sein höchstes Kartenpaar in der ersten Runde, das zweithöchste in der dritten Runde. Als "Gegentaktik" hat sich jetzt herausgestellt, daß die Summe der Verluste der ersten + dritten Runde genau mit dem Gewinn der zweiten Runde übereinstimmt. So kann man natürlich auch darauf spekulieren, daß man den Gewinn der zweiten Runde bekommt und dann natürlich seine schlechten in der ersten und dritten Runde spielt. Wenn jetzt wenig im Jackpot ist, ist es manchmal auch nicht sehr interessant, bis zum Ende dabeizubleiben. Dann sollte man lieber den Gewinn der zweiten Runde einstreichen und nicht in der ersten Runde verlieren. Also dort seine höchsten Karten einsetzen.

Meiner Meinung nach bietet das Spiel also viel mehr taktische Spielelemente, als es in Deiner Beschreibung herauskommt und es ist auf keinen Fall von so einfacher Spieltaktik, wie Du es erläutert hast. -- Sorry für die Kritik.

Klaus Singvogel

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