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Ausgesprochen schwierig zu beurteilen, da ich erst eine Partie einer der beiden Spielmöglichkeiten absolviert habe.
Material: Irre schön und irritierend mies.
 
- Box aus Holz mit "geschnitztem" Titel - keine Ahnung, wie die das hinbekommen haben. Sieht einfach nur gut aus. Dicht vollgepackt mit Material:
- 4 Glasfläschchen mit Korken, darin 60 Juwelen (Plastikedelsteine in geschickter Formgebung, die dadurch unregelmäßig aussehen). Superschön.
- 6 kleine Holzmarker in Spitzenqualität - aber auch in einer profanen Zip-Tüte. Naja.
- 66 Spielkarten, fast ausschließlich sprachunabhängig (die wenigen Begriffe in F/GB sind aber verständlich), relativ gute Qualität. Eher missglückte Illus, aber akzeptabel.
- Ein DIN A3 Faltblatt, leicht gebogen, damit es in die Kiste passt, beidseitig schreiend bunt mit Illus und mit eher missglückten deutschen Texten bedruckt. Auf recht dünnem Prospektpapier (etwas hochwertigere Poster, die Zeitschriften beigeheftet sind, sehen so aus). Ziemlich mies.
- Zwei Anleitungsfaltblätter, höchstwahrscheinlich bei einem Internetmassendrucker hergestellt, Optik und Qualität wie billige Werbeflyer, zum Teil mit 4- oder 5-Punkt-Schriften bedruckt und daher schwer lesbar. Schlecht organisiert, zum Teil falsch und über große Strecken in unzulänglichem Deutsch. Meiner Ausgabe lagen Erratae in Form zweier schief ausgeschnittener Fotokopien bei. Viel zur Klärung der Fragen, die sich beim Regelstudium auftun, trugen diese nicht bei. Furchtbar.
Spielvarianten: "Kombinationsversion" bzw. "Epische Version"
Kombinationsversion (ähnelt Bazaar):
Eine gerade Anzahl Spieler, 2, 4 oder 6, werden benötigt, die in 2 Gruppen gegeneinander spielen. Nur ein Teil des Spielmaterials wird gebraucht. Die Spieler haben Karten auf der Hand, die bestimmte Edelsteinkombinationen vorgeben, die es auf dem Spielplan nachzubilden gilt. Dazu werden Edelsteine ausgelegt oder verschoben, bis ein Spieler die dazu passende Karte ablegen kann, was Punkte bringt. Aufeinandertreffen gleichfarbiger Edelsteine auf dem Plan führt zu "alchemistischen Reaktionen", in deren Folge sich kettenreaktionsartige Veränderungen auf dem Spielplan ergeben können.
Ein erstes 2er-Spiel zeigt Potenzial: Mir hats gefallen, meine Frau fand es eher trocken, unsere Punktzahlen lagen nahe beieinander.
Ich denke, dass ein Gruppenspiel und größere Vertrautheit mit den Reaktionen zu sehr überraschenden Wendungen führen kann.
Kann bei entsprechenden Naturen zur Totanalyse führen.

Epische Version (ähnelt Schatten über Camelot):
Das komplette Material wird benötigt. Die Spieler (2 bis 6) bekommen zu Beginn geheime Rollen, die Ihnen das grobe Spielziel vorgeben: Entweder den König zu schützen oder ihn zu stürzen.
Auf dem Spielplan dieser Version gibt es verschiedene Punktanzeigen, die im Verlauf fallen und steigen - im Wesentlichen beeinflusst durch eine Karte, die in jeder Runde aufgedeckt wird, aber auch beeinflussbar durch die Spieler (die wiederum im wesentlichen Edelsteine sammeln, um Edelsteinkombinationen zu vollenden, was ihnen Eingriffe in die Geschehnisse auf dem Spielplan erlaubt).
Wer sich zu früh durch Handlungen gegen den König als Verräter offenbart, wird ins "Exil" geschickt und hat von dort nur noch beschränkte Handlungsmöglichkeiten.
Jedoch können alle Spieler durch bestimmte, von den Punktanzeigen unabhängige Handlungen Punkte sammeln - müssen dabei aber darauf achten, welches Ereignis das Ende des Spiels herbeiführt - Ereignisabhängig gibt es für bestimmte Spieler nämlich einen Batzen Bonuspunkte.
Klingt sehr spannend - insbesondere der Umstand, dass bis zu einem bestimmten Grad Kooperation angesagt sein muss - irgendwann müssen die einzelnen Fraktionen aber doch ihr wahres Gesicht zeigen.
Am Rande: Frauen (die, die ich kenne) bekommen bei Ansicht des Spiels sofort verklärte Blicke - es glitzert halt.
Vom Hersteller gibt es über dessen Webseite für teuer Geld auf Stoff gedruckte Spielpläne, die überarbeitet wurden (nicht wirklich schöner, aber etwas funktionaler).
Fazit: Zwei vermutlich richtig gute Spiele, wenn man sich durch die grauenhaften Regeln beißt und für einige Lücken, insbesondere im "Epischen Spiel", eine Hausregel beschließt. (Auch die englische und französische Fassung - über die Webseite - sind verwirrend und desorganisiert).
Astoria von Christophe Finas, Grafik: Guillaume Messager, 2-6 Spieler ab 14 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten, Preis ca. 26,40 EUR, Role et Stratégie (2006)
Michael Kröhnert Fotos: Role et Stratégie (3)
Diese Rezension wurde als "Erster Eindruck" am 29.08.07 in unserem Spielerforum gepostet. Dort finden Sie weitere, gelegentlich auch kontroverse Meinungen.
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