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PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum)

Chinesische Mauer


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ProduktfotoWir haben das Spiel jetzt zwei Mal gespielt, je einmal zu dritt und zu fünft. Jeder hat den gleichen Satz Karten, mit denen man sich am Bau der chinesischen Mauer beteiligen kann. Es stehen immer so viele Abschnitte zum Bau bereit wie Mitspieler (zu fünft aber auch nur vier). Zu gewinnen gibt es in jedem Abschnitt zwei zufällig aufgedeckte Siegpunktplättchen mit Werten zwischen 1 und 8.

Zu Beginn eines Zuges überprüft der aktive Spieler, ob er irgendwo mit seinen bereits abgelegten Karten die Mehrheit hat - ob also der addierte Kartenwert höher ist als jedes anderen Mitspielers an diesem Abschnitt. Dann erhält er eines der Plättchen (typischerweise das höhere - keine Ahnung, weshalb in der Regel steht, dass man sich eines aussuchen darf), darf es aber noch nicht zu sich nehmen, sondern nur auf einer eigenen Karte ablegen. Erst wenn auf dieselbe Art das zweite Plättchen vergeben wurde, dürfen der oder die Spieler sie zu sich nehmen. Als kleine Gemeinheit zählen die auf einer eigenen Karte liegenden Plättchen als Minuswert - es ist also keineswegs selbstverständlich, dass man in der nächsten Runde immer noch die Mehrheit hat und damit das zweite Plättchen ebenfalls einkassieren kann.

Im eigentlichen Zug darf man sich zweimal entscheiden, ob man eine Karte vom eigenen Stapel nachzieht, oder eine Karte (oder mehrere identische Karten) an einen Mauerabschnitt ausspielt.

Das Spiel endet, wenn entweder ein Spieler seine letzte Karte gelegt hat, oder alle Siegpunktplättchen vergeben wurden.

Die Karten für das Anlegen an die Mauerabschnitte zeigen Werte zwischen 1 und 3 - manche haben besondere Eigenschaften (decken andere Karten ab, oder führen dazu, dass nur die Kartenanzahl, nicht mehr deren summierter Wert, zählt etc.). Diese Art der Karten hat mich an Samurai von Knizia, erschienen bei Hans im Glück, erinnert, da auch dort jeder Spieler dieselben Voraussetzungen hat, die Karten aber in zufälliger Reihenfolge auf die Hand bekommt.

Das Auslegen mit der Wertung erst zu Beginn des nächsten eigenen Zuges erinnerte mich wiederum an Korsar von Knizia (Heidelberger Kartenspiel).

Insgesamt heisst es also einerseits gut haushalten, da man möglichst mit wenigen Karten an einem Abschnitt punkten möchte. Man darf sich nicht in Zweikämpfe verzetteln, die natürlich besonders bei der Konstellation 8 und 2 zu vergebener Punkte auftreten - bei 5 und 6 Punkten wäre der 2. Platz ja fast genauso lukrativ wie der erste. Zu sehr sparen darf man seine Karten auch nicht, denn wenn man zu Spielende noch Karten auf der Hand hält, hat man definitiv nicht effektiv gespielt.

Es handelt sich also auch um ein Mangelspiel, denn am liebsten würde man überall agieren, kann aber im Rahmen der 2 zur Verfügung stehenden Aktionen längst nicht an allen Brennpunkten mitmachen. Schliesslich muss man auch immer wieder Aktionen zum Kartennachziehen hergeben. Effektiv ist es, identische Karten zu sammeln, denn von diesen darf man beliebig viele an einen Bauabschnitt mit nur einer Aktion spielen.

Negativ aufgefallen ist mir die Spielregel. Diese ist nicht optimal aufgebaut und führt zu einigen Verwirrungen. Für die Positionierung des Spiels in der kleinen Schachtel ist dies fatal. Der Zugang zum Spiel wird deutlich erschwert - sowohl mein Mann als auch ich haben nach dem ersten Lesen der Regel sozusagen einige Fragezeichen über dem Kopf schweben gehabt. Beispielsweise wird immer nach hinten auf die Erklärung der Wertung verwiesen - nicht sehr lesefreundlich.

Insgesamt bietet das Spiel einen guten Spannungsbogen und erfordert eine geschickte Planung. Der Glücksfaktor ist ziemlich gering, da er sich auf das Aufdecken der Siegpunktplättchen, sowie die Reihenfolge des Nachziehens vom eigenen Kartenstapel beschränkt.

Chinesische Mauer von Reiner Knizia, 2-5 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten, Kosmos (2006), Preis ca. 9.99 €.

Kathrin Nos, 23.03.06

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Weitere Infos über "Chinesische Mauer":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:40 
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