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PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum)

Crazy Rally


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Story
Jeder Spieler versucht als Ralley-Fahrer möglichst schnell durch eine anspruchsvolle, zufällige Strecke zu kommen.
Man ist die Strecke bereits genau einmal im Vorlauf "gefahren". Doch nun beträgt die Sicht quasi "0"! Also heisst es, Erinnerungsvermögen, Gefühl und Nerven zu bewahren, um einerseits nicht zuviel Tempo zu verlieren, aber andererseits nicht die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren, was zu Blechschäden und schließlich sogar zum Totalausfall führen kann!

AutokarteSpielmaterial
Jeder Spieler erhält 6 Autokarten, welche jeweils drei Dinge benutzt werden können: Beschleunigen (+1 bis +3), Bremsen (-1 bis -3) und Ausstattung (s. Phase 1). Die restlichen Autokarten werden als verdeckter Nachziehstapel beiseite gelegt.
Dann gibt es noch 14 Streckenkarten, welche die erlaubte Maximalgeschwindigkeit (2 bis 13) angeben sowie die Schwierigkeit (1 bis 4) und die Gefährlichkeit (1 bis 4) des Abschnitts.

Spielablauf - natürlich nur das Prinzip
Das Spiel wird in drei Phasen abgewickelt:
1. Konstruktion seines Fahrzeugs
2. Vorlauf
3. Das eigentliche Rennen

1. Konstruktion
Jedes Fahrzeug wird durch drei Eigenschaften definiert:
1. Höchstgeschwindigkeit
2. Steuerung / Kontrolle
3. Robustheit / Zustand
Ohne Modifikation besitzt jedes Fahrzeug einen Wert von 7 für jede dieser Eigenschaften. Aus seinen 6 Handkarten wählt der Spieler drei Karten aus, deren Ausstattung (jeweils 2-3 Symbole für die o.g. Eigenschaften) er benutzen möchte. Die jeweilige Anzahl wird einfach zum Grundwert 7 addiert und das Resultat notiert.

2. Vorlauf
Die Streckenkarten werden gemischt und dann gehts los: Nach und nach werden die Karten aufgedeckt, so dass jede Karte etwa 5 Sekunden lang zu sehen ist. Dann wird der Kartenstapel umgedreht...
Hier heißt es, sich den Strekcenverlauf gut einzuprägen!

3. Das Rennen
3... 2... 1... Los!
Das Rennen beginnen die Spieler mit ener Geschwindikeit von 5 (notieren!)...
Für jede der 14 Streckenkarten führt jeder Spieler nun gleichzeitig folgendes durch:
1. Eine Autokarte nachziehen.
2. Eine Autokarte verdeckt auslegen, so dass die gewünschte Eigenschaft (beschleunigen oder bremsen) zur Tischmitte zeigt.
3. Alle Autokarten sowie die oberste Streckenkarte aufdecken.
4. Die Geschwindigkeitsänderungen (-3 bis +3) werden zur eigenen Geschwindigkeit addiert (notieren!).
5. Nun wird verglichen: Ist die eigene Geschwindigkeit maximal so hoch wie die Maximalgeschwindigkeit des Streckenabschnitts, ist alles OK. Ansonsten wird die Geschwindigkeitsdifferenz (zzgl. dem Schwierigkeitswert des Abschnitts) vom derzeitigen Kontrolle-Wert abgezogen (man verliert also langsam die Kontrolle über sein Fahrzeug). Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs wird automatisch auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit verringert (das Fahrzeug "schleift" an der Leitplanke ).
6. Verliert ein Spieler die Kontrolle über sein Fahrzeug (d.h. der Kontrolle-Wert ist "0" oder niedriger), so baut er einen Unfall. Die Gefährlichkeit des Streckenabschnitts wird vom derzeitigen Zustandswert abgezogen, die Geschwindigkeit wird auf "0" gesetzt, aber dafür bekommt der Spieler wieder die volle Kontrolle über sein Fahrzeug (alles notieren!).
7. Sobald ein Fahrzeug einen Zustandswert von "0" oder weniger hat, erleidet es einen Totalschaden und nimmt nicht mehr am Rennen teil.
8. Nun werden die resultierenden Geschwindigkeitswerte jedes Spielers aufaddiert (notieren!).
9. Falls es nicht die letzte Streckenkarte war: Weiter bei 1! ...

Spielende
Nachdem die letzte Streckenkarte ausgewertet worden ist, hat der Spieler mit der größten Geschwindigkeits-Summe (also mit höchster Durchschnittsgeschwindigkeit) gewonnen!
 

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StreckenkarteKommentar
Das Spiel macht einfach Spass! Zuerst denkt man vielleicht "och nee, ein Memory-Spiel", doch mit einem guten Gedächtnis ist man noch lange nicht der Sieger.
Es ist immer wieder ein Vergnügen zu sehen, wie die Rechnung nicht aufgeht und das Fahrzeug dadurch immer mehr ins Schleudern gerät. Manchmal kann ein absichtlicher Unfall (und damit die schnelle Wiedererlangung der Fahrzeugkontrolle) auch eine sinnvoller Zug sein.
Aber wehe, das Fahrzeug erleidet zuviel Schaden! Hier gilt es mal wieder, den goldenen Mittelweg zwischen Genie und Wahnsinn zu finden...

Oben nicht erwähnt habe ich übrigens noch weitere Finessen wie "Sprungschanzen" (bei denen die eigene Geschwindigkeit nicht unter dem angebenen Geschwindigkeitswert liegen darf) und Ereigniskarten.

Die obigen Phasen 1 und 2 können übrigens durchaus auch andersrum verlaufen, also erst der Vorlauf, dann die Konstruktion. Das hat den Vorteil, dass man sein Fahrzeug gezielter der Strecke anpassen kann. Allerdings ist die Pause zwischen Vorlauf und Rennen damit länger, was zu Lasten des Erinnerungsvermögen geht... Herrlich!

Was ein wenig umständlich ist: Man muss relativ viele Notizen machen, ständig ändern sich die aktuellen Werte der Fahrzeuge. Hier wäre es m.E. besser gewesen, aus diesem wunderschönen Kartenspiel ein kleines Brettspiel mit entsprechenden Anzeigemarkern zu machen.
Ich habe mir auch gleich via PC eine Spielübersicht mit Gesamt-Punktezähler und Balken für die diversen Fahrzeugeigenschaften auf einem DIN A4-Blatt ausgedruckt und ein paar Holzpöppel beigelegt. Damit wurde die Verwaltung gleich deutlich einfacher, so dass das Rennen viel zügiger verlief (nur noch max. 30 Minuten).

Bewertung
Leider ist das Kartenspiel mit 10 Euro (auf der Messe, in Italien ist es für 12 Euro im Handel) relativ teuer, auch wenn das Material (für Insider: Magic-Qualität!) sehr gut ist.
Trotzdem kann ich diesem schönen Spiel guten Gewissens meine Empfehlung aussprechen: Eine gesunde Mischung aus Glück, Memory, Taktik und viel Spielspass mit absolut angemessener Spielzeit! Gerne wird eine Revanche gefordert...

Multidimensionale Bewertung im Vergleich:
www.schwider.de/sp2003.htm

Resumee:
Unbedingt Kaufen! ...und dann eine Spielübersicht ausdrucken

Achtung
In der deutschen Spielregel fehlt ein wichtiger Satz (der im italienischen Original vorhanden ist): Dort wird unterschlagen, dass bei zu hoher Geschwindigkeit nicht nur der Schwierigkeitswert des Streckenabschnitts vom Kontrollwert abgezogen werden muss, sondern auch die Geschwindigkeitsdifferenz.
 

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Nachschlag


Heftiger Kirmestrubel und reichlich Bullenaugen-Genuss haben mich Folgendes vergessen lassen:

1. Das Spiel ist m.E. auch sehr gut zu zweit spielbar.

2. Auf meiner persönlichen WebSite ist ein Download (gezipptes Word-Dokument) zu finden, um aus dem (etwas rechenintensiven) Kartenspiel ein flottes Brettspiel zu machen:
http://www.schwider.de/spielhlp.htm

3. Hier noch ein paar Varianten:
a) Man kann den gleichen Kurs durchaus auch mehrere Runden durchfahren (gut für Schlechtmerker! ).
b) Ein Boxenstopp (einmal Aussetzen, Geschwindigkeit auf 0, Kontrolle auf Maximum) erhöht den Zustandswert um 3.
c) Zu später Stunde (wenn es mit dem Memorieren nicht mehr so klappt) macht auch "Crazy Rally Light" Spass: Die neue Streckenkarte wird vor den Autokarten aufgedeckt, so dass man nicht mehr völlig "blind" fahren muss.
d) (Bereits erwähnt, aber der Vollständigkeit halber): Das Auto erst nach dem Vorlauf konstruieren; Profis holen hier u.U. die entscheidenen Millisekunden raus!

Jost Schwider (sonst kein Freund von Rennspielen) www.schwider.de/spiele.htm - (Brett)Spiele und mehr...

Crazy Rally von Piero Cioni, Giovanni Melega, Grafik: Barbara Chies, Gianfranco Calvitti, 3-6 Spieler ab 12 Jahren, Spieldauer ca. 30-45 Minuten. Red Omega Studio (2003)
Fotos: Red Omega Studio

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Weitere Infos über "Crazy Rally":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:40 
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