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PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum) Die Säulen von Venedig |
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Was beim Öffnen der schön gestalteten Schachtel zuerst auffällt, ist die reichhaltige Ausstattung mit sehr viel Holzmaterial. Im Spiel enthalten sind:
Die Spielanleitung im Format DIN A4 besteht aus 4 Seiten, wobei die 1. Seite lediglich die Titelgrafik zeigt und auch die 4. Seite zur Hälfte aus Danksagungen besteht. Somit ist die eigentliche Spielanleitung bemerkenswerterweise nur 2 ½ Seiten lang. Spielaufbau Die Pfähle werden zunächst neben den Spielplan gestellt. Die Karten werden der Mitspielerzahl angepasst: Bestimmte Aktionskarten werden je nach einer auf den Karten rechts unten angegebenen Zahl abhängig von der Spielerzahl aussortiert. Die restlichen Aktionskarten werden gemischt und jedem Spieler 5 Aktionskarten als Handkarten ausgeteilt, außerdem erhält der Startspieler eine spezielle Startspielerkarte. Jeder Spieler erhält die 9 Pfahlmarker seiner Farbe und stellt 1 davon auf das Startfeld der Siegpunktleiste. Die Gondel wird irgendwo auf den Canale Grande gestellt. Alle Stadtteile werden in Stapeln sortiert und auf dafür vorgesehenen Vorratsfeldern auf dem Spielplan abgelegt. Jeder Spieler erhält 2 vorgegebene Stadtteile als eigenen Vorrat. Spielablauf Von den Aktionskarten, die jeder Spieler in der Hand hält, spielen alle Spieler immer eine Karte aus, welche zunächst verdeckt abgelegt und dann gemeinsam aufgedeckt wird. Beginnend mit dem Startspieler spielt dann jeder seine Aktionskarte aus. Anschließend werden alle ausgespielten Karten an den linken Nachbarn weitergegeben. Der Startspieler darf vor dem Beginn der Runde bei einem beliebigen Mitspieler blind eine Karte ziehen und gegen eine aus seiner Hand austauschen. Werden bestimmte Aktionskarten ausgespielt, wechselt auch der Startspieler. Grundsätzlich geht es bei "Die Säulen von Venedig" darum, zunächst Pfähle auf den Spielplan zu stellen und mit Pfahlmarkern der eigenen Farbe zu markieren. Auf diese Pfähle können sodann Stadtteile gebaut werden, was Siegpunkte einbringt. Siegpunkte erhalten aber auch die Spieler, deren Pfahlmarker überbaut werden. Dies kann ordentlich Punkte einbringen, oft mehr als das Bauen kleinerer Stadtteile. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen, die ich noch beschreiben werde. Das Spiel endet sofort, wenn alle 60 Pfähle auf dem Spielplan gestellt wurden. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat dann gewonnen. Die einzelnen "Venezianer" Der Ratsherr Der Pechtunker
Der Gondoliere
Der Advokat Der Saboteur Der Bettler
Mein Eindruck "Die Säulen von Venedig" zeichnet sich durch seine schöne Gestaltung und den leicht erlernbaren Spielablauf aus. Schon nach 5 Minuten des ersten Probespiels waren unserer Spielrunde die wesentlichen Spielabläufe vertraut, was uns einen lockeren "Drauflosspiel"- Eindruck vermittelte, der uns einerseits bei dem klassischen Thema etwas überraschte, aber sehr gut gefiel. Und doch mussten wir immer wieder interessante und teilweise knifflige Entscheidungen treffen. Auch die gleichartigen Karten unterscheiden sich alle etwas, so dass es zum Beispiel einen großen Unterscheid macht, ob ich einen Baumeister mit 4 oder mit 6 Steinen ausspiele. Allein der Umstand, dass ich meine ausgespielte Karte weitergeben muss, ist manchmal echt misslich. Denn das Ausspielen einer tollen Karte bedeutet, dass mein Nachbar diese Karte in der nächsten Runde besitzt. Außerdem überlegt man ständig, ob man eher kleinere Stadtteile baut, da dies leichter möglich ist und man so schneller zu Punkten kommt. Auch muss man so weniger "fremde" Pfähle benutzen und schenkt den anderen Spielern weniger Punkte für das Überbauen ihrer Pfahlmarker. Oder man versucht, große Stadtteile zu errichten, da diese viele Punkte einbringen und außerdem mehr Kanten haben, mit denen man durch passendes Anbauen zusätzliche Punkte erzielen kann. Besonders punkteträchtig sind Brücken, diese sind aber schwer zu bauen, da ihr mittleres Feld nicht über einem Pfahl gebaut werden darf. Auch der Gondoliere ist eine interessante Karte. Wer es schafft, sich länger auf der Gondel zu halten, kann dabei ordentlich Punkte einsammeln. Ich hatte irgendwie immer das Pech, dass keiner baute, wenn ich auf der Gondel saß, oder ich immer gleich wieder runtergeschmissen wurde. Besonders achten sollte man auf die Spielerreihenfolge: Wenn ich Letzter der Runde bin und viele freie Pfähle zum Bauen einladen, sollte ich bedenken, dass die anderen Spieler dies wahrscheinlich auch erkennen. Wenn ich den 4. Baumeister der Runde ausspiele, kann es sein, dass keine Pfähle zum Bebauen mehr übrig sein könnten. Auch die Karten Spekulant, Erfinder und Händler sorgten immer wieder für Heiterkeit: Entweder bei dem Spieler, der richtig auf die ausgespielten Karten der anderen spekuliert hatte, oder bei den anderen Spielern, wenn er sich verzockt hatte. In der ersten Partie hat uns das Spielende etwas überrascht. Aber schon im nächsten Spiel hatten wir das gut im Griff, weil jeder das herannahende Spielende gut erkennen kann, da man sieht wie viele Pfähle noch übrig sind. Der Führende wird natürlich versuchen, die verbliebenen Pfähle zu setzen, um so das Spielende herbeizuführen, während die anderen Spieler punkten wollen, ohne neue Pfähle auf den Spielplan zu setzen. Mit den Karten Saboteur, Advokat, Spekulant oder Händler lässt sich dies auch gut machen. Das Glück spielt bei "Die Säulen von Venedig" nur eine untergeordnete Rolle, etwa in Gestalt der bei Spielbeginn verteilten Aktionskarten, deren zufällige Verteilung sich aber auch nach wenigen Runden mit an den Nachbarn weitergegebenen Aktionskarten relativiert. Zwar kann man kaum mehrere Züge im Voraus planen, da man nicht genau weiß, welche Karten die anderen Spieler ausspielen werden. Aber ich persönlich sehe hierin keinen Nachteil, sondern die Aufgabe, aus der jeweiligen Spielsituation das jeweils Beste zu machen.
Fazit Außer völligen Spielemuffeln wird man aufgrund der ungewöhnlichen Optik des Spiels sicherlich die meisten Menschen zu einer Partie "Die Säulen von Venedig" begeistern können. Durch das überschaubare Regelmaß sowie eine nicht übertriebene, aber solide Spieltiefe – die sich durch einige Partien erst wirklich offenbart – hatten sowohl die Gelegenheitsspieler als auch unsere Stammbesetzung jedes Mal viel Spaß. Wir spielen es jedenfalls immer wieder gerne, da jedes Spiel einen eigenständigen und zuweilen doch sehr unterschiedlichen Verlauf nimmt, der stark mit den beteiligten Spielern zusammenhängt. So macht man in der einen Partie seine Punkte mit eisigem Kalkül und in der anderen profitieren die geschickten Diplomaten, die mit Interaktion und Handeln ihre Punkt ergattern. Wir haben selten ein Spiel gehabt, bei dem sich das "Spielgefühl" so mit der Anzahl der Spieler änderte. Die Spanne reicht hier von taktischem 2er-Spiel, bei dem sich nichts geschenkt wird, bis zur lockeren Abendunterhaltung für 6 Spieler mit vielen Verhandlungen und Kompromissen. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass uns das Spiel mehr als einmal überrascht hat – und das sehr positiv. Die Säulen von Venedig von Christian Fiore, Knut Happel, Grafik: Christian Fiore, 2-6 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 45-60 Minuten, Goldsieber (2006). Ralf Altmann, 9. Januar 2007 Diese Rezension wurde als "Erster Eindruck" zum Spiel in unserem |
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| Letzte Änderung: 16.04.2008 15:40 |
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