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PEEP ("Persönliches «Erster Eindruck» Posting" aus dem spielbox-Forum)

Um Krone und Kragen


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CoverIn letzter Zeit kommt bei uns häufig und gerne "Heckmeck am Bratwurmeck" auf den Tisch. Und kürzlich habe ich erstmalig mit großer Begeisterung "Gambler" gespielt. Nun wartet Amigo mit einem Würfelspiel auf - mit einem, das sei gleich zu Beginn gesagt, das selten schön illustriert ist. Neben 12 Würfeln besteht das Spiel aus 60 Charakterkarten, die allesamt im Stile alter Meister gemalt sind. Man könnte tatsächlich meinen, hier sei Rembrandt persönlich am Werk gewesen. Grandios.

Ablauf:
Jeder startet mit drei Würfeln. Wenn man an die Reihe kommt, würfelt man, legt mindestens einen Würfel raus, würfelt mit den restlichen (aktiven) Würfeln erneut, legt wieder mindestens einen raus usw. Ziel hierbei ist es, ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, das auf einer Charakterkarte angegeben ist. Erzielt man z.B. zwei gleiche Zahlen, darf man sich den Bauer nehmen und vor sich ablegen (man behält die Karte für den Rest des Spiels).

Kommt man in der nächsten Runde wieder an die Reihe, darf man die gewonnene Karte zu einem beliebigen Zeitpunkt einmalig einsetzen (sie wird dann gedreht). Mit dem Bauer z.B. darf man sich einen weiteren Würfel nehmen und hat somit bereits deren vier zur Verfügung. In der nächsten Runde versucht man wieder, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen und damit eine weitere Charakterkarte zu ergattern (pro Runde nur eine Karte). Habe ich z.B. "Summe aller Würfel größer als 20", bekomme ich den Händler. Mit dem Händler darf ich einen Wurf wiederholen.

Es gibt zwei Typen von Charakterkarten. Solche, mit denen man weitere Würfel nehmen darf. Mit dem Jäger etwa darf ich zu einem beliebigen Zeitpunkt einen Würfel ins Geschehen bringen und ihn sofort auf den Wert 3 drehen. Und solche Karten, die mein Würfelergebnis modifizieren. Mit dem Philosophen etwa darf ich bei einem aktiven Würfel Augen abziehen und bei einem anderen aktiven entsprechend hinzuzählen (ich drehe also eine gerade geworfene 5 auf den Wert 3 und eine gerade geworfene 2 auf den Wert 4). Mit der Hofdame darf ich alle aktiven Würfel um eine Zahl erhöhen.

Ziel:
Nach und nach hat jeder Spieler immer mehr Charakterkarten vor sich liegen, also immer mehr Würfel zur Verfügung, die er auf verschiedene Weise modifizieren kann. Gelingt es einem Spieler, mindestens 7 gleiche Zahlen zu erreichen, kann er sich den König nehmen und die finale Runde einläuten. In der finalen Runde können die Mitspieler noch einmal versuchen, das Ergebnis des Königs zu übertreffen. Hat der König beispielsweise sieben Fünfen vorgelegt, dann sind sieben Sechser besser, oder acht gleiche Zahlen, oder noch mehr. Der König selbst kommt ganz zum Schluss an die Reihe und darf dann auch noch einmal. Das höchste Ergebnis an gleichen Zahlen gewinnt.

Karten

Wie spielt sich's?
Wir haben zwei Runden gespielt. Der Einstieg in die erste Partie war etwas zäh, bis wir erstmal wussten, was alle Karten so können. Aber schnell hat man dann raus, worauf es ankommt: man braucht vor allem viele zusätzliche Würfel! Außerdem noch eine oder zwei Modifizierungskarten - und der König kann kommen! Man lernt also schnell dazu. Der Spaßfaktor wurde in unserer zweiten Partie allerdings trotz besseren Durchblicks nicht größer, im Gegenteil, der Reiz ließ eher etwas nach (ohne dass das Spiel jedoch langweilig wurde). Was ein wenig fehlt, ist dieses direkt greifbare Glück oder Pech haben. Dieses es-klappt-oder-es-klappt-nicht. Wie bei Gambler oder Heckmeck. Einfach absahnen eben, oder voll daneben hauen. Risiko und Emotionen. Man würfelt halt, holt sich eine neue Karte dazu, würfelt in der nächsten Runde erneut, modifiziert wenn möglich geschickt, holt sich eine weitere Karte dazu, usw. Irgendwas geht immer. Wobei betont werden muss, dass zwei Mitspielerinnen in unserer Runde (eher Gelegenheitsspielerinnen) durchaus Probleme hatten, den optimalen Einsatz der Karten zu erkennen, besonders am Ende, so dass die anderen helfend eingreifen mussten.

Fazit:
Ein wunderschön illustriertes Spiel mit einer interessanten Grundidee. Wahrscheinlich ist das Würfelwurfoptimieren jedoch zu kompliziert für die breite Masse, zu trocken. Auf alle Fälle ist es kein einfach gestricktes Zockerspiel, das die Emotionen Achterbahn fahren lässt. Ob der Spielreiz auf längere Sicht trägt, müssen weitere Partien unter Beweis stellen - er ist da, aber leichte Zweifel sind vorhanden.

Um Krone und Kragen von Tom Lehmann, Grafik: Volkan Baga, 2-5 SPieler ab 10 Jahren., Amigo (2006), Preis: ca. 13 Euro.

Frank Sippel, 12.02.06


Nachtrag:

Eine Interaktion zwischen den Mitspielern kommt in der Tat nur indirekt zustande: dadurch nämlich, dass alle Karten nur begrenzt vorhanden sind, also nicht für jeden Mitspieler ein Handwerker, ein Jäger etc. vorrätig ist. Da kann man dann auch schon mal aus taktischen Gründen eine andere (weniger wertvolle) Belohnung greifen, als man sich eigentlich verdient hat, um die Latte für die Gegner in den kommenden Runden höher zu legen...

Insgesamt finde ich die Spielidee auch grandios, das Spielmaterial phantastisch und das Spiel somit rundum gelungen. Wissen muss man allerdings, dass man es hier mit einem familientauglichen Halbstünder (oder 20-Minüter) zu tun hat. Das ist fast schade: für ein Spiel mit Aufbau-Komponente ist es mir beinahe ein bisschen zu schnell zu Ende.

Ein Wort noch für Taktiker/Vielspieler:
Sehr spannend ist, dass die zu erringende Belohnung (=Fähigkeit der jeweiligen Karte) in keinem oder nur sehr geringem Verhältnis zu den "Kosten", also der mathematischen Häufigkeit des Würfelergebnisses steht. Es gibt also "gute" und "schlechte" Karten. Das zu erkennen, ist relativ trivial - jedenfalls für den geübten Spieler. Leider geht dieser Umstand aber zu Lasten der Familientauglichkeit. Ich befürchte also, dass dieses wunderschöne Spiel keine echte (oder zumindest keine klar umrissene) Zielgruppe hat.

Martin Ballhorn, 13.02.06

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Weitere Infos über "Um Krone und Kragen":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Christel Karsch <christel.karsch@sowi.uni-bamberg.de> 07.03.2006 10:26:

Um Krone und Kragen

Wir haben das Spiel zu dritt gespielt und es ist bei allen sehr gut angekommen. Ganz besonders hervorzuheben ist die wunderschöne Gestaltung der Spielkarten.
Ich für meinen Teil mag eigentlich Würfelspiele nicht so sehr, um so mehr kann ich dazu jedoch sagen, dass auch ich viel Spaß daran gefunden habe.

Das Spielprinzip ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber nur solange, bis man über die Funktionen der einzelnen Charaktere Bescheid weiß. Der einzige Nachteil, den ich erkennen konnte, ist die Tatsache, dass man oft schon sehr früh in Gewinner- und Verliererpositionen gerät durch die Verteilung der Karten.

Alles in allem ist es jedoch von der Spielidee her einmal ein völlig anderes Würfelspiel, bei dem es auf die persönliche Entscheidung ankommt, welche Charaktereigenschaften man anwendet, um zu neuen Karten bzw. mehr Würfeln zu kommen.

Die Dauer des Spieles hängt ebenfalls stark von den jeweiligen Mitspielern ab bzw. wie lange sie überlegen, welche Würfelkombinationen sie anwenden, um die entsprechende Kartenwahl zu treffen.

Bei uns wird dieses Spiel jedoch sicherlich öfter auf den Spieltisch kommen.

Christel Karsch


Mike <eldar@gmx-topmail.de> 16.03.2006 09:07:

Wir haben Um Krone und Kragen mittlerweile in -zig 2er und 3er Runden gespielt und es macht einfach Spaß, Kombinationen und Würfelmanipulationen zu suchen (und zu finden). Was besonders bei UKUK auffällt ist die Tatsache, dass hier nicht einfach stupide gewürfelt wird, sondern es bedarf schon ein wenig Analyse des Würfelwurfes und wie man mit den bereits erhaltenen Karten am besten diesen Würfelwurf manipulieren kann. Durch diese Manipulationen reduziert sich dann das sogenannte 'Würfelglück' um einiges. Eine Interaktion zwischen den Spielern ist sicher nicht so gegeben, doch ehrlich gefragt: Ist sie hier auch notwendig? Kaum, denn es geht doch allein um den 'Kampf um den siebenten (oder achten) Würfel', damit man als erster die Königskarte (und die Königin) erobern kann. Auf dem Weg dahin sind es dann die Karten, die wir erwürfeln können, und deren Kombinationsmöglichkeiten unseren Würfelwurf 'frisieren'. Es stimmt, das ist kein Spiel für die große Masse und ich glaube auch, dass viele Wenigspieler das Spiel schnell weglegen könnten, wenn sie auf einen Mitspieler treffen, der mit analytischem Blick die Abstimmung der Karten durchschaut. Freilich gibt es stärkere und schwächere Karten (z.B. Zauberer und Astronom, die annähernd die gleiche Wirkung haben, nämlich einen Würfel so drehen, dass er passt. Der kleine Unterschied zwischen beiden liegt eben darin, dass der Zauberer frei die Zahl wählen kann, während der Astronom ein Ergebnis wählen muss, welches schon heraussen liegt). Trotzdem kippt das Spiel nicht, wenn man nicht die Karte bekommt, die man gerne hätte oder bräuchte. Was hilft die beste Würfelmanipulation mit 7 '6er'-Würfeln, wenn der Gegenspieler im letzten Zug die Vorgabe mit 8 Würfeln toppt?
UKUK ist m.E. ein sehr gutes Spiel, welches spannend und kurzweilig ist. Allein die Tatsache, dass man hier auch Straßen, ein Full House oder 3 und mehr gleiche Würel erwürfeln muss, lässt eine spielerische Nähe zu Kniffel nicht zu. Denn dann könnte man auch 'Mensch ärgere dich nicht' mit 'Sagaland' oder 'Monopoly' vergleichen (auch hier wird gewürfelt und mit einem Pöppel umhergehüpft). Das Geniale an UKUK liegt eben in der Würfelmanipulation, und die will gut überlegt sein.

 
Letzte Änderung: 16.04.2008 15:41 
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