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Presseinformation

Chinesische Mauer

Viel Feind, viel Ehre


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Wir schreiben das 3. Jahrhundert vor Christus. Das chinesische Reich sieht sich im Norden von kriegerischen Heerscharen bedroht. Der Kaiser befiehlt den Bau der großen chinesischen Mauer, und die Fürsten im Norden des Reiches sind aufgefordert, den Bau zu organisieren. Der Kaiser, im Bestreben, den Lohn im allgemeinen und die Lohnnebenkosten im besonderen möglichst gering zu halten, verkündet, dass mal wieder ein Ruck durch China gehen müsse und dass zum höheren Wohle der Staatskasse beim Bau der Mauer auf die Entlohnung durch schnöden Mammon diesmal ganz verzichtet würde. Stattdessen solle es Ruhm und Ehre satt geben. Des Kaisers Untertanen, namentlich die mit dem Bau betrauten Fürsten, sind restlos begeistert und machen sich sofort und mit größtem Eifer ans Werk.

Wenn sich Dr. Reiner Knizia, einer der weltweit produktivsten und erfolgreichsten Spieleautoren, den Bau der Chinesischen Mauer vornimmt, dann darf getrost davon ausgegangen werden, dass es einigen strategischen und taktischen Geschicks bedarf, um hierbei an seinen gerechten Spielerlohn, d.h. höchsten Ruhm, zu kommen.

Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Fürsten im Norden des Chinesischen Reiches. Seine Aufgabe: Der Bau einer mächtigen Schutzmauer. - Sein Lohn: Ruhm bis zum Abwinken! Vor den Ruhm haben die Götter bzw. der Kaiser von China aber, wie das immer so ist, den Schweiß gesetzt. Die Voraussetzungen sind für jeden gleich. Jeder Spieler besitzt in seiner Farbe den gleichen Satz von Karten: Sieben Mauerkarten, die jeweils einen Punkt zählen; drei Karten (Mauer mit Tor), die jeweils zwei und eine Karte (Wachturm), die drei Punkte wert ist. Dazu kommen neun weitere Karten, die jeweils ein oder zwei Punkte zählen, daneben aber auch noch Sonderfunktionen erfüllen.

Zu Beginn des Spieles mischt jeder seinen Satz von zwanzig Karten, legt ihn verdeckt vor sich ab und zieht zunächst die obersten fünf Karten vom Stapel. Je nach Spieleranzahl werden nun zwei bis vier Pärchen von Ruhmesplättchen (mit Ruhmeswerten von 2 bis 7) als Beginn von sich im Laufe des Spieles ergebenden Kartenreihen (jede Reihe stellt einen "Bauabschnitt" dar) ausgelegt.

Wer am Zug ist, prüft zunächst, ob er in einer Kartenreihe (d.h. in einem der Bauabschnitte), die sich hinter den Ruhmesplättchen gebildet haben, aktuell die Punktemehrheit besitzt. Da das am Spielanfang naturgemäß noch nicht der Fall sein kann, weil noch keine Kartenreihen ausliegen, können wir gleich zur Aktion 2 übergehen: Der Zugspieler nimmt entweder eine Karte vom eigenen Nachziehstapel, oder er legt eine bzw. mehrere gleiche (!) Karten an einem der verschiedenen Bauabschnitte an. Die gleiche Entscheidung, nachziehen oder anlegen, trifft er noch mal in der dritten und für diesen Zug auch letzten Aktion.

Der nächste Spieler schaut nun zuerst wieder, ob er aktuell in einer Reihe die Punktemehrheit besitzt und es zu einer Wertung kommen kann. Wenn ja, nimmt er sich das höherwertige der beiden Ruhmesplättchen und legt es auf eine seiner Karten in dieser Reihe. - Dieser Ruhm belastet zunächst ganz gehörig. Solange nämlich nicht das zweite Ruhmesplättchen seinen Besitzer findet, wird der Wert des gewonnenen Ruhmes bei der nachfolgenden Wertung von der eigenen Mauer-Punktezahl abgezogen. Wenn auch das zweite Ruhmesplättchen genommen wird (vom gleichen Spieler oder einem anderen), ist die Schwächephase vorbei. Beide gewonnenen Plättchen werden vor ihren Gewinnern abgelegt. Aus dem allgemeinen Ruhmesvorrat werden zwei neue Plättchen aufgedeckt, und der nächste Spieler, der in diesem Bauabschnitt wertet, hat wieder die volle Ruhmesauswahl.

Taktisch bereichert wird das Gerangel um Ruhm durch jene Karten, die auch noch Sonderfunktionen beinhalten. Wird zum Beispiel ein "Adliger" in einen Bauabschnitt gelegt, dann reduzieren sich die Werte aller in der betreffenden Reihe liegenden Karten jeweils auf 1. - Der "Drache" wiederum kann auf jede gegnerische Karte gelegt werden und entwertet bzw. neutralisiert diese. "Reiter" zählen jeweils 2 Punkte und, was mindestens ebenso wichtig ist, kosten keine Aktion. Die "Kämpfer" schließlich sind vor allem in der Gruppe stark. Ein einzelner "Kämpfer" an einem Bauabschnitt ist nur einen Punkt wert, kommt ein weiterer hinzu, so ist dieser schon zwei Punkte stark, und taucht auch noch ein dritter an diesem Bauabschnitt auf, so entwickelt er die beachtliche Kraft von drei Punkten.

Das Spiel endet in aller Regel, sobald ein Spieler seine letzte Karte ausgespielt hat. Nach ihm kommt dann jeder noch einmal an die Reihe - dann ist Schluss und es gewinnt, wer im Verlauf der Bauarbeiten die meisten Ruhmespunkte gesammelt hat.

Chinesische Mauer von Reiner Knizia, 2-5 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten, KOsmos (2006), Preis ca. 9,99 EUR.

Fritz Gruber

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Weitere Infos über "Chinesische Mauer":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 16.04.2008 15:41 
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