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Presseinformation

Die Goldene Stadt

Eine Insel der Seligen für Händler mit Pioniergeist

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ProduktfotoSchützend von den Fluten des Ozeans umgeben liegt die legendäre "Goldene Stadt" inmitten eines Kreises von sechzehn kleinen Küstenansiedlungen auf einer Lagune, deren Wasserläufe das Land diagonal in vier Hauptinseln teilen. Das Zentrum der Stadt wird von einem inneren Wasserstraßenring noch einmal besonders wirkungsvoll gegen Feinde geschützt - was dazu führt, dass hier nur mit den friedlichen, wenn auch durchaus schlitzohrigen Mitteln zielstrebiger Kaufleute gekämpft wird. Diese nämlich fühlen sich von der Goldenen Stadt magisch angezogen. Mit ein wenig Startkapital gründen sie erste Niederlassungen an den äußeren Küsten der Lagune. Den Herrschern der Goldenen Stadt kommt der Fleiß und Ehrgeiz der neu angelandeten Kaufleute nicht ungelegen. Runde um Runde stellen sie eine begrenzte Anzahl von Konzessionen zur Verfügung, mit deren Hilfe man im wahrsten Sinne des Wortes vorwärts kommt. Es kann hierbei durchaus vorkommen, dass die konkurrierenden Kaufleute besagte Konzessionen ganz friedlich untereinander aufteilen. Manchmal passiert es aber doch, dass man gerade jene Konzessionen bräuchte, die sich ein anderer zuvor bereits gesichert hat. Da lässt sich dann mit Geld schon noch ein bisschen etwas drehen, nur allzu oft und allzu verbissen sollte man das auch nicht machen, denn Geld ist knapp. Die Strategie der meisten aufstrebenden Kaufleute läuft darauf hinaus, sich über kurz oder lang als hochgeachteter Bürger im Zentrum der Goldenen Stadt zu etablieren; dort nämlich kommt man an jene besonders wertvollen Handelsbriefe, die darüber entscheiden, wer am Ende die Kaufmannsnase vorn hat.

Der Spielplan der "Goldenen Stadt" zeigt eine lagunenartig von großen Meeresarmen durchzogene Insel, an deren Gestaden sechzehn kleine Küstensiedlungen liegen, die Neuankömmlingen erste Möglichkeiten zur Eröffnung eines Geschäfts bieten. Große Wasserstrassen teilen die Insel diagonal in vier Landschaften mit völlig unterschiedlicher Vegetation. Im Westen herrscht das kräftige Grün dichter Laubwälder. Im Norden leuchtet das Gelb ausgedehnter Sandgebiete. Der Osten steht im Zeichen dunkler Felsenketten, und der Süden schließlich zeigt das helle Grün fruchtbarer Wiesen und Weiden.

Wären die Neuankömmlinge auf der Insel nun Siedler, die das Land bebauen und bewirtschaften wollten, so spielte es gewiss eine große Rolle, welche Erträge die so unterschiedlichen Landschaften abwerfen. Nicht so aber im Land rund um die "Goldene Stadt". Hier sind die Möglichkeiten, Schiffe zu bauen, sich Waren oder andere Vorteile zu verschaffen, überall gleich. Nur wo man sich bewegen und seinen Geschäften nachgehen kann, das hängt von den verschiedenen Landschaften bzw. von den für diese Landschaften zur Verfügung stehenden Konzessionen ab.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zwei Konzessionskarten verdeckt sowie eine blaue Konzessionskarte offen zugeteilt. Das Ausspielen einer blauen Konzessionskarte berechtigt dazu, sich mit einem Händler der eigenen Farbe (jeder Spieler besitzt achtzehn solcher "Händler") in einer noch unbesetzten Küstenstadt niederzulassen. Will ein Spieler von einer Küstenstadt aus seine Geschäfte über das gut ausgebaute Wegenetz weiter ins Landesinnere ausdehnen, so benötigt er dazu jeweils immer zwei Konzessionen, d.h. Karten in der Farbe derjenigen Landschaft, in der er sich bewegen will. Will sich also z.B. ein Spieler in einem Waldgebiet von einem Ort zum anderen bewegen, so benötigt er dazu zwei Konzessionen, die das dunkle Grün des Waldes aufweisen. - Nur, wie kommt man überhaupt an derlei Konzessionen?

Jede Spielrunde besteht aus fünf verschiedenen Phasen. Das Wichtigste, nämlich ein öffentliches Angebot an Konzessionen, zuerst: Bei voller Besetzung, d.h. bei vier Spielern, werden zu Beginn jeder Runde vom verdeckten Stapel acht Konzessionskarten gezogen und zu vier Paaren offen ausgelegt. Jeder Spieler besitzt eine Diplomaten-Spielfigur. Reihum setzt nun jeder seinen Diplomaten auf eines der Konzessionskartenpaare. Das ist die friedliche Lösung.

Nehmen wir nun an, Spieler A hat seinen Diplomaten auf ein Paar gesetzt, das eine dunkelgrüne Konzession für das Waldgebiet und eine hellgrüne Konzession für das Weidegebiet beinhaltet.

Genau diese Kombination will Spieler B, der nach ihm an der Reihe ist, aber auch haben. B bezahlt eine Goldmünze und vertreibt den A-Diplomaten. Spieler A verhält sich zunächst ruhig und wartet ab, bis die anderen beiden Spieler, C und D, ihre Diplomaten gesetzt haben - und nehmen wir mal an, diese beiden entscheiden sich schicklich friedlich für je eines der anderen noch im Angebot befindlichen Konzessionspaare. Spieler A könnte sich nun damit begnügen, seinen Diplomaten auf das letzte freie Paar zu setzen. Tut er aber nicht. Er hätte die Möglichkeit, seinerseits einen Diplomaten von Spieler C oder D zu vertreiben - aber an deren Konzessionen ist er nicht wirklich interessiert. Vielmehr will er genau die beiden haben, deren Besitz ihm Spieler B streitig gemacht hat. Mit Gold geht alles - nur werden die diplomatischen Ränkespiele immer teurer. Ist ihm egal. Er bezahlt zwei Goldstücke und fegt den Diplomaten von B wieder zur Seite. Wollte der nun erneut dagegen halten, müsste er schon drei Goldstücke bezahlen. Das ist ihm momentan zu teuer. Murrend begnügt sich B also mit den beiden Konzessionen, die noch frei und übrig sind.

Sobald jeder Spieler seine beiden Konzessionskarten erhalten hat, können alle reihum nun jeweils bis zu zwei neue Geschäfte eröffnen. Voraussetzung dafür ist, dass sich das neu zu eröffnende Geschäft in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem bereits bestehenden eigenen Geschäft befindet und dass man zwei Konzessionen abgeben kann, die die Farbe jenes Gebiets aufweisen, in dem das neue Geschäft eröffnet werden soll. Für Geschäfte, die außerhalb des Stadtkerns errichtet werden, gilt: Pro Geschäfts-Ort kann immer nur die Händlerfigur eines einzigen Spielers stehen. Ein eröffnetes Geschäft wirft umgehend Ertrag ab, dies aber stets nur ein Mal.

Ein Ort, an dem ein oder zwei Münzen abgebildet sind, berechtigt dazu, sich den entsprechenden Betrag aus dem allgemeinen Goldvorrat zu nehmen. Zeigt ein Ort die Umrisse einer Karte, so darf sich der Spieler, der dort ein Geschäft eröffnet, sofort vom verdeckten Stapel eine Konzession ziehen. Stellt man einen seiner Händler auf ein Feld, auf dem ein Stand mit Waren zu sehen ist, dann darf man sich aus der stets mit drei Waren gefüllten Auslage am Spielfeldrand eine nehmen. Der Warenstand wird dann vom verdeckten Warenstapel sofort wieder mit einer neuen offengelegten Ware aufgefüllt.

An Plätzen, die ein Fragezeichen aufweisen, dürfen sich die Spieler vom verdeckten Stapel eine Bonuskarte ziehen. Bonuskarten bringen einem Spieler am Ende Zusatzpunkte. Wie viele, das hängt davon ab, ob es dem Spieler gelingt, seine Strategie entsprechend den eigenen Bonusmöglichkeiten zu steuern. Besagt eine Bonuskarte also zum Beispiel, dass man am Ende für jede Münze, die man noch übrig hat, 2 zusätzliche Punkte erhält, dann wird man versuchen, erstens mit seinen Münzen stark zu haushalten und außerdem möglichst viele Geschäfte dort zu eröffnen, wo man Münzen einsacken kann. Als letzte Möglichkeit gibt es außerhalb des Stadtkerns noch jene Felder, auf denen ein Schiff abgebildet ist. Oh, die sind wichtig, dieser Felder. Wohl dem, der seine Geschäfte so platziert, dass ihm die Option, einen eigenen Händler auf ein Schiffsfeld zu setzen, immer offen steht. Besser noch auf zwei Schiffsfelder. Denn Schiffe braucht man, um später einmal einen Händler der eigenen Farbe im innersten Bezirk der Stadt sesshaft zu machen. Nur dort gibt es die Möglichkeit, auf einen Schlag eine wirklich große Menge an Handelsbriefen zu erhalten. Und abgerechnet wird am Ende nur nach der Zahl der Handelsbriefe, die man im Laufe der Zeit erworben hat. Wer als erster in einem der vier inneren Bezirke einen Händler platziert, erhält zehn Handelsbriefe plus eine Konzessionskarte, wer als Zweiter einen Händler in den gleichen Bezirk bringt, bekommt immerhin noch sechs Handelsbriefe. Weitere Händler in diesen Bezirk zu schicken ist ziemlich sinnlos, denn sie gingen völlig leer aus. Voraussetzung dafür, im Stadtkern ein Geschäft zu eröffnen: Man braucht zwei Konzessionen in der Farbe des entsprechenden Bezirks und man muss zusätzlich auch noch ein "Schiff" abgeben. - Wer es nicht geschafft hat, sich mit Schiffen zu versorgen, muss sich damit abfinden, dass er mit der Expansion seiner Geschäfte nur bis zum äußeren Ring der Goldenen Stadt vordringt. Auch dieser äußere Ring ist in vier Bezirke unterteilt, und auch dort können pro Bezirk bis zu zwei Händler ganz gute Geschäfte machen. Der erste im Bezirk erhält immerhin fünf Handelsbriefe plus einem Goldstück, der zweite begnügt sich mit drei Handelsbriefen und jeder weitere Händler geht leer aus.

Die oben beschriebenen Möglichkeiten, viele Handelsbriefe auf ein Mal zu ergattern, eröffnen sich meist erst in einer späten Phase des Spiels. Nicht zu verachten sind aber auch die zahlreichen kleineren Pakete an Handelsbriefen, die in den Zwischenwertungen am Ende einer jeden Runde verteilt werden.

Es gibt drei Arten von Zwischenwertungen: Die Waren-, die Stadtviertel- und die Flusswertung. Was am Ende einer Runde gewertet wird, ist kein Geheimnis. Es liegt am Anfang jeder Runde für jedes Kriterium eine Karte offen aus. - Die Wertungskarte "Waren" zeigt, welche Ware am Rundenende gewertet wird. Jeder, der die entsprechende Ware besitzt (wir erinnern uns, Waren bekommt man, wenn man mit einem seiner Händler ein Geschäft auf einem "Warenfeld" eröffnet), erhält zwei Handelsbriefe. Der Spieler, der mehr von der fraglichen Ware sein Eigen nennt als jeder andere, erhält vier Handelsbriefe. - Die Wertungskarte "Stadtviertel" bezeichnet jeweils eines der vier Gebiete auf dem Spielplan. Jeder, der in dem entsprechenden Gebiet mindestens ein Geschäft besitzt, erhält zwei Handelsbriefe, und auch hier ist es so, dass derjenige, der die meisten Geschäfte im Viertel vorweisen kann, gar um vier Handelsbriefe reicher wird. - Die Wertungskarte "Fluss" zeigt jeweils einen von vier verschiedenen Flussabschnitten auf dem Spielplan. Wer direkt am abgebildeten Flussabschnitt ein Geschäft betreibt, erhält die obligaten zwei Handelsbriefe, und vier derjenige, der mehr Geschäfte als jeder andere dort besitzt.

Das Spiel endet, wenn entweder ein Spieler all seine Händler auf dem Plan eingesetzt hat, oder - das ist die häufigere Variante - nachdem die letzte Wertungskarte abgerechnet wurde. Nun addiert jeder die Anzahl seiner Handelsbriefe und die Punkte, die ihm auf Grund seiner im Laufe des Spiels auf den Fragezeichenfeldern gesammelten Bonuskarten zustehen.

Die Goldene Stadt von Michael Schacht, Illustration/Grafik: Claus Stephan, 3-4 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 60 Min., Kosmos (2009), Preis ca. 29,99 EUR

Fritz Gruber
Fotos: Kosmos (1)

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Weitere Infos über "Die Goldene Stadt":
despielbox.de deLuding enBoardgameGeek
deSpielefindex deGoogle
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Letzte Änderung: 27.03.2009 17:59 
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