Kennen Sie Steinhard Raupe? Den bekannten und sympathischen Spieleautor? Ja doch, jetzt dämmert es. Reinhard Staupe hat sich diesen kleinen Scherz erlaubt auf einem seiner neuen Kartenspielchen, die von den "Berliner Spielkarten" vertrieben werden. "Rinks und lechts" heißt es, und damit wird auch schon deutlich, worum es sich handelt. Es geht darum, dass viele Kinder Mühe haben, "rechts" und "links" sicher voneinander zu unterscheiden.
Das kleine Kartenspiel hilft ihnen dabei - und zwar trotz der vielen abgebildeten Polizisten ohne erhobenen Zeigefinger. Sieben Polizistenkarten werden im Kreis ausgelegt. Auf jeder dieser Karten ist außerdem genau ein besonderes Kennzeichen abgebildet: Eine Ampel, eine Laterne, ein Stopp-Schild, ein Auto, ein Fahrrad, ein Haus und einen Baum.
Außerdem gibt es 21 Aufgabenkarten. Sie
zeigen groß eines der sieben besonderen Kennzeichen
(etwa das Auto) und dann drei Anweisungen, wie man zu gehen
hat: etwa zwei Schritte nach rechts, dann drei nach links und
schließlich noch vier Schritte nach links.
Das Auto zeigt an, bei welchem Polizisten man mit seinem Weg über die einzelnen Polizistenkarten startet, und die Anweisungen geben an, in welche Richtung man wie weit laufen muss. Das wäre schnell abgezählt und relativ simpel - wenn nicht zwei gemeine Tricks dabei wären.
Der eine ist relativ klar: Weil man dem Polizisten ins Gesicht schaut, muss man, um von ihm aus gesehen zwei Schritte nach rechts zu gehen, im Kreis der Karten nach links abzählen.
Diese Gemeinheit ist aber noch nicht alles: Auf drei Karten ist der nette Verkehrspolizist nämlich von hinten abgebildet! Landet man auf so einem, muss man wieder umdenken: Der steht ja in derselben Richtung wie ich als Betrachter, also muss ich bei der Anweisung "drei Schritte nach links" tatsächlich auch nach links abzählen.
Da kommt Freude auf bei der Suche nach dem richtigen Weg! Wer glaubt, dass er die richtige Zielkarte gefunden hat, ruft laut das darauf abgebildete Symbol. Wer richtig antwortet, erhält zur Belohnung die Aufgabenkarte, wer sich vertan hat, muss eine seiner bereits gewonnenen Karten wieder abgeben. Wer zuerst sechs oder am Ende die meisten Aufgabenkarten vor sich liegen hat, gewinnt die Partie. Eine schöne Spielidee mit netten Illustrationen von Mareike Pianka.
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Das Kartenspiel von Reinhard Staupe aus der Reihe Staupe-Spiele ist für zwei bis acht Spieler ab sechs Jahren geeignet. Eine Partie dauert etwa zehn bis 15 Minuten. "Rinks & Lechts" kostet etwa acht DM. Wer es im Handel nicht findet, kann sich an den Autor wenden: Steubenstr. 4, 34 121 Kassel, Tel. & Fax: 0561/28 54 38. |
Kinderspiele sind ein undankbares Thema, hat mir einmal ein Kollege gesagt: Bei den allermeisten handele es sich um simple Würfel-Lauf- oder um Memory-Spiele, und neue Ideen seien selten. Recht hat er, aber manchmal gibt es die neue Ideen doch. Und manchmal sind auch traditionelle Mechanismen besonders hübsch umgesetzt oder mit neuem Pfiff versehen.
Beides gilt für das
Farbwürfel-Memospiel "Glückspilz" von
Tom Schoeps, das bei Selecta erschienen ist. Neben den wild
gezackten 33 "Grasbüschel-Plättchen",
die sich schon rein optisch von den üblichen
Memory-Karten abheben, gibt es drei verschieden farbige
Holz-Wichtel, die über die Grasbüschel wandern -
einen roten, einen blauen und einen gelben. Jeder ist auf der
Suche nach Pilzen in genau seiner Farbe. Diese Pilze
verbergen sich unter den Grasbüscheln und zeigen sich
erst durch Umdrehen der Karte, auf die ein Wichtel gewandert
ist.
Welchen Wichtel man jeweils bewegen darf , darüber entscheidet ein Farbwürfel, um wie viele Karten man ziehen darf, zeigt ein Augenwürfel an. Ziel ist es, dort zu landen, wo der gewürfelte Wichtel Pilze in seiner Farbe findet - und zwar möglichst nicht nur einen Pilz, sondern zwei oder sogar drei auf einmal.
Deckt der Spieler an der Reihe eine Pilzkarte in der richtigen Farbe auf, darf er sie behalten - bei einer falschen dreht man sie - wie im "richtigen Memory" wieder um und alle dürfen sich merken, welche Pilze darunter abgebildet waren.
Gezogen werden darf ein Wichtel in jede beliebige Richtung. Würfelt man einen Stern, darf man auf eine beliebige Karte springen. Auf sechs Karten ist lediglich verwelktes Laub abgebildet. Diese Karten werden zur Seite gelegt, sobald sie aufgedeckt werden. Wird das sechste Laub aufgedeckt, ist das Spiel beendet, und alle Spieler zählen ihre eigenen Pilze. Der Spieler mit der höchsten Anzahl ist der "Glückspilz" und hat die Partie gewonnen.
Idee und Material (Illustration von Heidemarie Rüttinger/Thamm-Design) sind gleichermaßen ansprechend. Die Bemühungen von Autor Tom Schoeps und dem Selecta-Verlag haben sich gelohnt!
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Das "Farbwürfel-Memospiel" von Tom Schoeps ist bei Selecta erschienen. 2 bis 6 Kinder ab fünf Jahren können mitmachen. Eine Partie dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Das Spiel kostet rund 45 DM. |
Zwischen Spiel und Spielzeug verschwimmen mitunter die Grenzen. Das zeigt etwa "Pinky" von Ravensburger, in Lizenz von Lund & Company auf den Markt gebracht. Hier dreht sich alles um ein großes pinkfarbiges Kunststoff-Schwein. Das Schwein wird der Reihe nach mit Münzen gefüttert.
Hat man zuvor ordnungsgemäß zwei Batterien eingesetzt, gibt das Schwein zum Entzücken der kleinen Mitspieler in unregelmäßigen Abständen ein animalisches Grunz-Geräusch von sich. Wem dieses Glück beim Einwurf einer Münze widerfährt, der darf das Schwein nehmen und schütteln, auf dass möglichst viele Münzen wieder aus dem Schweinebauch herausfallen.
Die Mitspieler würfen derweil wie die Teufel um das richtige Symbol, damit die Schüttelei ein rasches Ende finde. Sind alle 32 Münzen versenkt, ist das Spiel beendet, und der Spieler mit den meisten Münzen gewinnt. Kinder haben - wen wundert's? - Spaß an dem allem: dem pinkfarbenen Schwein, dem ordentlichen Grunzgeräusch, der Schüttelei und dem Münzensammeln.
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Würfeln, Schütteln, Münzen sammeln - das ist die Devise bei "Pinky" aus dem Ravensburger Spieleverlag. Einen Autor gibt es nicht, die Lizenz stammt von Lund & Company. Das Spiel selbst dauert nur wenige Minuten. 2 bis 4 Spieler ab 5 können mitmachen. "Pinky" kostet etwa 30 DM. |
Auch der Klee-Verlag - er gehört seit einiger Zeit zu Kosmos und ist dort für den Bereich Kinderspiele zuständig - setzt auf eine Mischung aus Spiel und Spielzeug. Klee hat sich dafür allerdings der Hilfe seines besten Pferdes im Stall versichert: Autor Klaus Teuber, der für Klee zuletzt das ungewöhnliche Kinderspiel "Fette Bäuche" entwickelte, hat jetzt für "Rabatz auf dem Riesenrad" eine seiner alten Spielideen wieder ausgegraben.
Herausgekommen ist dabei ein knallig
rot-gelb-blaues Plastik-Riesenrad. Sechs Gondeln mit jeweils
Platz für zwei Spielfiguren, können einzeln
eingehängt werden. 16 "Ratzen" in vier
Farben spielen mit. Sie sehen aus wie Spitzmäuse - finde
ich. Meine Tochter meint, es seien doch "ganz klar
Ratten" und findet diese Interpretation wesentlich
reizvoller.
Teuber hat gleich eine ganze Spielesammlung für das Riesenrad zusammengestellt. Mal geht es darum, seine Figuren als Erster auf dem Riesenrad unterzubringen - dabei herrscht dann ein munteres Aus- und Einsteigen an der Rampe. Bei einem zweiten Spiel muss man darauf achten, wann beim Drehen des Riesenrads per Hand eine eigene Figur ganz oben auf dem höchsten Aussichtspunkt angekommen ist.
Im dritten Spiel ("Ratz-Schmatz") kommt es darauf an, sich beim Einsteigen einer Ratte das Symbol zu merken, das auf der Unterseite jeder Spielfigur angebracht ist. Sind die Figuren einmal rund gefahren, muss man sich bei daran erinnern, ob unter der jeweils aussteigenden Figur nun ein Lebkuchenherz, eine Pizza, ein Eis, eine Zuckerwatte, eine Bratwurst oder ein Bonbon zu finden ist.
Und schließlich gibt es eine Variante, in der jeder Spieler mehrere Geheimaufträge darüber erhält, von welcher Farbe er Ratz-Figuren auf das Riesenrad bugsieren soll. Die Auftragskarten selber werden allerdings für den Rest des Spiels umgedreht. Hier geht es darum, sich im richtigen Moment an die Farbe des Auftrags und an die dazu gehörende Auftragskarte zu erinnern.
Fast alle Spiele der Sammlung sind für zwei bis vier Kinder gedacht. Die einfacheren sind ab etwa dreieinhalb Jahren spielbar, die schwierigeren ab fünf Jahren. Die vierfarbige Spielregel ist so ausführlich und umfangreich wie selten bei einem Kinderspiel gestaltet. "Rabatz auf dem Riesenrad" ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es nicht nur für erwachsene "Spielprofis", sondern auch für Kinder noch innovative Spielideen gibt.
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Spielzeug und Spielesammlung zugleich ist Klaus Teubers "Rabatz auf dem Riesenrad". Zwei bis vier Spieler ab etwa dreieinhalb bis sieben oder acht Jahren können mitmachen. Das bei Klee erschienene Spiel (durchgehend aus Kunststoff!) kostet etwa 60 DM. |
Willi Feldgen