Die Nürnberger Spielwarenmesse ist immer wieder für eine Überraschung gut. Diesmal waren es gleich mehrere, die das nach Sensationen hungernde Gemüt befriedigen konnten:
An dieser Stelle konzentrieren wir uns zunächst auf die Rosinen aus dem Messegeschehen. Wie gewohnt, erhalten Sie in Kürze einen ausführlichen Überblick über die Nürnberger Spielwarenmesse in unserem Messe-Rundgang, der in diesem Jahr wieder von Berthold Heß geschrieben wird und als Vorabveröffentlichung der spielbox erscheint - diesmal auf der Homepage der spielbox.
Ach ja, vorab noch eine kleine Richtigstellung. In unserer Messe-Vorschau hatten wir Ihnen das neue alea-Spiel Chinatown vorgestellt und dabei die Spieleschachtel abgebildet. Viele Leser hatten sich über die dicke Schachtel gewundert und Spekulationen über das Spielmaterial angestellt. So dick, wie sie auf dem Bild aussieht, ist die Schachtel in Wirklichkeit nicht. Tatsächlich haben wir die Schachtel aus einem Bild des Druckbogens im PC zusammenmontiert... Sorry für den Fall, daß wir damit falsche Erwartungen geweckt haben!
Hasbro präsentiert ein Knizia-Spiel!Hasbro war in den vergangenen Jahren mit seinem Programm für die Spiele-Szene eher uninteressant. Deshalb kam die Nachricht überraschend, daß der Konzern unter dem Parker-Label in diesem Jahr ein "großes" Spiel von Reiner Knizia herausbringt. Über Rheinländer sagt die Presse-Info:
Der Rhein im Mittelalter: Das Herz Europas ist geteilt. Die mächtigen Herzöge am Ufer des gewaltigen Flusses kämpfen um Besitz und Einfluß. In ihren Burgen scharen sie ihre tapferen Ritter um sich und schmieden Pläne für den Kampf um die Macht am Rhein. Harte Gefechte finden statt, die nicht selten das Eingreifen einflußreicher Bischöfe erfordern. Doch bis zur Herrschaft über den Rhein ist es ein weiter Weg. Unzählige Hindernisse müssen überwunden werden, um die Städte und Burgen der gegnerischen Herzöge zu erobern. Und hinter jeder Windung des dunklen, geheimnisvollen Flusses warten neue Herausforderungen...
(Auszug aus der Ravensburger Presse-Info)
Der 1995 als "Spiel des Jahres" prämierte Spiele-Bestseller Siedler von Catan wird im Oktober dieses Jahres bei Ravensburger auf CD-ROM erscheinen. Eine Woche vor der Nürnberger Spielwarenmesse im Februar erwarb die Multimediatochter Ravensburger Interactive die weltweiten CD-ROM-Rechte von der Catan Spiele GmbH, Neuss. Dort ist der Erfinder des Brettspiels, Klaus Teuber, Mitgesellschafter. An der Computerversion des 1,5 Millionen mal verkauften Spiels arbeiten neben der Catan Spiele GmbH eine talentierte deutsche Spielesoftware-Schmiede: Funatics Development GmbH, Mühlheim, gegründet von ehemaligen Entwicklern der Firma Blue Byte.
Die Computerversion soll weit über die Möglichkeiten des Brettspiels hinausgehen und die Stärken des Mediums voll nutzen. Heißt: Der Spieler spielt entweder mit bis zu fünf Gegnern auf vernetzten Computern - z.B. im Intemet, oder er tritt alleine gegen den Computer an. Dieser ersetzt fehlende Mitspieler durch eigene "Persönlichkeiten": Sie erscheinen als 3D-Grafik mit eigener Mimik, sind mit ausgefeilter Künstlicher Intelligenz ausgestattet und verhalten sich überraschend menschlich. Sechs Charaktere sind wählbar, von der kühlen Strategin bis zum kurzatmigen Choleriker. Sie können mit dem Spieler reden, werden sauer oder sind mal gönnerhaft, ja sie merken sich sogar, wenn sie über den Tisch gezogen wurden. Dann zocken sie den Spieler ab. "Bei unserer Künstlichen Intelligenz gerät auch Klaus Teuber, der das Spiel immerhin erfunden hat, gehörig ins Schwitzen, besonders wenn der Computergegner ein Schlitzohr ist", sagt Reinhold Uebbing, Geschäftsführer von Catan Spiele.
Auch die Grafik hat es in sich: Je näher der Spieler das Spielfeld heranzoomt, desto lebendiger wird die Welt der Siedler. So dicht an der Spielewelt von Catan sieht er die kleinen Catanier nach seinen Anweisungen Straßen bauen, Holz fällen, Weizen ernten - und gelegentlich einen Räuber auf Raubzug.
Bereits 1995 keimte bei Teuber die Idee, sein Brettspiel als Computergame umzusetzen. Fast drei Jahre lang sammelte er in einer Datenbank alle Kriterien und logischen Verknüpfungen, die für die optimale Gewinnstrategie notwendig sind. Teuber wollte es aber nicht bei nüchterner Strategie bewenden lassen. Menschelnde Computergegner sollten für Spaß und Unterhaltung im Spiel sorgen. Außerdem mußte die CD-ROM-Version anpassungsfähig sein: Über schlechte Mitspieler am realen Brett kann man sich nur ärgern, am Computer dagegen bekommt man die Gegner seiner Wahl - einstellbar über die Schärfe der Künstlichen Intelligenz!
Anzumerken bleibt, daß es sich bei dieser CD-ROM-Version weder um einen Ausbau des bisher schon erhältlichen Shareware-Spiels handelt noch um die Fertigstellung des vor Jahren bereits von Kosmos angekündigten Siedler-Kartenspiels. Letzteres ist - wie schon berichtet - leider endgültig "gestorben".
Auch 1999 hat Amigo wieder ein "Spiel des Jahres" im Programm. Es ist allerdings schon 10 Jahre alt und erhielt den Titel bereits 1989: Café International. Diejenigen unter Ihnen, die dieses Spiel erst im Oktober auf den Internationalen Spieltagen in Essen als Neuheit bei Relaxx gesehen haben, wundern sich mit Recht, daß dieser Titel schon wieder als Neuheit präsentiert wird. Der Hintergrund ist ein trauriger: Relaxx war nicht mehr auf der Nürnberger Messe vertreten und kann damit nur auf eine sehr kurze Verlagsgeschichte zurückblicken. Die Relaxx-Version von Café International wurde jedoch noch an den Spielwarenhandel ausgeliefert. Wer auf der Jagd nach Sammlerstücken ist, sollte sich möglichst schnell mit einem Exemplar versorgen, denn Nachschub gibt's nicht. Amigo wird das Spiel grafisch überarbeiten und voraussichtlich noch im Frühjahr in den Handel bringen.
Ansonsten steht im Mittelpunkt des Amigo-Neuheitenprogramms natürlich Union Pacific, Alan Moons Spiel, das früher unter dem Titel "Airlines" bei Abacus zu haben war. Freundlicherweise hatte die Amigo-Pressestelle ein Papier vorbereitet, das die Unterschiede zwischen beiden Spielen auflistet:
Statt fünf verschiedene Streckenarten gibt es nur noch vier verschiedene Arten.Und auch die Unterschiede zwischen dem Original-Elfenroads und der Elfenland-Erweiterung Elfengold, die das für die Amigo-Ausgabe vereinfachte Spiel wieder auf seine Ursprünge zurückführt, wurden zusammengestellt:
| Elfengold | Elfenroads |
|---|---|
| 20 Orte auf dem Plan | 25 Orte auf dem Plan |
| 6 Spielrunden | 8 Spielrunden |
| Je Spielerzahl werden doppelt so viele Plättchen für die Versteigerung aufgedeckt | Je Spielerzahl werden 3x so viele Plättchen für die Versteigerung benötigt |
| Seemonster-Hindernis | nicht enthalten |
| Zaubersprüche | nicht enthalten |
| Elfen-Zauberer | nicht enthalten |
Nachdem Gerüchte über eine neue Siedler-Erweiterung zu hören waren, sah Kosmos sich gezwungen, Einzelheiten über die nächste Generation der Catanischen Siedler zu verraten, die - vorausgesetzt, der Zeitplan wird eingehalten - im Herbst, vermutlich zu den Internationalen Spieltagen, präsentiert werden kann. Die Einzelheiten finden Sie in unserer Catan 3000-Vorschau.
KMW