Mit radikalen Naturliebhabern und Tierschutzverbänden hat die Forderung "Her mit den Kröten" nichts zu tun. Vielmehr geht es um ein starkes Stichspiel mit kribbelnder Spannung beim Versuch, "fette Beute" zu machen.
Es gibt je zehn Zahlenwertkarten in vier Farben, die unterschiedlich gestaffelt von 0 bis 9 reichen. Bei Rot gibt es nur eine "9", bei Lila schon zwei, Grün wartet mit drei und Blau mit vier Neunen auf. Dafür fehlt bei Lila die 0, bei Grün auch die 1 und bei Blau sogar noch die 2. Zur Erinnerung zeigen Strichmarkierung auf jeder Karte an, wieviele Karten dieses Zahlenwertes im Spiel sind.
Auf der "8" ist jeweils eine Kröte abgebildet. Die Kröten entscheiden über den Spielsieg. Ein Stich mit der eigenen Kröte erbringt 8 Bonuspunkte, einer mit einer gegnerischen Kröte 3 Punkte zusätzlich. Jeder normale Stich sowie eine "gefangene" 0 zählt einen Punkt.
Wie bei den meisten Stichspielen muß die ausgespielte Farbe bedient werden. Wer ausspielt, kann offen oder verdeckt ausspielen. Bei offen gespielter Farbe können nur höhere farbgleiche Karten den Stich gewinnen, bei verdeckt gespielten Karten die höchste Punktkarte. Das verleitet zum Bluff und macht den wesentlichen Reiz des Spieles aus.
Das Besondere dabei ist: Beim verdeckten Spiel muß zwar die Farbe ehrlich angesagt werden, der Wert darf aber gelogen werden. So "verschenkt" einer schon mal siegessicher seine "9" für eine vermeintliche "Kröte", die sich dann allerdings als flaue "2" herausstellt. Pech.
Das flotte Kartenspiel mit hilfreichen Kurzspielregelkarten für jeden Mitspieler macht richtig Spaß und hat durchaus "Dauerbrenner"-Charakter. Der kleine Kartenstapel läßt sich ideal überall mitnehmen und sorgt aufgrund der einfachen Regel für schnellen Spieleinstieg. Ein gelungener Bluff ist übrigens, daß trotz "rüttingermäßiger" Grafik ein Fremdgestalter am Werk war: der Autor Michael Schacht.
"Her mit den Kröten" von Michael Schacht, Noris Spiele, 3-5 Spieler ab 10 Jahren, etwa 12 DM.
Uli Geißler