"Drei-in-einer-Reihe" ist das Ziel, und dahin führen die Schritte "schieben" und "drehen". Das Material sind 17 Plastik-Spielscheiben pro Person und eine quadratische Plastik-Form mit drei eingelassenen Ringen, die sich um denselben Mittelpunkt drehen lassen. Jede Ecke des Spielfelds hat eine spielsteinbreite Vertiefung, die sich als Bahn über die Ringe fortsetzt und in der gegenüber liegenden Ecke landet.
Was so abstrakt klingt, ist mit einem Blick schnell erfaßt. Aha, auf diesen Bahnen werden die Spielsteine von außen nach innen geschoben, soso, durch das Drehen der Ringe wird ihre Position verändert. Na klar, im roten Mittelkreis müssen die drei Steine einer Farbe liegen, um das Spielziel zu erfüllen. Fertig.
Erklärt ist "Tres" also schnell, gespielt wird eine Partie in etwa 20 Minuten. Schieben, drehen und schauen, wo die eigenen Steine gelandet sind, das ist ein Zug. Eine zusätzliche Regel gibts noch für den Fall, daß eine Bahn schon komplett belegt ist. Wenn dann an einer Ecke ein Stein reingeschoben wird, rutscht auf der anderen Seite einer raus. Der geht in den Vorrat des Besitzers zurück.
Hat sich das Brett einigermaßen gefüllt, gibt es manches zu bedenken: Bringt die Drehung nur mir einen Vorteil, weil ich dadurch eigene Steine in eine gute Ausgangsposition für den nächsten Zug rücke, oder nützt sie zugleich möglicherweise dem Gegner?
Erstaunlich, wie sich die Spielsituation durch eine Drehung ändert, und wie oft man dadurch überrumpelt wird. Das verhindern zu wollen hieße, lange nachzudenken und dann möglicherweise doch vom Gegner überrascht zu werden, denn welche der drei Scheiben er dreht, ist ja unvorhersehbar. "Tres" läßt sich taktisch spielen, nicht strategisch. Deshalb bleibt am Ende ein Schulterzucken: schnell gelernt, schnell gespielt und wahrscheinlich auch schnell wieder vergessen.
"Tres" von Jörg R. Bauer, FX, für zwei Spieler ab 10 Jahren, ca. 80 DM.
Nicola Balkenhol