Spielbesprechung
Gesellschaftsspiele haben ihren Preis und dies zurecht. Die Auflagen sind meist niedrig und die Produktions- und Entwicklungskosten hoch. Doch mit dem Kartenspiel Die Tafelrunde (von Michael Schacht für drei bis vier Spieler ab zehn Jahren, 45 Minuten, Preis 5,95 DM) kann man Geld sparen. Man muß es nämlich selbst Hand anlegen. Man benötigt nur eine Schere oder ein gutes Schneidmesser. Weiterhin muß man zwei 6er-Würfel aus einem anderen Spiel holen.
Und schon kann es losgehen.
Jeder Spieler erhält eine farbige Burgkarte und die dazugehörigen zwei Helden. Diese werden mit den König Draco und dem goldgierigen Zork im Kreis auf den Tisch ausgelegt. Jeder Spieler erhält drei Aktionskarten und eine Goldmünze. Es werden zwölf Tage (Runden) gespielt. Jeder Tag besteht aus Tag und Nacht (Phasen).
Am Ende eines jeden Tage verteilt Draco Silber und Gold der Beutezüge an seine Helden. Den bevorzugten Helden an seiner Seite läßt er besonders viel Silber zukommen. Wer am falschen Ende der Tafelrunde sitzt muß gar zahlen. Mit dem Einsatz der Aktionskarten, die wie alle Karten von Hans-Jörg Brehm sehr ansprechend illustriert wurden, versuchen die Spieler ihre beiden Helden möglichst nah an Draco heranzubringen. Die Karten bergen sehr schöne Überraschungen, so passiert es auch, daß Draco seine Gunst wechselt und sich einfach der anderen Seite zuwendet. Die Letzten werden dann die Ersten sein. Einige Kartentexte lassen Diskussionen über die Auslegung zu. Sie müßten bei einer Neuauflage überarbeitet werden. Der Spielspaß ist aber nicht getrübt. Bis zum Schluß bleibt es meist spannend wer den nun der Held mit dem meisten Gold und Silber sein wird. Dazu trägt auch der Zork bei, ein Lemur der recht goldgierig sich an den Spieler in der Runde wendet, der am meisten Gold auf seinem Haufen hat. Und mit Pech verliert dieser dann einige Silberstücke!
Die Tafelrunde ist in einer limitierten Edition zum Selbermachen erschienen und exclusiv bei Adam spielt, Königsberger Str. 10, 61169 Friedberg, 06031-5029, www.adam-spielt.de erhältlich.
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Spielidee |
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Tara Tobias Moritzen
Peer Sylvester <peerchen@hotmail.com> 20.10.2000 11:19
Also wir haben in unserer Spielrunde dann doch eine andere Erfahrung gemacht. Das bezieht sich nicht auf den Preis oder die schönen Bilder, deren Qualität ist unbestritten.
Nein, uns war der Glücksfaktor einfach viel zu hoch. Bis auf den letzten Spieler hat man eigentlich kaum Einflussmöglichkeiten. Man kann kein Bisschen vorrausplanen und selbst ein Veto ist nicht unanagreifbar.
Das Spielprinzip erinnert sehr stark an das wirklich witzige Guillotine von Wizards of the coast. Dort kann man auch nur begrenzt vorrausplanen, doch hier hat man die gemachten Punkte relativ sicher. Dadurch ist der Faktor deutlich kleiner.
Wir zogen das Fazit: Die Tafelrunde ist wirklich günstig und ein guter Kauf für Bier&Bretzel-spieler, denen es egal ist, ob sie Einfluss auf das Spiel haben oder nicht. Doch wer 15DM mehr hat, sollte zu Guillotine greifen...